"Abwarten bis alltagstaugliche Fahrzeuge auf dem Markt sind, die durch Subventionen aus der Politik bezahlbar werden". Das ist die Grundeinstellung vieler Flottenverantwortlicher, wenn es um das Thema einer nachhaltigen Flottenplanung und E-Mobilität geht. Das geht aus einer aktuellen Umfrage unter den Vertriebsmitarbeitern von GE Capital Fleet Services für das aktuelle "GE Capital Fleet Barometer" hervor. Ein großer Hemmschuh bei der Einführung nachhaltiger Fuhrparklösungen in Unternehmen ist hingegen die "mangelnde Akzeptanz bei den Mitarbeitern". Das Statusdenken in Sachen Dienstwagen spielt weiterhin eine große Rolle.
Wer seinen Fuhrpark innerhalb der von GE Capital Fleet Services betreuten Unternehmen schon auf eine "grüne Flotte" umgestellt hat, soll nach dieser Umfrage mehrheitlich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Dieses Engagement wollen Umsteiger in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Für den Umstieg sprechen meist unternehmerische Bestimmungen zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes (48 Prozent), imagefördernde Maßnahmen (35 Prozent) oder schlichtweg pragmatische Überlegungen (13 Prozent), wie den Einsatz bei sehr kurzen Stadtfahrten.
Viele Flottenmanager stehen Green Fleet mit Skepsis gegenüber
Green-Fleet-Skeptiker, die es auch innerhalb der betreuten Flotten gibt, sehen zu 24 Prozent die fehlende Mitarbeiterakzeptanz und fehlende Subventionen als Grund dafür, nicht umzusatteln. Ebenfalls 24 Prozent der Zweifler führen die mangelnde Infrastruktur bei Elektrozapfsäulen an. Nicht konkurrenzfähige Fahrzeuge stehen für immerhin noch 21 Prozent der Befragten ganz oben auf der Liste. Ihrer Meinung nach hätten große Autos in Deutschland noch immer Tradition, auch wenn der CO2-Ausstoß von deutschen Firmenflotten in den letzten fünf Jahren um 27,96 Gramm pro Kilometer zurückging. Im europäischen Vergleich haben die Flotten hierzulande aber noch immer den höchsten Ausstoß, wie die aktuelle europaweite Untersuchung des Flotten-Dienstleisters "CO2-Assessment" zeigt.
Insgesamt sieht das Barometer die Flottenmanager aber auf einem "grünen Weg". Im Schnitt sollen rund 25 Prozent der betreuten Unternehmen über eine "Green Car Policy" verfügen und sich im Zuge von immer weiter steigenden Treibstoffpreisen Gedanken über einen effizienteren Fuhrpark machen. Alleine im letzten Jahr machten die Kraftstoffpreise etwa 26 Prozent der Betriebskosten bei den Flottenbetreibern aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 21 Prozent. Spritsparende Flottenlösungen eröffnen ein enormes Sparpotential und motivieren immer mehr Unternehmen und Mitarbeiter dazu, sich mit nachhaltigen und sparsamen Modellen auseinanderzusetzen.
Hoher Beratungsbedarf bei Unternehmen und Mitarbeitern
Entsprechend hoch ist der Beratungsbedarf in den Unternehmen. Auf die Frage, welche Beratungsleistungen im Bereich Green Fleet besonders gefragt seien, antworteten 43 Prozent der Kundenbetreuer, dass sie gerne mehr Informationen zu CO2-Einsparmöglichkeiten hätten. Etwa 30 Prozent der Befragten wünschen sich eine ausführliche Kosten- und Infrastruktur-Beratung mit Schwerpunkt auf Kostenreduzierung. Ebenfalls mit 17 Prozent hoch im Kurs waren "Tipps zum Fahrverhalten".
Laut der Umfrage werden die Nachhaltigkeitsanforderungen im Gegensatz zu den E-Mobilitäts-Bedenken in den Unternehmen mit zwei verschiedenen Kompromissen gelöst: "Hybrid ist auf dem Vormarsch" und "Es werden Dieselmodelle mit immer reduzierteren Verbräuchen genutzt."
Ludger Reffgen, Mitglied der Geschäftsführung bei GE Capital Fleet Services, sieht das Thema Green Fleet als ganzheitlich zu betrachten. Die passende Mischung aus sparsamen Automodellen und strukturellen Lösungen, wie beispielsweise Car Sharing oder der Schulung von Mitarbeitern, sei entscheidend. Eine regelmäßige Analyse und Anpassung des Maßnahmenpakets sei wichtig. "Mit einer einmaligen Implementierung ist es leider nicht getan". (ast)