Hybrid-Vater: Ferdinand Porsche (l.) mit Sohn Ferry.
Heilsbringer Hybrid?
Ursprung liegt bei Porsche
Bei Porsche gibt es derzeit nicht viel zu Jammern. Die Sportwagenschmiede ist der profitabelste Hersteller weltweit. Doch weil Aktionäre nie zufrieden sind und kritische Fragen stellen, musste Vorstandschef Wendelin Wiedeking kürzlich doch etwas Wasser in den Wein gießen. Die Bilanzzahlen könnten noch besser sein, wären da nicht die hohen Entwicklungskosten für den Hybridantrieb, an dem man derzeit für das SUV Cayenne tüftelt, erklärte die Lichtgestalt der deutschen Automanager.
Ironie der Geschichte: Ausgerechnet Namensgeber Ferdinand Porsche war es, der bereits vor über 100 Jahren erstmals mit dem Hybridantrieb experimentierte. Für die "k.u.k. Hofkutschenfabrik Lohner" in Wien entwickelte der junge Konstrukteur im Jahr 1900 mit dem Lohner-Porsche Mixte erstmals ein Fahrzeug mit benzin-elektrischem Antrieb über Radnabenmotoren. Allerdings hatte das damalige Fahrzeug allein ein Batteriegewicht von 1.800 Kilo.
Volkswagen präsentierte Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit dem Golf III "Ecomatic" sogar einen Diesel-Hybrid-Prototypen, eine Kombination also, die bis heute noch kein Hersteller zur Serienreife gebracht hat. Dieser historische Exkurs zeigt, dass die Hybrid-Forschung lange Zeit eine europäische, ja sogar deutsche Domäne war.
Blickt man auf den aktuellen Entwicklungsstand, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Während Toyota und Honda bereits die zweiten Generationen ihrer Hybridfahrzeuge im Markt und zusätzliche Modelle angekündigt haben, belassen es vor allem die sonst innovationsfreudigen deutschen Automobilhersteller bei der Prototypen-Schau und wenig konkreten Ankündigungen. Im stillen Kämmerlein wird jedoch fieberhaft geforscht.
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