Opel Combo CNG
Eine Einführung
Sauber und sicher
Erdgas hat in Deutschland eine breite Lobby und wird als sinnvolle Alternative zum Ottokraftstoff gesehen. Es stammt jedoch wie Erdöl aus fossilen Lagerstätten. Von allen fossilen Energieträgern hat Erdgas die günstigste Kohlendioxidbilanz. Im Vergleich zu Benzinmotoren fallen bei Erdgasmotoren 25 Prozent weniger CO2, 60 Prozent weniger Kohlenwasserstoffe und 75 Prozent weniger Kohlenmonoxid an. Ruß und Partikelemissionen sind so gut wie keine messbar.
Wie bei Autogas findet auch bei Erdgas eine sehr "weiche" Verbrennung statt. Die Klopffestigkeit liegt bei üppigen 120 Oktan (Super Plus: 98 Oktan). Dies trägt wesentlich zur Minimierung des Motorengeräusches bei. Die Qualität von Erdgas kann aber schwanken, obwohl sie nach dem Regelwerk der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (G 260) bzw. der DIN EN 437 beschrieben ist. Aber danach ist Erdgas eben nicht immer gleich Erdgas, weil es als Naturprodukt Schwankungen in der Zusammensetzung unterliegt. Hinzu kommt, dass bei Erdgas zwischen H-Gas (High-Gas: Methangehalt zw. 87 und 99,1 Vol. Prozent) und L-Gas (Low-Gas: Methangehalt 79,8 – 87 Vol. Prozent) unterschieden werden muss. Dies alles kann sich auf das Emissionsverhalten und auf die Reichweite auswirken.
Erdgasmotoren arbeiten mit der gleichen Technik wie Autogasmotoren. Der Unterschied liegt in der Ausführung der Anlage, da sie deutlich höheren Betriebsdrücken standhalten muss. Um eine ähnlich hohe Energiedichte wie Autogas im Verhältnis zum Tankvolumen zu erreichen, muss Erdgas bei 200 bis 250 bar im Fahrzeugtank gespeichert werden. Anstatt Kupferleitungen werden daher hauptsächlich Stahlleitungen verwendet. Auch die Tanks sind meist aus Stahl oder aus einem Stahl-Carbonfasergemisch. Geprüft sind sie bis zu einem Berstdruck von 600 bar.
Nach Meinung des TÜV Süd ist der Betrieb mit Erdgas damit ebenso sicher wie der von Benzin- oder Dieselfahrzeugen. Erdgas birgt, da es sich leicht verflüchtigt, eine geringere Explosions- und Brandgefahr. Zudem liegt seine Zündtemperatur bei 650 Grad Celsius relativ hoch. Die Euro NCAP-Crashtests des ADAC haben ergeben, dass der Erdgastank der stabilste Teil des Pkw ist. Allerdings muss er auch unfallsicher eingebaut sein. Hier hatte der Dekra bei Crashtests nachgerüsteter Fahrzeuge Defizite festgestellt und zwar nicht hinsichtlich der Dichtigkeit der Gasanlage im Fahrzeug, sondern bei der Insassensicherheit, da es durch die Anbringung der Tanks im Kofferraum beim Heckaufprall für die Fahrzeuginsassen auf dem Rücksitz zu einer erhöhten Belastung gekommen war.
Umfangreiche Sicherheitstechnik wie elektromagnetische Absperrventile schützen sämtliche Stahlleitungen und Verbindungsstücke. Nach Meinung der Branddirektion Frankfurt/Main haben Erdgastanks gegenüber Benzin- oder Dieseltanks sogar den Vorteil, dass sie im Brandfall kontrolliert abgelassen werden können.
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