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Ausgabe 10/2017

Wenn der Familienrat tagt

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© AUTOFLOTTE

Wenn User-Chooser mit Kind und Kegel unterwegs sind, werden sie die zahlreichen Features des Wolfsburgers schätzen lernen. Der Tiguan mag unprätentiös wirken, unpraktisch ist aber auf keinen Fall.

_ Warum setzt der VW Tiguan nicht nur im Privatmarkt ein starkes Zeichen, sondern ist momentan auch im relevanten Flottenmarkt Benchmark? Allein bis Juli fanden über 10.000 Exemplare des mittelgroßen SUVs aus Wolfsburg in Flotten eine neue Heimat - die namhafte und PS- sowie chromaffine Konkurrenz wie der GLC von Mercedes-Benz oder Audis Q5 sehen hier nur die Rückleuchten.

Also was ist das Geheimnis des Hochbeiners? Eines vorweg: Auch wenn die eben erwähnten Mitbuhler preislich deutlicher so manche Car-Policy-Grenze ausreizen, hat auch der Niedersachse seinen Preis. Wir rufen also den Familienrat eines typischen User-Choosers zusammen und wägen ab.

Das Testauto

Die Grundversion unseres Tiguan Highline 4Motion mit dem 2,0-Liter-Dieselmotor, dessen 190 PS vom Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wohlproportioniert werden, hat bereits 34.433 Euro auf dem Preisschild stehen. Hinzu kommen sinnvolle Ergänzungen wie Metalliclack (Caribbean Blue metallic, 478 Euro), Easy Open-Paket inkl. Safe-Sicherung (626 Euro), Ablagenpaket (126 Euro), Active Info Display (429 Euro), adaptive Fahrwerksregelung (878 Euro), Diebstahlwarnanlage (286 Euro), DAB+ (206 Euro), 14-fach einstellbare Sitze mit Massagefunktion vorn (445 Euro), Fahrerassistenz-Paket Plus (1.244 Euro), Frontscheibe drahtlos beheizbar und infrarotreflektierend (290 Euro), Gepäckraumbeleuchtung mit 230-V-Steckdose im Gepäckraum (143 Euro), 20-Zoll-Räder (Kapstadt Air-Stop-Reifen, 1.046 Euro), beheizbares Leder-Multifunktionslenkrad (113 Euro), Discover Pro Navi (2.046 Euro), Notruf-Service (269 Euro), Progressivlenkung (189 Euro), Reifendruckkontrollsystem (151 Euro), Rückfahrkamera samt Parklenkassistent (525 Euro), Seitenairbags für die äußeren Rücksitze (315 Euro), Telefonschnittstelle Business (412 Euro), Area View (328 Euro) und Winterpaket (214 Euro). Was den Niedersachsen auf 45.192 Euro hochtreibt.

Antrieb/Fahrpraxis

Trotz der 20-Zöller sorgt die Progressiv-Lenkung für ein gutes Fahrgefühl, das vom sauber schaltenden DSG nicht ausgebremst wird. Der 190-PS- Selbstzünder geht elastisch zu Werke, wenn er aber auch in der Stadt etwas zu knorrig brummt. Spätestens auf der Autobahn geht es dann harmonisch, flott und dank des Allradantriebs bremssicher voran.

Interieur

Ab zirka 180 Stundenkilometer werden allerdings die Fahrgeräusche innen hörbar. Dann heißt es, die sehr bequemen Ergositze in Position zu bringen - im Fond können die Kinder wie im Flieger eigene Platztische hoch- und runterklappen. USB-Anschlüsse gibt es hier auch, so dass das Entertainmentprogramm starten kann. Dieses kann sich der Fahrer mit Hilfe des Fahrmodusschalters an Bord holen: Stadt, Land, Fluss - überall passt "Tiguan" als Antwort.

Negativ fallen indes die breiten B-Säulen auf. Da auch das Heck schwer einsehbar ist, ist der Around View zu empfehlen. So wird das Rangieren kinderleicht. Beim Umklappen der Rücksitze verharren diese zunächst in der steilsten Stellung (was dem Kofferraum etwas mehr Volumen bringt). Also, die Löseschlaufe ziehen und nachjustieren, dann passen die Sitzgelegenheiten wieder. Nachjustieren - und zwar durch aktives Schauen - empfiehlt sich bei Sonderzeichen, die die Verkehrszeichenerkennung nicht immer richtig erfasst. Ansonsten ist das (fast knopflose) Display ergonomisch super positioniert, so dass kaum etwas spiegelt. Die Fingerabdrücke bleiben leider immer als Spuren zurück - wenn hier einem Ingenieur eine fingertapsenfreie Lösung einfallen würde ... Toll sind die beiden großen Cupholder in der Mittelkonsole. Da auch die Sitze dank hoher Wangen hohen Komfort bieten, kann man gern den Kaffee genießen. Für den Familienausflug dienen die beiden Isofix-Sitze, Platz für den Buggy ist im Kofferraum allemal. Wenn es mehr wird, kommt die Dachreling ins Spiel. Den Kofferraum kann man ganz entspannt über einen Taster an der Fahrertür öffnen. Eine große Ablagebox ragt vom Dachhimmel in den Fond.

Autoflotte-Tipp

Die Aufpreisliste bei VW ist so lang wie legendär. Wer beispielsweise auf den Comfortline setzt und sich mit 19- Zöllern begnügt, kann mit ähnlichem Interieur für gut 42.400 Euro den Zuschlag erhalten. Letztlich lebt der Niedersachse aber von seinen Wahlmöglichkeiten. Wer beispielsweise allein unterwegs ist und dem 190 PS starken Norddeutschen die Sporen geben möchte und das digitale Kombiinstrument entsprechend auf Motorsport-Modus trimmen will, kann dies ganz einfach tun. Kurzum: Der Tiguan macht einfach Spaß. Aber was war nochmal die Ausgangsfrage? rs

Details

Stärken & Schwächen

Stärken- Top-Sitze und hohe Bedienergonomie- Viele praktische Ablagen vorn wie hinten- Gute Ausnutzung des KofferraumsSchwächen- Laut im Stadtverkehr- Das Aufrichten der Rücklehne passiert in Stufen- Verbrauch auf der Autobahn gut 8,3 Liter, auf der gemischten Tour waren es 7,6 Liter

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