Donnerstag, 24.05.2012
09.02.2011
Share |
Toyota-Rückrufe

Toyota hatte zur Jahreswende 2009/2010 weltweit mehr als acht Millionen Wagen wegen der beiden Defekte zurückrufen müssen.

Keine fehlerhafte Elektronik

Aufatmen bei Toyota: Vom US-Kongress herbeigerufene Experten der Raumfahrtbehörde NASA haben den japanischen Autobauer von dem Vorwurf entlastet, elektromagnetische Störungen hätten die Unfallserie der vergangenen Jahre ausgelöst. Ein gegenteiliges Votum hätte nicht nur das Vertrauen in die Wagen erneut erschüttert, sondern wohl auch die nächste teure Rückrufwelle zur Folge gehabt.

"Toyotas Probleme waren mechanischer Natur, nicht elektronischer", sagte Verkehrsminister Ray LaHood am Dienstag (8. Februar) in Washington. Er hatte zusammen mit dem Kongress auf die Untersuchungen gedrungen. Es habe nur zwei Gründe gegeben, wegen denen die Autos ohne das Zutun der Fahrer beschleunigt hätten, fuhr LaHood fort: rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale.

Der japanische Hersteller zeigte sich in einer Stellungnahme erleichtert: Die Studie untermauere, dass die Autos von Toyota und der dazugehörigen Premiummarke Lexus sicher seien, sagte der nordamerikanische Qualitätschef Steve St. Angelo. Die restlichen Zweifel am elektronischen System dürften damit ausgeräumt sein.

Toyota hatte zur Jahreswende 2009/2010 rund acht Millionen Wagen wegen der beiden Defekte zurückrufen müssen. Das Unternehmen ramponierte sein Image, die Verkäufe brachen ein, der Schaden ging in die Milliarden. Toyota musste überdies in den USA Strafen von insgesamt 48,8 Millionen Dollar zahlen, weil der Hersteller die Probleme nach Ansicht des Verkehrsministeriums nicht rechtzeitig gemeldet hatte.

Nach umfangreichen Tests seien seine Leute zu dem Schluss gekommen, dass die elektrischen Systeme bis auf wenige Sonderfälle einwandfrei gearbeitet hätten, sagte NASA-Chefingenieur Michael Kirsch. Und selbst in diesen Sonderfällen hätten die Wagen nicht ohne das Treten des Gaspedals auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigen können. "Es gibt Sicherheitseinrichtungen, die ein ungewolltes Beschleunigen verhindern."

Verwechslung von Gas- und Bremspedal

Die Fahrer hätten in Stresssituationen oftmals schlicht das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt, stellten die NASA-Ingenieure fest. Damit bestätigte sich ein Verdacht, der bereits im August aufgekeimt war, als erste Ergebnisse der insgesamt zehn Monate laufenden Untersuchungen an die Öffentlichkeit gedrungen waren. Die Experten hatten Dutzende Unfälle untersucht, bei denen auch Menschen umgekommen waren.

Die Studie stärkt Toyota den Rücken - zum einen bei den laufenden Gerichtsverhandlungen über Schadenersatz für die Unfallopfer und Hinterbliebenen. Zum anderen gegenüber der Politik. Insbesondere Verkehrsminister LaHood hatte Toyota mehrfach unterstellt, der Konzern verheimliche den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen. LaHood hatte die komplexe Elektronik der modernen Wagen im Verdacht. Toyota hatte dies von Anfang an zurückgewiesen.

Nachdem Toyota seinen Massenrückruf wegen der klemmenden Gaspedale und rutschenden Fußmatten gestartet hatte, explodierte die Zahl der Beschwerden. Mehrere Tausend gingen bei der US-amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ein, darunter auch Berichte über 75 schwere Unfälle. Nur zwei Unfälle hat die NHTSA nach eigenen Angaben aber mit den mechanischen Defekten in Verbindung bringen können. Fünf Menschen starben dabei in ihren Toyota-Autos. (dpa)


KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

12. Februar 2011 20:47
Jürgen Auth meint:
Bei der mickrigen bis gar nicht vorhandenen Fahrausbildung in den USA darf man sich nicht wundern, dass das Verwechseln von Gas- und Bremspedal ein Thema ist.
Freuen wir uns also über die gute Ausbildung zum sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Fahrzeugführer, die wir in Deutschland haben, und hoffen, dass diese Qualität nicht auf dem Altar der europäischen Gleichmacherei geopfert wird!

1 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 1)
1

Logo_AF_hellModellplaner 2012

Richtig informiert von Alfa Romeo bis VW: Der Autoflotte-Modellplaner bietet Ihnen alle Neuheiten, Facelifts und neuen Motorisierungen auf einen Blick! | mehr

Autoflotte Akademie

Kosten_Box

In dem Seminar Praxiswissen Fuhrparkmanagement 1 lernen Sie die Aufgaben des Fuhrparkmanagements zu meistern, effizient zu arbeiten, Kosten zu sparen und Haftungsrisiken zu minimieren. Info, Termine & Anmeldung. | mehr

Serie: Sparen im Fuhrpark

Fuhrpark_Autostadt

In der Serie "Einsparpotenziale im Fuhrpark" werden die verschiedenen Kostenarten getrennt voneinander betrachtet. Sie erfahren, wo Einsparungen möglich sind. | mehr

thumb_flottenloesungenFlottenlösungen

Hier finden Sie, was Sie suchen!

Ein umfangreiches Branchenverzeichnis für die schnelle Recherche im Fuhrpark. | mehr

AF_eurotaxBetriebskosten

Wie viel ist Ihr Fahrzeug noch wert?

Fahrzeugbewertung mit kostenlosem Betriebskostenrechner von EurotaxSchwacke. Hier erhalten Sie einen umfassenden Überblick zu den Haltekosten eines PKW. | mehr

Serie: Sicherheit im Fuhrpark

Achtung: Teil 5 "Weitergehende Maßnahmen" jetzt online! Mit der Serie "Sicherheit im Fuhrpark" wol­len wir Ihnen aufzeigen, wie Sie mit geringem Aufwand die Risiken in Ihrer Flotte minimieren. |  mehr

Firmenwagenrechner

Der neue Autoflotte
Firmenwagenrechner

Mehr Gehalt oder lieber einen Firmenwagen? Der Firmenwagenrechner rechnet Ihre Vorteile aus! | mehr

Gabler Wirtschaftslexikon

GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen