suchen
22.01.2016 Abgasskandal

VMF attackiert Audi

Audi-Verkaufsunterstützung im Dieselskandal: Der VMF spricht von "unhaltbarer Wettbewerbsverzerrung".
© Julian Stratenschulte/dpa

Als große GW-Vermarkter sind die markenunabhängigen Fuhrparkgesellschaften stark vom Dieselskandal im VW-Konzern betroffen. Sie fordern deshalb die gleiche Unterstützung wie die Vertragshändler.

Der Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) läuft Sturm gegen das Vorgehen von Audi bei der Vermarktung der von den VW-Abgasmanipulationen betroffenen Fahrzeuge. Vor allem die Subventionen des Herstellers ausschließlich für das eigene Handelsnetz werden heftig kritisiert. "Dass Audi eine Art Schadensersatz leistet, der Händlern und Käufern zu Gute kommt, finden wir richtig. Es sollte jedoch alle Vermarkter der betroffenen Fahrzeuge einschließen", erklärte VMF-Chef Michael Velte in Bad Homburg. Er sprach von einer "unhaltbaren Wettbewerbsverzerrung".

Audi wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Eine Unternehmenssprecherin verwies gegenüber Autoflotte auf das "laufende Verfahren". Für Volkswagen sind die im VMF organisierten Leasingfirmen große Kunden. Insgesamt kommen sie auf 90.000 Bestandsfahrzeuge aus dem Konzern, von denen jährlich zehntausende Leasingrückläufer vermarktet werden. Darunter sind auch zahlreiche Dieselfahrzeuge mit der fraglichen Motorenbaureihe EA 189.

Um das Kundenvertrauen nach Bekanntwerden des Abgasskandals zurückzugewinnen, hat Audi ein umfangreiches Verkaufsunterstützungsprogramm für die Vertragshändler aufgelegt. So können Käufer eines betroffenen Modells etwa eine kostenlose Gebrauchtwagengarantie bis zum fünften Fahrzeugjahr und 24 Monate Wartung und Inspektion nutzen. Alle Kosten dafür übernimmt der Hersteller. Freie Händler und markenunabhängige Leasinggesellschaften sind von der Unterstützung jedoch bisher ausgeschlossen.

"Der Hersteller muss haften"

Das Problem sind vor allem die Gebrauchtwagenpreise. Der VMF geht davon aus, dass die bei Vertragsbeginn kalkulierten Restwerte für alle manipulierten Fahrzeuge aus dem VW-Konzern in der Regel nicht mehr erzielt werden könnten. Velte pocht deshalb auf das Verursacherprinzip: "Realisiert sich dieser Schaden erst beim Verkauf des Gebrauchtfahrzeuges, muss der Hersteller dafür haften." Folglich müssten auch alle Gebrauchtwagenvermarkter von den Unterstützungsmaßnahmen profitieren.

Laut Velte haben die Bemühungen des Verbandes, eine Gleichbehandlung partnerschaftlich – auch im Kundeninteresse – mit dem Konzern zu erreichen, bislang nicht gefruchtet. Das "klare Nein" aus Ingolstadt werde der VMF aber so nicht akzeptieren, sagte er. (rp)



Mehr zum Thema Abgas-Skandal:





1 Kommentar

1 26.01.2016 Audi Händler

Bei uns stehen doch die Fahrzeuge inzwischen auch und das trotz Trustkampagne. Die Herstellerbetriebe versuchen gerade über alle Kanäle und zu Dumpingpreisen diese Fahrzeuge in den Markt (meistens ins Ausland) zu drücken. Die Marktpreise für EA189 Motoren fallen. Den VW und Audi Händlern wird dieser Verlust auch nicht ausgeglichen.


Ihr Kommentar zum Artikel

Alle

logo Mehr zu Audi

© Copyright 2016 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Bundestagsfahrdienst

BwFuhrparkService übernimmt 2017

Der Bundestag will mit der Neuvergabe seiner Fahrbereitschaft auch umweltpolitisch ein Zeichen setzen. Künftig sollen auch für Elektroautos zum Einsatz kommen.


img
Zukunft der Mercedes-Motoren

Aus eigenem Antrieb

Leichter, leiser und sparsamer. Nie zuvor krempelte der Stuttgarter Autobauer derart massiv sein Motorenprogramm um. Abschied vom V6, Debüt für eine Weltneuheit.


img
Fahrbericht Mazda3 Facelift

Im Detail verbessert

Die Ansprüche in der Kompaktklasse steigen, der Wettbewerb ist hart. Mazda spendiert seinem Modell 3 nun eine Renovierung. Im Vordergrund standen neben Komfort und Konnektivität auch Sicherheit und Qualität.


img
Verkehrssicherheit

Gefahren frühzeitig erkennen

Mit der Anwendung "X2Safe" will der Autozulieferer ZF schwache Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrradfahrer im Straßenverkehr besser schützen.


img
EU-Kommission

Grünes Licht für geänderte Pkw-Maut

Deutschland und die EU-Kommission duellierten sich erbittert um die Pkw-Maut. Nun willigt Verkehrsminister Dobrindt in Nachbesserungen ein – und Brüssel ist einverstanden. Prompt werden aber Zeifel laut.