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Ausgabe 03/2017

Ein zuverlässiger Kollege

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© AUTOFLOTTE

Nach den ersten 30.000 Kilometern, die der Mercedes-Benz Vito auf dem Buckel hat, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz und einige Empfehlungen.

_ Die ersten 30.000 Kilometer bewältigte "S-VI 5112" in nur sieben Monaten. Was beweist, wie gern der feuerrote Achtsitzer im gehobenen Tourer-Pro-Niveau auf Dienstreise ging. "Der perfekte und bequeme Reisewagen für Mensch und Material", schrieb ein Kollege ins Fahrtenbuch. Recht hat er. Der im spanischen Vitoria (daher der Name Vito) gebaute Schwabe vermittelt Pkw-Komfort, liegt satt auf der Straße, federt komfortabel und fährt dank der163 PS bis 190 km/h schnell.

Automatik-Problem

Das üppige Leergewicht (knapp 2,4 Tonnen) reduziert die Zuladung auf magere 670 Kilogramm. Im Spurt scheinen aber einige der 163 Pferde im Siebengang-Wandlergetriebe (7-G-Tronic) hängen zu bleiben. Worum auch die Getriebesteuerung weiß und deshalb lieber nicht konsequent auf das hohe Drehmoment von 380 Newtonmetern vertraut. Will man auf der Autobahn durchbeschleunigen und gibt etwas zu viel Gas, schaltet der Automat nicht selten übertrieben um zwei Fahrstufen zurück und dreht die Gänge unnötig weit aus.

Linderung bringt die Aktivierung des Eco-Programms per Tastendruck am Armaturenbrett. In diesem Modus werden die Gänge länger gehalten und früher hochgeschaltet. Dass der Vito dafür etwas länger bis zum Erreichen der gewünschten Reisegeschwindigkeit benötigt, nehmen zumindest wir dabei gern in Kauf.

Trotzdem ist die 7-G-Tronic eine empfehlenswerte, wenn auch teure Option (2.143 Euro). Der Fahrstufenwechsel erfolgt schnell, kaum merklich und dank des Bedienhebels am rechten Lenkstock stößt sich das rechte Knie nicht wie bei den Vito mit manuellem Getriebe an der ausladenden Schaltkonsole.

So souverän wie unser S-VI 5112 fährt, präsentiert er sich beim Thema Variabilität - ein obligatorisches Attribut dieser Fahrzeugklasse - allerdings nicht. Zwar lassen sich die Sitze umklappen und wickeln. Bei letzterem Manöver schaben die Lehnen der zweiten Bank aber unschön an denen der vorderen Bank, wovon bereits hässliche Kratzer im Kunststoff zeugen.

Fummelei

Wer mehr Platz benötigt (bis zu 5,8 Kubikmeter), kann die Sitze ohne Werkzeug ausbauen. Allerdings wiegen vor allem die Zweiersitzbänke wegen ihrer integrierten Sicherheitsgurte entsprechend. Noch mehr war aber die komplizierte Befestigungsmimik dafür verantwortlich, dass es drei Redakteure zusammen nicht hinbekamen, die Sitze nach einem Transportauftrag wieder an ihren Platz zu bringen. Entnervt fuhren wir zur örtlichen Mercedes-Niederlassung, wo sich zwei Monteure ebenfalls 20 Minuten abmühten, bis alle Sitze wieder ordnungsgemäß eingerastet waren. Hier bieten andere Hersteller praxistauglichere Lösungen.

Kaum Standzeit

Ansonsten musste der Dauertester die Werkstatt bisher einmal unplanmäßig aufsuchen. Wobei wir das als einmaligen Ausrutscher werten. Nach der Fahrzeugwäsche stellten wir Wassereinbruch im Kofferraum fest. Grund war die unsauber eingeklebte Heckscheibe. Ein Schönheitsfehler, den Mercedes umgehend im Rahmen der Gewährleistung beseitigte. Zufrieden sind wir mit der Entwicklung des Verbrauchs. Über die bisherige Testdistanz - zumeist im zügigen Autobahneinsatz - ließ sich der Vito im Schnitt 9,0 l/100 km schmecken (Adblue: 0,12 l/100 km). Für einen Transporter kein schlechter Wert.

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