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Abnahmefahrt Porsche Cayenne

Aller guten Dinge sind drei

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Cayenne-Abnahmefahrt
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Porsche legt letzte Hand an den neuen Cayenne. Zwar ist der große Geländewagen nicht mehr das meistverkaufte Modell der schnellen Schwaben. Doch das nimmt die Entwickler nicht aus der Pflicht. Im Gegenteil wollen sie dafür sorgen, dass die dritte Generation sich mehr nach Porsche anfühlt denn je.

Von Benjamin Bessinger/SP-X

Noch trägt er das schmucklose Kleid aller Prototypen und hat auf den letzten Kilometern reichlich Staub gefressen. Doch bald wird er im Rampenlicht funkeln. Denn kurz vor der Publikumspremiere auf der IAA in Frankfurt zieht Porsche Ende August im Museum daheim in Stuttgart das Tuch vom neuen Cayenne. 15 Jahre, zwei Generationen und mehr als eine halbe Million Fahrzeuge nach dem Debüt ihres ersten SUV wollen die Schwaben damit einmal mehr beweisen, dass auch ein Geländewagen zum Sportler taugt und das Porsche-Wappen mehr denn je zurecht trägt. Aller guten Dinge sind drei, könnte deshalb das inoffizielle Motto für die Neuauflage lauten, die – natürlich – zum bislang besten Cayenne aller Zeiten werden soll.

Beim Design ist das noch eine vergleichsweise leichte Übung. Zumindest soweit man das unter der dürftigen Tarnung schon erkennen kann, wird sich weder an der Form noch am Format viel ändern und Peter Haß, der als Teamleiter die Gesamtfahrzeugerprobung leitet und die Erlkönige nun schon über eine Woche durch die spanische Gluthitze prügelt, gibt den Zaungästen bei der Abnahmefahrt recht: "Ein Zentimeter flacher, einen Hauch breiter und fünf Zentimeter länger- das lässt den Cayenne Nummer 3 sportlicher und strammer dastehen, gefährdet aber nicht die Wiedererkennung."

Unter dem Blech dagegen mussten die Schwaben schon ein bisschen mehr tun. "Denn wir teilen uns eine Architektur mit dem Audi Q7 und haben viel dafür getan, dass der Kunde das am Ende nicht merken wird", sagt Haß. Deshalb hat Porsche nicht nur die Software neu programmiert, sondern bei Lenkung, Fahrwerk und Bremsen teilweise auch eine eigene Hardware eingebaut. Weil der Cayenne gegenüber dem Vorgänger auch noch einen guten Zentner abgespeckt hat und erstmals mit einer Dreikammer-Luftfeder angeboten wird, ist er nicht nur engagierter unterwegs als der doch eher gemütliche Gigant aus Ingolstadt, sondern lässt auch seinen Vorgänger alt aussehen. Wenn man mit Testleiter Haß durch die Hügel im Hinterland von Barcelona fährt, ist man jedenfalls heilfroh, dass die bequemen Sitze genügend Seitenhalt bieten und der Griff in der Tür nicht wie bei den GT-Modellen nur eine Schlaufe ist.

Aller guten Dinge sind drei – das gilt auch für den Genpool, aus dem sich die Ingenieure bedienen durften. Denn während das Design originär Cayenne ist und die Plattform vom Audi Q7 kommt, hat bei Antrieb und Ausstattung der neue Panamera Pate gestanden.

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Deutlich weniger Verbrauch

Unter der Haube bringt das dem Cayenne deshalb zunächst einen 3,0 Liter großen V6-Benziner mit einem Turbolader und etwa 340 PS im Grundmodell, einen 2,9 Liter großen Doppelturbo mit 440 PS im Cayenne S und den obligatorischen 4,0-Liter-V8 mit 550 PS im Cayenne Turbo. Später werden dann die Lücken mit den üblichen Verdächtigen gestopft und natürlich wird es auch mindestens einen Plug-In-Hybrden aus dem Panamera geben, deutet Haß an. Dass der Ingenieur ersteinmal nicht vom Diesel spricht, liegt weniger an den aktuellen Entwicklungen, als an der regionalen Verteilung. Denn auch wenn der Cayenne-Verkauf noch in diesem Jahr in Deutschland beginnen soll, spielen bei der Planung die Leitmärkte USA und China die erste Geige – und die wollen vom Diesel nun mal noch weniger wissen, als es aktuell in Deutschland der Fall ist. Allerdings tut Eile bei diesem Thema auch weniger Not denn je. Denn obwohl der Cayenne in der Leistung zum Teil deutlich zulegen wird, geht der Verbrauch nicht minder deutlich zurück, stellt Haß in Aussicht.

Wie die Motoren kennt man auch das Cockpit des neuen Cayenne aus dem Panamera. Wenn man kurz die grauen Tarnmatten in den Testwagen lupft, blickt man deshalb auch im neuen SUV auf digitale Instrumente hinter dem Lenkrad und auf zwei riesige Touchscreens daneben, und selbst wenn sie etwas rustikaler aussieht, ist auch beim Cayenne die gesamte Auflage des Mitteltunnels ein einziges Bedienfeld mit eleganten Sensortasten. Das schafft nicht nur Frieden im Krieg der Knöpfe, sondern soll auch die Bedienung deutlich erleichtern, verspricht Haß. Insbesondere die unterschiedlichen Offroad-Programme könne man damit einfacher abrufen, sagt der Entwickler, drückt sich durch ein, zwei Menüpunkte und rüstet den Cayenne so für den nächsten Ritt ins Abseits.

Zwar spritzen dann schon wieder die Steine und der Geländewagen verschwindet hinter einer Wolke aus Staub, bis Haß selbst in der hermetisch angedichteten Kabine reflexartig zu Husten beginnt. Aber noch kann er seine schmutzigen Spielchen bedenkenlos treiben. Hauptsache zur Premiere Ende August ist der Dreck wieder Weg und der neue Cayenne rollt in vollem Glanz auf die Bühne.

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