Samstag, 19.05.2012
06.05.2010
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Elektromobilität

Aller Anfang ist mühsam: Bayerns Landeschef Horst Seehofer hat auf der Automesse in Peking die Elektromobilität für sich entdeckt.

Bayern will Rückstand aufholen

Bayern drückt bei der Elektromobilität aufs Tempo und will seinen Rückstand gegenüber anderen Bundesländern wettmachen. Nach einer China-Reise von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), bei der der Landeschef auch die bayerischen Autobauer auf der Auto China 2010 in Peking besucht hatte, beschloss das Kabinett am Dienstag in München eine Fünf-Punkte-Strategie, die die Antriebstechnik im Freistaat auf die Überholspur bringen soll. "Bayern hat den Anspruch, das Elektromobilitätsland Nr. 1 zu sein. (...) Dazu müssen wir jetzt die Weichen stellen ", betonte Seehofer in einer Mitteilung.

Nach den Worten des Ministerpräsidenten sollen nicht nur die ansässige Autoindustrie "Ideen- und Taktgeber für die Antriebe der Zukunft" sein, sondern auch andere Industriebereiche wie Energie und Chemie. "Bayern ist als Standort der Premiumhersteller Audi und BMW, innovativer Automobilzulieferer und einer weltweit anerkannten Forschungslandschaft prädestiniert, Vorreiter bei der Elektromobilität zu werden", so der Politiker. Wirtschaftsminister Martin Zeil widersprach Vorwürfen aus der Opposition, der Freistaat habe die Entwicklung beim Elektroauto verschlafen.

Die weiß-blaue "Zukunftsoffensive Elektromobilität" umfasst fünf Kernpunkte: Ausbau der Forschungslandschaft, Ausbau von Modellregionen und Auswahl einer Modellstadt, neue Schwerpunkte im Rahmen der Cluster-Strategie "Automotive", Unterstützung von Leuchtturm-Projekten sowie Maßnahmen zur schnellen Markteinführung.

Modellstadt: Konkurrenzkampf entbrannt

Konfliktpotenzial birgt vor allem der Punkt "Auswahl einer Modellstadt". Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, in einer bayerischen Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnern Anwendungsbeispiele für die verschiedensten Bereiche der E-Mobilität und der regenerativen Energien zu erproben. Medienberichten zufolge konkurrieren bereits Landkreise und Städte um den Fördertopf. Die bereits bestehenden Modellregionen München und Allgäu fürchten dagegen, dass Forschungsgelder für die Schaffung der "Seehofer-City" abgezogen werden. Die Regionen sollen aber "nach Kräften" weiter unterstützt werden, versicherte Seehofer.

Bayern bleibt bei seinem E-Fahrplan betont vage. Zur Höhe der Fördermittel oder der Anzahl der Elektroautos, die künftig auf den bayerischen Straßen rollen sollen, schweigt sich die Landesregierung aus. Die Fünf-Punkte-Strategie solle bis zur Sommerpause 2010 weiter konkretisiert werden, heißt es lediglich. Deutlich selbstbewusster tritt beispielsweise Nordrhein-Westfalen auf: Dort sollen früheren Angaben zufolge bis 2020 rund 250.000 Stromer unterwegs sein. (rp)


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