Frankfurt, 13.9.2005: Thomas Weber präsentiert den ersten Diesel-Hybrid des Konzerns (mehr zur Technik durch Klicken auf das Bild).
Das Duell
Diesel-Durchbruch mit "Bluetec"?
Viel Show, wenig Inhalt – unter diesem Motto stehen inzwischen die meisten Pressekonferenzen auf den großen Automobilmessen. Meist bekommt man aus den Mündern der Herstellervertreter Vorgekautes aus der Marketingabteilung serviert. So schien es auch an jenem 13. September 2005 zu sein, als die Mercedes Car Group zu einer Veranstaltung auf der Internationale Automobilausstellung (IAA) in die Frankfurter Messehalle lud. Mit viel Tamtam wurden zwei S-Klasse-Prototypen vor die Medienvertreter gefahren. Doch was DaimlerChrysler-Forschungsvorstand Thomas Weber anschließend vom Teleprompter ablas, war durchaus beachtlich.
Das galt weniger für die S-Klasse mit kombiniertem Elektro- und Ottomotor als für das zweite Hybrid-Modell auf der Bühne. Nicht nur, dass es sich um ein elektrifiziertes Dieselfahrzeug handelte, es hatte auch ein – zumindest im Pkw-Einsatz – neues Abgasreinigungssystem namens "Bluetec" an Bord. Es soll das bisherige Haupthindernis für den weltweiten Durchbruch des Dieselmotors, die hohe Stickoxidemission, beseitigen.
Durch die dosierte Zugabe einer wässrigen Harnstofflösung (Adblue) in den Abgasstrang werden über das Zwischenprodukt Ammoniak aus den Stickoxiden am Katalysator die unschädlichen Produkte Wasser und Stickstoff gebildet. Dadurch wird der Schadstoff laut Hersteller um 80 Prozent reduziert; künftige Emissionsanforderungen in Europa, Asien und den USA würden erfüllt. Nicht nur das: Dieses Diesel-Hybridauto hätte, zur Serienreife entwickelt, das Zeug, zum verbrauchsgünstigsten Fahrzeug zu werden. Ein echter Verkaufsschlager also.
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