
Die Abhängigkeit vom Öl zu senken ist kein neuer Wunsch.
Alte Alternativen
"Durch Energiekrise, Rohstoffverknappung und durch die veränderten Preisrelationen sind wir vor neue Aufgaben gestellt worden, die wir anpacken müssen. (...) Das gilt insbesondere für die Energiepolitik. (...) Die Bundesregierung wird weitere Maßnahmen ergreifen, um langfristig den Ölanteil an unserer Gesamt-Energieversorgung zu reduzieren und andere Energieträger (...) stärker zu entwickeln." Diese Worte stammen nicht etwa von der aktuellen Regierungschefin Angela Merkel. Es handelt sich um ein Zitat von Bundeskanzler Helmut Schmidt aus seiner Regierungserklärung vom 17. Mai 1974. Symbol der damaligen ersten Ölkrise waren die leeren Autobahnen an den vier autofreien Sonntagen, die im November und Dezember 1973 angeordnet wurden.
Doch gerade im Verkehrssektor hat sich die Abhängigkeit vom Öl nicht verringert, sondern drastisch erhöht: In dem Jahr, als Helmut Schmidt als neuer Bundeskanzler seine energiepolitischen Ziele verkündete, wurden in der Bundesrepublik und der damaligen DDR zusammen knapp 34 Mio. Tonnen Benzin und Diesel konsumiert. Genau dreißig Jahre später waren es über 54 Mio. Tonnen! Biogene Kraftstoffe leisteten dazu in 2004 gerade einmal einen Beitrag von 1,1 Mio. Tonnen. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass sich der Absatz laut Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie in 2006 mit 2,5 Mio. Tonnen mehr als verdoppelte.
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