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Ausgabe 04/2016

Wertschätzung fördern

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© AUTOFLOTTE

Welchen Raum die Pkw als zusätzlichen Benefit für Mitarbeiter einnehmen und wohin die Reise im Unternehmen geht, skizzieren sechs Flottenmanager.

Thomas Schmuck, Vice President SVP/CPO General Services der Software AG, Darmstadt, ist europaweit verantwortlich für zirka 650 Pkw, die grundsätzlich alle Motivationsinstrument sind.

Die Software AG misst den Dienstwagen als Motivationsfaktor einen hohen Stellenwert bei. Dafür sieht Thomas Schmuck fünf zentrale Gründe: Anerkennung des Mitarbeiters, das Image nach außen, hochwertiges Dienstauto als Statussymbol, Privatnutzung und Rundum-sorglos-Paket mit regelmäßigem, kalkulierbarem Fahrzeugaustausch. Diese Ausrichtung hält sich seit Jahren konstant oder ist eher vertieft worden. "Dienstwagen sind nach wie vor ein sehr hoher Motivationsfaktor - nicht nur in Deutschland, hier allerdings besonders ausgeprägt."

"Darüber hinaus geht es heute noch mehr in Richtung wirtschaftlich vertretbarer Individualisierung, zum Beispiel hin zur Elektromobilität", so Thomas Schmuck. Deshalb rechnet er auch damit, dass der Dienstwagen als Motivationsinstrument in Zukunft mindestens gleich wichtig bleibt.

Thomas Herbstritt, Leiter Fuhrparkmanagement, BN Netze GmbH, Freiburg, mit rund 250 Einheiten, die zu 87,5 Prozent als Motivationsfahrzeuge dienen.

Beim badischen Energieversorger ist die Bedeutung des Dienstwagens als Motivationsfaktor abhängig vom Bereich. Während sie im Vertrieb elementar sind, spielen sie im Bereich der Technik, ausgenommen dort bei den Führungskräften, nur eine geringe Rolle. Es stehen jedoch Neuerungen vor der Tür. Bisher hat BN Netze auf eine Green-Car-Policy mit geregelten CO2-Vorgaben und Kfz-Segmenten mit einer Wertobergrenze je Ebene gesetzt. "Neu wird sein, dass wir von Finanzleasing zu Full-Service-Leasing umstellen werden und es dann eine Referenzrate pro Hierarchiestufe geben wird", sagt Thomas Herbstritt und fügt hinzu:"Denn die Bedeutung wird größer, gerade um auf dem Arbeitsmarkt Personal zu rekrutieren."

Fuhrparkleiter eines Finanzdienstleisters in Hessen mit mehr als 400 Pkw, davon 370 als Benefit für Führungskräfte und Leistungsträger.

Das Institut hat sowohl Dienstwagen als Arbeitsmittel für Mitarbeiter mit Außendiensttätigkeit im Einsatz als auch Fahrzeuge im Management, die an die Position im Unternehmen gebunden sind. "Dabei hat der Pkw einen hohen Motivationsfaktor, stellt er doch einen Ausdruck von Wertschätzung dar und rechnet sich für die meisten Mitarbeiter trotz Versteuerung des geldwerten Vorteils", so der Fuhrparkmanager. Daran habe sich in den vergangenen Jahren nichts geändert. Dementsprechend sind auch exotischere Modelle wie Cabrios oder Sportwagen möglich.

Unabhängig davon bemerkt er einen Wandel: "Tendenziell wird die Generation Facebook wohl weniger Wert auf den Besitz eines eigenen Fahrzeugs legen. Temporäre Nutzung wie zum Beispiel Carsharing oder Mietwagen wird zunehmen. Ähnliche Tendenzen könnten sich bei Dienstwagen entwickeln." Allerdings hat er im Rennen zwischen mehr Freizeit und Geld statt Dienstwagen noch keinen Gewinner ausgemacht.

Fuhrparkleiter eines Maschinenbauers in Baden-Württemberg mit über 500 Pkw, davon etwa die Hälfte Motivationswerkzeuge.

Der Hersteller von Fertigungsmaschinen nutzt Dienstwagen als Motivationsfaktor, weil sie Mitarbeiter binden und die Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen. Dementsprechend hat das Unternehmen sein Angebot leicht modifiziert und erweitert, zum Beispiel um Vans für Familien und SUV mit Allrad. Der Fuhrparkleiter rechnet jedoch langfristig mit einer Veränderung in Richtung Mobilitätsbudget. Er begründet: "Irgendwann werden der Kostendruck, Zeit, Umweltthematik und das ständige'im Stau stehen' zu hohe Kosten produzieren."

Die Telefonkonferenz am Bildschirm werde aber nur einen Teil der Reisen in der Zukunft reduzieren können, da das persönliche Gespräch weiterhin benötigt werde. Daher werde sich wohl das Reisen ändern: "Kombireisen mit Taxi, Carsharing, Flug und Bahn werden zunehmen und wir werden mehr unterwegs arbeiten."

Fuhrparkleiter einer IT-Schmiede in Süddeutschland mit rund 120 Fahrzeugen in Europa, die etwa zur Hälfte als Motivationsinstrument und zur anderen als Gehaltsbestandteil fungieren.

"Der Fuhrpark besteht ausschließlich aus Premiummarken zur Abgrenzung vom Wettbewerb beziehungsweise um mit dem Wettbewerb mithalten zu können", sagt der Flottenmanager. Trotzdem wurde die Dienstwagenrichtlinie enger gefasst, sodass Ausnahmen nun sehr selten genehmigt würden."Wir haben zwar einen hohen Standard, gemessen an der Leasingrate, Herstellerund Modellauswahl, wir lassen aber keinen Freiraum für Individualität wie Sondermodelle oder ausgefallene Ausstattung", so der langjährige Verantwortliche. Grund seien die steigenden Kosten bei Austritt von Mitarbeitern mit Sonderregelung.

Seine Prognose: "Wenn man es nicht schafft, alternative Regelungen, etwa für E-Mobilität und eine Flexibilität bei der Verfügbarkeit verschiedener Fahrzeugtypen, zu finden, wird der Dienstwagen lediglich ein Gehaltsbestandteil und weniger zu Motivationszwecken einsetzbar sein."

Flottenmanagerin eines Maschinenbaukonzerns in Süddeutschland mit etwa 350 Fahrzeugen, davon ca. 110 für berechtigte Firmenfahrzeugnutzer, bei denen in 80 Prozent der Fälle das Auto einen Motivationsfaktor darstellt.

Die Dienstwagen haben eine wichtige Rolle zur Mitarbeiterbindung. Deshalb können die berechtigten Mitarbeiter nicht nur alle drei bis vier Jahre neue Modelle aus einer großen Fahrzeugauswahl zu planbaren Kosten für die Fahrer im Full-Service-Leasing ordern, sondern können für Privatwünsche zuzahlen. Diese Philosophie gilt seit Jahren und hat sich nicht wesentlich gewandelt. "Und der Dienstwagen wird weiterhin ein wichtiges Motivationsinstrument bleiben", resümiert die Flottenmanagerin.

Protokoll: Annemarie Schneider

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