Preisabsprachen: EU-Komission verhängt Rekordbußgeld gegen Autoglashersteller

12.11.2008 15:22 Uhr
Risse in der Scheibe: So dürfte es nun auch mit den Finanzen der bestraften Unternehmen stehen.
© Foto: ddp-Archiv, Uwe Meinhold

Die EU-Kommission hat internationale Hersteller von Autoglas wegen illegaler Preisabsprachen mit einem Rekordbußgeld von insgesamt 1,38 Milliarden Euro bestraft. Betroffen seien die Konzerne Saint-Gobain (Frankreich), Asahi (Japan), Pilkington (Großbritannien) und Soliver (Belgien), teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Auf Saint-Gobain entfalle der Löwenanteil von knapp 900 Millionen Euro. Deutsche Unternehmen waren nicht beteiligt. Es ist bisher die höchste Strafe, die von den EU- Wettbewerbshütern wegen eines Kartellverstoßes verhängt wurde. Die Unternehmen verhandelten zwischen 1998 und 2003 heimlich über Preise sowie die Aufteilung von Märkten und Abnehmern. Soliver habe nur an einigen dieser Zusammenkünfte teilgenommen. Die Konzerne kontrollierten damals de facto den europäischen Autoglasmarkt, der 2002 einen Umfang von zwei Milliarden Euro hatte. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte: "Diese Unternehmen haben die Automobilindustrie und die Fahrzeugkäufer fünf Jahre lang hintergangen (...)." (dpa)

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