Umfrage: Branche hofft auf Steuersenkung

22.02.2010 13:31 Uhr
Die Bundesregierung erwägt derzeit, die Fahrer von Dienstwagen steuerlich zu entlasten.
© Foto: Michael Gottschalk/ddp

Die Leasingbranche erhofft sich von einer derzeit noch diskutierten Senkung der Dienstwagensteuer einen Auftrieb für das Flottengeschäft. Das geht aus einer Studie der Marktforschung Bartsch im Auftrag des unabhängigen Leasingspezialisten LeaseTrend hervor. Demnach rechnen 40 Prozent von 15 befragten Leasingunternehmen mit weniger als drei Prozent Wachstum, ein Drittel mit mehr als sechs Prozent und 20 Prozent gehen von einem Plus zwischen drei und sechs Prozent aus. Insgesamt erwarten 47 Prozent der befragten Firmen mehr Neuverträge. 60 Prozent vermuten zudem, dass durch eine Neuregelung der Dienstwagensteuer höhere Ausgaben für eine gehobenere Ausstattung getätigt werden könnten. Dem gegenüber stehen neun von 100 befragten Flottenmanager mittelständischer Unternehmen, die im Fall einer Gesetzesänderung vorhandene Dienstwagen schneller austauschen oder ersetzen würden. Dies entspräche laut LeaseTrend durchschnittlich 21 Neuwagen pro Firma. „Hier reden wir immerhin von mehreren hunderttausend Neuverkäufen“, sagt Gerhard Fischer, Vorstand der Aktiengesellschaft. Laut Studie wäre rund jeder dritte Flottenmanager dazu bereit, in zusätzliche Extras zu investieren. Vorrang hätten Navigationsgeräte (66 Prozent), Sicherheits-Features (34 Prozent) und hochwertigere Innenausstattungen (29 Prozent). Allerdings geben nur zwölf Prozent der befragten Einkäufer an, dass durch die Gesetzesänderung mehr Personen einen Dienstwagen erhalten würden. Verbrennungsmotoren bevorzugt Auch im Falle einer Gesetzesänderung sehen die meisten befragten Leasingunternehmen (87 Prozent) keinen verstärkten Trend zu umweltfreundlichen Antriebsarten. Die Mehrheit der Flottenmanager (80 Prozent) würde eher Wagen mit herkömmlichem Verbrennungsmotor ordern. Bei denen, die auf alternative Technologien setzen, rangiert der Hybridantrieb an erster Stelle, gefolgt von Flüssiggas, Erdgas und Elektroantrieb. „Hybrid-und Elektrofahrzeuge sind schwer zu bekommen und zudem in der Anschaffung sowie im Leasing sehr teuer“, erklärt Fischer. Der Experte rechnet in etwa ein bis zwei Jahren mit einem Umdenken. Hintergrund der Befragung sind Diskussionen über eine Neuregelung der Dienstwagensteuer. Um den Autoabsatz im Flottengeschäft anzukurbeln, erwägt die Bundesregierung derzeit, die Fahrer von Dienstwagen zu entlasten, indem ein geringerer geldwerter Vorteil für die private Nutzung angesetzt wird und entsprechend weniger Steuern anfallen. Demnach würde das Finanzamt nicht vom Listenpreis des Fahrzeugs ausgehen, sondern vom tatsächlich gezahlten, meist viel niedrigeren Preis. (ag)

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