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Ausgabe 06/2017

Schwedenfrachter

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© AUTOFLOTTE

Mit der neuen Generation heißen große Volvo-Kombis (wieder) V90. Der Top-Kombi verkörpert viele Markentugenden, das Heckdesign jedoch bricht mit den Vorgängern.

_ Die neue Volvo-Toplimousine S90 durften wir als D4 mit 190 PS bereits Anfang des Jahres unter die Lupe nehmen (siehe Autoflotte 4/2017). Die beliebtere - und praktischere - Variante ist jedoch der Kombi V90. Er kam als Top-Diesel D5 AWD zu uns in die Redaktion.

Das Testauto

235 PS sind hier serienmäßig mit Vierradantrieb AWD und Achtgangautomatik kombiniert. Als höchste Ausstattung Inscription gibt es ihn ab 52.017 Euro. An Bord sind dann zum Beispiel das Intellisafe-System mit adaptivem Tempomat und teilautonomer Fahrfunktion, Verkehrszeichenerkennung, das Infotainment mit Bluetooth, Zweizonen-Klimaautomatik oder Digitalinstrumente. Außen zeichnet sich die Version serienmäßig durch LED-Scheinwerfer mit Tagfahrleuchten im "Thors Hammer"-Design, elektrische und beheizbare Sitze oder 18-Zoll-Leichtmetallräder aus.

Unser V90 fuhr auf optionalen 20-Zöllern (1.504 Euro), für mehr Langstreckenkomfort sorgten unter anderem das Business-Paket Pro mit Bowers-und-Wilkins-Soundsystem, DAB+, Navi und Einparkassistent (4.580 Euro), das Lichtpaket mit dynamischen Voll-LED-Scheinwerfern und intelligentem Fernlichtassistent (756 Euro) sowie das Sitz- Komfortpaket mit Massage-Ledersitzen vorn (1.345 Euro). Mehr Sicherheit bot Intellisafe Surround (zum Beispiel Totwinkelassistent; 504 Euro) oder das Laderaumpaket mit Befestigungsmöglichkeiten, Trennnetz, elektrisch umlegbaren Rücklehnen oder schlüssellosem Startsystem (798 Euro).

Karosserie

Beim V90 bricht Volvo mit seiner Designtradition: Anders als viele frühere Kombis der Schweden reckt er sein Heck nicht steil in die Höhe, sondern schließt rund-harmonisch ab. 560 bis 1.526 Liter fasst der gut geschnittene und beladbare Kofferraum - Platzmangel herrscht nicht. Der 13 Zentimeter längere Vorgänger V70 fasste jedoch maximal knapp 80 Liter mehr. Übrigens bringt nicht nur der Heckabschluss Dynamik ins V90-Design, insgesamt kommt er mit langer Haube und kurzen vorderen Überhängen sehr sportlich daher. Die flachen A-Säulen schränken das Raumangebot dabei nur subjektiv ein, objektiv gesehen sitzt es sich vorn wie hinten fürstlich. Die großen dritten Seitenfenster des Kombis sorgen zudem für beste Übersicht auch nach schräg hinten.

Interieur

Wie in S90 und XC90 erwartet den Fahrer ein vertikaler Neun-Zoll-Touchscreen, und im von uns getesteten Inscription zeigt ein 12,3-Zoll-Digitaldisplay Drehzahl, Geschwindigkeit und Co. an. Probleme mit der Ablesbarkeit der übersichtlich gestalteten Instrumente gibt es hier nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Die Materialien, vor allem die Holzeinlagen, sind erlesen, die Verarbeitung erreicht aber nicht immer das Niveau der deutschen Wettbewerber.

Antrieb

235 Pferde bewegen den V90 D5, maximal 480 Newtonmeter liegen zwischen 1.750 und 2.250 Umdrehungen an. Schlupf war dennoch kein Problem: Während der frontgetriebene S90 D4 beim Beschleunigen ab und zu das ASR bemühte, brachte unser Kombi seine Kraft dank Allradantrieb stets ohne elektronische Eingriffe auf die Straße. Der Verbrauch geht, berücksichtigt man Leistung und Allradantrieb, in Ordnung: Mit großem Autobahnanteil flossen im Schnitt 8,7 Liter Diesel durch die Einspritzdüsen. Auf der Landstraße waren es 8,1 Liter.

Fahrpraxis

Das adaptive Luftfahrwerk hinten (1.655 Euro) macht viele Fahrbahnunebenheiten vergessen. Seekrank wird man aber nicht: Zwar federt der Schwede lange Bodenwellen sehr weich ab, rollt über kurze Stöße aber viel straffer ab. Zusammen mit der direkten Lenkung zeigt sich so ein gut abgestimmtes Fahr- und Federungsverhalten - zumal sich das Auto mit den Fahrmodi Eco, Comfort und Dynamic auf individuelle Ansprüche einstellen lässt. Schön für vorausschauende Fahrer ist die Segelfunktion im Eco-Modus, die den V90 ab 65 km/h bei Gaswegnahme ruhig dahingleiten lässt.

Nicht optimal empfanden wir den aus unserer Sicht verzerrten Ausschnitt der Rückfahrkamera, außerdem schaltete das Getriebe beim Anfahren oft ruckelig. Was noch auffiel: Trotz teilpilotiertem Fahren bis 130 km/h berücksichtigt der adaptive Tempomat keine Tempolimits, der Regensensor stellt bei starkem Regen nicht auf Dauerbetrieb, und trotz intelligentem Fernlichtassistenten, der den Gegenverkehr aus dem Fernlicht-kegel schneiden sollte, blinkten uns entgegenkommende Fahrzeuge regelmäßig an.

Autoflotte-Tipp

Wir empfehlen den V90 Momentum. Anders als im S90 stellt diese Linie nicht den V90-Einstieg dar, sondern ist das nächsthöhere Niveau nach der Basis Kinetic (für V90 D3 und D4). Und wo wir schon beim Abrüsten sind, ist auch der 190 PS starke D4 mehr als ausreichend - mit Frontantrieb und Automatik: Er ist im Vergleich zum Testwagen mehr als 8.000 Euro günstiger. Als Optionen empfehlen wir wie im S90

- das Businesspaket (Digitalinstrumente, Einparkhilfe vorn und hinten, Navi, Apple Carplay, Android Auto) für 1.555 Euro,

- das Lichtpaket unter anderem mit Voll-LED-Scheinwerfern und intelligentem Fernlichtassistenten (1.092 Euro) sowie

- Intellisafe Surround (unter anderem Totwinkel-, Spurwechsel- und Querverkehrsassistent) für 504 Euro.

Im S90 macht die 360-Grad-Kamera Sinn, für den V90 wählen wir aufgrund der besseren Übersichtlichkeit die einfache Rückfahrkamera (429 Euro). Kombispezifisch würden wir auf der Bestellung aber das Laderaumpaket mit seinen zahlreichen Sicherheitsfeatures ankreuzen.

Details

Stärken & Schwächen

Stärken- Viel Platz- Hoher Langstreckenkomfort- Viele Asssistenz- und SicherheitssystemeSchwächen- Verzerrter Ausschnitt der Rückfahrkamera- Ruckelig schaltendes Getriebe bei niedrigen Drehzahlen

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