suchen
18.01.2016 Abgas-Skandal

Dobrindt legt Besetzung der VW-Kommission offen

Alexander Dobrindt (CSU) hat die Besetzung seiner Kommission zur Untersuchung des VW-Skandals offengelegt.
© picture alliance/dpa

Wer sitzt eigentlich in der Kommission, die für den Verkehrsminister Klarheit in der VW-Affäre schaffen soll? Das Geheimnis ist jetzt gelüftet. Derweil schaut Volkswagen auch auf die Öffnung des Iran.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat nach wochenlangem Drängen der Opposition die Besetzung seiner Kommission zur Untersuchung des VW-Skandals offengelegt. Das Gremium hat acht Mitglieder, davon fünf aus dem Ministerium, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. Dies sind Dobrindt selbst, sein Staatssekretär Michael Odenwald sowie drei leitende Beamte. Der Kommission gehören demnach auch der Präsident des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), Ekhard Zinke, und ein weiterer Beamter der Behörde an. Als externer Sachverständiger ist zudem Georg Wachtmeister, Professor für Verbrennungskraftmaschinen an der Technischen Universität München, in der Gruppe vertreten.

Die Linke kritisierte diese personelle Aufstellung. "Da Verkehrsministerium und KBA seit Jahren bei der Überwachung der Grenzwerte versagen, hat man bei der Besetzung der Kommission Böcke zu Gärtnern gemacht", sagte ihr Verkehrsexperte Herbert Behrens. Auch aus anderen Parteien sowie aus Umweltverbänden waren Bedenken an einer Untersuchung der VW-Affäre vornehmlich durch Vertreter des Ministeriums und untergeordneter Behörden geäußert worden. Zudem gab es Forderungen, das Umweltbundesamt müsse diese Aufgabe übernehmen.

Der im September in den USA aufgedeckte Skandal um manipulierte Stickoxid-Messwerte bei Abgastests hat Volkswagen in die schwerste Krise seiner Geschichte getrieben. Ende Januar soll in Deutschland der Rückruf der ersten betroffenen Modelle zu Umrüstungen starten. In den Vereinigten Staaten war am Rande der Detroiter Automesse und eines Termins von VW-Chef Matthias Müller bei der US-Umweltbehörde EPA erneut Kritik am Krisenmanagement laut geworden. Die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger, beschloss nun, ihren Dienst-Audi mit Dieselmotor gegen einen Hybrid-Passat zu tauschen. Grund dafür seien die Abgaswerte, sagte sie der "Welt am Sonntag". (dpa)



Mehr zum Thema Abgas-Skandal:






Ihr Kommentar zum Artikel

Alle

logo Mehr zu VW

© Copyright 2016 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Bundestagsfahrdienst

BwFuhrparkService übernimmt 2017

Der Bundestag will mit der Neuvergabe seiner Fahrbereitschaft auch umweltpolitisch ein Zeichen setzen. Künftig sollen auch für Elektroautos zum Einsatz kommen.


img
Zukunft der Mercedes-Motoren

Aus eigenem Antrieb

Leichter, leiser und sparsamer. Nie zuvor krempelte der Stuttgarter Autobauer derart massiv sein Motorenprogramm um. Abschied vom V6, Debüt für eine Weltneuheit.


img
Fahrbericht Mazda3 Facelift

Im Detail verbessert

Die Ansprüche in der Kompaktklasse steigen, der Wettbewerb ist hart. Mazda spendiert seinem Modell 3 nun eine Renovierung. Im Vordergrund standen neben Komfort und Konnektivität auch Sicherheit und Qualität.


img
Verkehrssicherheit

Gefahren frühzeitig erkennen

Mit der Anwendung "X2Safe" will der Autozulieferer ZF schwache Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrradfahrer im Straßenverkehr besser schützen.


img
EU-Kommission

Grünes Licht für geänderte Pkw-Maut

Deutschland und die EU-Kommission duellierten sich erbittert um die Pkw-Maut. Nun willigt Verkehrsminister Dobrindt in Nachbesserungen ein – und Brüssel ist einverstanden. Prompt werden aber Zeifel laut.