Freitag, 24.06.2016
13.09.2005
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IAA 2005: Im Zeichen des Hybridantriebs

Auf der Welle der Rekordspritpreise rücken sparsamere Alternativantriebe in den Mittelpunkt der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). Bundeskanzler Gerhard Schröder zeigte sich am Dienstag zur offiziellen Eröffnung der weltgrößten Automesse in Frankfurt besorgt über den drastischen Preisanstieg bei Diesel und Benzin.

"Wir müssen international abgestimmt dagegen vorgehen, dass der Ölpreis durch reine Spekulation auf den globalen Märkten ansteigt", sagte Schröder. Er wies darauf hin, dass der Spritverbrauch in Deutschland seit 1998 um fast 15 Prozent zurückgegangen sei. Die Entwicklung der Ölpreise zeige, dass es richtig sei, auf mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu setzen.

Viele Hersteller sind bereits auf das Pferd aufgesprungen, alternative Antriebsmöglichkeiten zu entwickeln und somit den Verbrauch bis zu 25 Prozent reduzieren zu können. Der weltweit zweitgrößte Autokonzern und Hybrid-Pionier Toyota will den Absatz seines Modells Prius in diesem Jahr in Europa von 8.200 auf rund 20.000 Autos, weltweit auf rund 180.000 Einheiten aufstocken, sagte Toyota-Europe-Manager Thierry Dombreval.

Hersteller setzen auf Hybridantrieb

Auch die Opel-Mutter General Motors (GM) baut das Angebot an verbrauchsarmen und umweltfreundlichen Motoren aus. Diese Entwicklung stehe künftig im Mittelpunkt, sagte GM-Europa-Präsident Carl-Peter Forster. Gemeinsam mit Bosch und der Stanford Universität (USA) soll der so genannte HCCI-Motor weiterentwickelt werden, der ein Kraftstoff-Luft-Gemisch bei extremer Verdichtung ohne Zündung verbrennt. Die Technologie soll deutlich effizienter als derzeitige Motoren sein. Vor wenigen Tagen hatte GM eine Zusammenarbeit mit BMW und DaimlerChrysler zur Entwicklung eines Hybridantriebs bekannt gegeben. Letzteres Unternehmen zeigte bereits zwei fast serienreife Hybrid-Konzepte der Mercedes-S-Klasse mit Benzin- und Dieselmotor.

Honda bringt die Neuauflage seines Kompaktwagens Civic Anfang 2006 auch als Hybrid-Version auf den europäischen Markt. Der französische Hersteller PSA Peugeot Citroën arbeitet nach Worten von Konzernchef Jean-Martin Folz an einem Diesel-Hybrid, der es aber zur Serienreife frühestens in vier bis fünf Jahren bringen werde.

Die Meister der Pferdestärken

Aber auch große Autos mit viel PS und hohem Benzinverbrauch kommen auf der Messe nicht zu kurz. Jaguar präsentiert sein neues XK-Coupé. Der Sportwagen mit 221 kW (300 PS) soll an die Erfolge früherer Modelle anknüpfen. Ferrari zeigte als Weltpremiere seinen F430 Challenge, der 360 kW (490 PS) unter der Haube hat.

Ford will als Massenhersteller durch ein sportliches Design ein dynamischeres Image gewinnen. Der US-Konzern brachte zur IAA die Viertürer-Studie Iosis mit, die wichtige Elemente für die nächsten Modelle liefern soll. Gezeigt wurde auch die neue Generation des Vans Galaxy, der Anfang 2006 auf den Markt kommt. Das neue Modell wurde diesmal ohne VW von Ford allein entwickelt. Die Kooperation mit Fiat beschränke sich nur auf die Entwicklung von Kleinwagen, betonte Ford-Europachef Lewis Booth.

Der hochverschuldete italienische Autobauer Fiat sieht sich unterdessen mit seinem neuen Grande Punto auf dem Weg zu alter Stärke. Fiat-Präsident Luca di Montezemolo sagte, auch anderen Konzernmarken, allen voran Alfa Romeo, gehe es wieder besser. Fiat leidet unter Absatzproblemen und braucht dringend ein erfolgreiches Modell. Angepeilt ist ein Jahresabsatz von 360.000 Grande Punto.

Vekehrsclub: Modellpalette nicht zukunftsfähig

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte die Modellpalette der IAA als nicht zukunftsfähig. "Sportfahrzeuge, Luxuslimousinen und Offroader mit bis zu 510 PS – als gäbe es keinen Klimawandel, keine knapper werden Ölreserven und unendlich viel Geld in den Taschen der Verbraucherinnen und Verbraucher", sagte der stellvertretende VCD-Chef Hermann-Josef Vogt. (dpa / ds)

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