Studie: Diesel kaum gefragt

04.01.2010 09:38 Uhr
2009 haben Deutschlands Autokäufer so wenige Diesel-Fahrzeuge gekauft wie seit 2000 nicht mehr.
© Foto: ddp-Archiv, Oliver Lang

Im Jahr der Abwrackprämie haben Deutschlands Autokäufer so wenige Diesel-Fahrzeuge gekauft wie seit 2000 nicht mehr. Nach einer Studie des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer waren nur 30,6 Prozent aller verkauften Neuwagen in Deutschland im vergangenen Jahr Diesel. "Damit hat der Diesel 2009 seinen größten Marktanteils-Einbruch in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt", heißt es in der am Sonntag veröffentlichten Studie des Car-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Ein Jahr zuvor hatte der Diesel-Anteil noch bei 44,1 Prozent gelegen, 2007 sogar bei 47,7 Prozent. Hauptgrund für den Diesel-Einbruch sei der Trend zu Kleinst- und Kleinwagen wegen der Abwrackprämie gewesen, schreibt Dudenhöffer. Zudem nähere sich an der Zapfsäule der Dieselpreis dem Preis für Superbenzin weiter an. Zwar werde sich der Diesel im neuen Jahr erholen, aber die Zeit der hohen Marktanteile sei endgültig vorbei, prognostizierte der Fachmann: "Über 40 Prozent Marktanteil wird der Diesel in den nächsten Jahren nicht mehr schaffen und mit den kommenden Hybrid-Initiativen, Elektroautos und strengeren Abgasbestimmungen wird der Diesel nach 2015 wohl kaum mehr über 30 Prozent Marktanteil erreichen." Während die Kosten der Hybridsysteme in den kommenden fünf bis zehn Jahren um die Hälfte gesenkt werden könnten, werde der Preis für Dieselantriebe durch die Stickoxid-Abgasanforderungen nach oben getrieben. "Kleine, aufgeladene Benzinmotoren und Hybride bringen den Diesel in die Bredouille. Zusätzlich leiden die Diesel am stärksten unter den Umweltzonen in Deutschland", schreibt der Experte. Wer seinen Diesel wegen der Umweltzonen-Bestimmungen verkaufen müsse, werde künftig beim Kauf eines Diesel-Fahrzeugs vorsichtig sein. (dpa)

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