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Ausgabe 05/2016

Kompakter Blitz in neuem Glanz

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© AUTOFLOTTE

Mit dem neuen Astra ist Opel technisch wieder auf aktuellem Kompaktklasse-Stand. Und Features wie Matrix-LED-Licht und Onstar-Telematik-Dienst versprühen zusätzlich Oberklasse-Flair.

_ Revolution oder Evolution? Der neue Opel Astra vereint beide Ansätze in sich. Optisch kontinuierlich weiterentwickelt, steckt der Fortschritt unter dem Blech: Mehr Innenraum bei geschrumpften Außenmaßen, bis zu 200 Kilogramm weniger Gewicht und ein völlig neues Bedienkonzept sind drei Beispiele für spürbare Verbesserungen.

Karosserie

Der Astra steht dynamisch auf der Straße. Die Frontpartie hat Opel eher evolutionär weiterentwickelt, das Heck mutet fast südeuropäisch an. Eine individuelle Note verleiht dem Fünftürer die optisch durchbrochene C-Säule. Ihre Breite schränkt allerdings die Sicht nach hinten rechts ein - ein Mangel, den der Kompakte mit vielen Autos teilt. Abhilfe beim rückwärtigen Rangieren versprach im Testwagen die Rückfahrkamera (248 Euro). Ihr Bild wirkt jedoch etwas pixelig und der Bildausschnitt dürfte etwas weiter nach oben aufgezogen sein - weiter entfernte Objekte oder Menschen verschwinden zu schnell aus dem Bild.

Interieur

Innen machte der Astra im Vergleich zum Vorgänger besonders deutliche Fortschritte. Die bessere Raumausnutzung, die höhere Materialqualität sowie die ergonomischere Bedienung machen den großen Entwicklungsschritt sichtbar. Vorne wie hinten fühlt sich der Astra deutlich luftiger an, und die Sitzposition passt für normal große Menschen immer - während man im alten Astra irgendwie zu hoch saß. Und der im Testwagen verbaute Ergonomie-Fahrersitz mit AGR-Siegel führte auch nach langen Strecken nie zu Rückenbeschwerden.

Das klassisch-dynamisch gezeichnete Cockpit war wie der gesamte Innenraum gut verarbeitet - lediglich der Kunststoff am Zündschloss erwies sich als nicht besonders kratzfest. Die Instrumente sind klar ablesbar, und nach dem Wegfall der vielen Tasten lassen sich Navigations-, Audio- und Telefonsysteme nun intuitiv bedienen. Im Testwagen erfolgte die Steuerung via Acht-Zoll- Touchscreen (Business-Upgrade Navigation Plus). Oder aber per Sprachsteuerung, die so gut arbeitete, dass man auf die Zieleingabe durch den Onstar-Assistenten (412 Euro) getrost verzichten konnte. Andere Onstar-Funktionen wie die automatische Unfallhilfe oder der Diebstahl-Notfallservice haben im Fall der Fälle aber zweifelsohne ihren Nutzen. Auch wer auf Dienstreisen ein nahes Restaurant sucht, wird Onstar zu schätzen wissen.

Die Kritik am Innenraum beschränkt sich auf Details: So sparte Opel die Gurthöhenverstellung auch vorne ein, außerdem erwies sich die Tankuhr als nicht wirklich zuverlässig. Auch bei vollem Tank zeigte die Nadel nie mehr als 95 Prozent Füllstand an.

Antrieb

110 PS leistete der 1,6-Liter-Diesel des Test-Astra, ließ aber deutlich mehr Power unter der Haube vermuten. Zusammen mit dem butterweich schaltenden Sechsganggetriebe ließ sich der Astra sportlich-dynamisch bewegen. Auch aus höheren Drehzahlen beschleunigte er ohne Verzögerung. Von der Arbeit des Vierzylinders ist in der Regel wenig zu vernehmen, allerdings werkelt er einen Tick kerniger als der noch etwas laufruhigere 1.6 Biturbo CDTI mit 160 PS.

Etwas brummig wird der Diesel nur beim Sprint zwischen 2.000 und 2.500 Touren. Im Mittel schluckte unser Astra 6,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer, angesichts vieler Autobahn-Etappen ein akzeptabler Wert.

Fahrverhalten

Man merkt dem Astra seinen Gewichtsverlust an: Er fährt leichtfüßig, zusammen mit der direkten Lenkung fühlt man immer direkten Kontakt zur Straße. Das Fahrwerk zeigt sich insgesamt komfortabel, aber nicht zu weich abgestimmt. Auf langen Bodenwellen könnte er jedoch etwas straffer abfedern. Und auf kurzen Bodenwellen kommt es schnell zum Stuckern.

Preise und Ausstattung

Der von uns getestete Astra 1.6 CDTI Business mit Start-Stopp-System steht als Fünftürer mit 18.151 Euro in der Preisliste. Die Business-Linie basiert auf der zweithöchsten Ausstattung Edition, ist im Einstieg - Tribut an die Ein-Prozent-Versteuerung - 1.437 Euro günstiger als diese und kommt genauso unter anderem mit Klimaanlage, Einparkhilfe hinten, Tempomat, Bordcomputer, Komfortsitzen vorne und Multifunktionslenkrad. Beim Entertainment müssen sich die Business-Kunden serienmäßig allerdings mit dem Radio R300BT anstelle des R4.0 Intellilink begnügen.

Das ist jedoch zusammen mit dem Ergonomie-Fahrersitz und der Klimaautomatik im Business-Upgrade Travel für 580 Euro enthalten. Generell schnürt Opel für das Business-Niveau attraktive Optionspakete, sprich Business-Upgrades. Das bereits erwähnte Business-Upgrade Navigation Plus umfasst neben dem Navigationssystem unter anderem zahlreiche Assistenzsysteme sowie Licht- und Regensensor (916 Euro). Nützlich ist auch das Business-Upgrade Komfort, das für 294 Euro ein Lederlenkrad, Mittelarmlehne vorne, Nebelscheinwerfer und einen Parkpiloten vorne und hinten enthält. Für Langstreckenfahrten ebenfalls empfehlenswert: Das LED-Matrix-Licht für 1.218 Euro, das im automatischen Fernlicht-Modus Menschen und Objekte zuverlässig ausblendet und auch beleuchtete Straßen und geschlossene Ortschaften erkennt.

Details

Stärken & Schwächen

- Deutlich verbesserte Ergonomie und Bedienlogik- Agiles und leichtfüßiges Fahrverhalten- Zielgruppengerechte Business-Ausstattung mit sinnvollen Paket-Optionen- Fahrwerk federt kurze Bodenwellen nur unzureichend ab- Unzuverlässige Tankuhr- Schlechte Übersicht nach schräg hinten

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