suchen
24.02.2016 Deutschland

Deutlich mehr Fahrzeug-Rückrufe 2015

Vor allem wegen Sicherheitsmängeln sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Autos in Deutschland in die Werkstätten gerufen worden.
© Shutterstock

Betroffen waren laut Bundesverkehrsministerium 1,67 Millionen Fahrzeuge nach 1,47 Millionen im Jahr zuvor. Den größten Rückruf gab es bei BMW.

Vor allem wegen Sicherheitsmängeln sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Autos in Deutschland in die Werkstätten geholt worden. Betroffen waren 1,66 Millionen Fahrzeuge nach 1,47 Millionen im Jahr zuvor, wie das Bundesverkehrsministerium auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion antwortete. Den größten Rückruf gab es 2015 laut den Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) bei BMW mit 396.000 Pkw wegen eines Fehlers im Beifahrer-Airbag. In diesem Jahr wird die Gesamtzahl noch stärker steigen - allein VW muss wegen des Abgas-Skandals um eine Manipulations-Software 2,5 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. 

Der Grünen-Verkehrspolitiker Markus Tressel nannte die große Anzahl der Rückrufe besorgniserregend. Immer schnellere Modellzyklen dürften nicht zu Schlampereien führen. Fehlende Sorgfalt bei der Produktion und Auswahl von Zulieferern verlangten den Autobesitzern in den vergangenen Jahren immer mehr ab. "Im schlimmsten Fall ist Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet, und Autofahrer schauen in die Röhre, da persönlicher sowie zeitlicher Aufwand und Ausfallzeiten des Pkws in der Regel zu ihren Lasten gehen."

In der Statistik werden neben Pkw auch Lastwagen, Busse, Wohnmobile und Krafträder erfasst. Zurückgerufen wurden Fahrzeuge auch aus Umweltgründen. Nach Angaben der Bundesregierung verstießen 2015 zwei Hersteller gegen Meldepflichten. Im Jahr 2010 waren noch 1,17 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen worden, 2011 gab es zwischenzeitlich einen deutlichen Rückgang auf 560.000 Fahrzeuge. 

Über einen längeren Zeitraum betrachtet, schneiden die großen deutschen Marken gut ab, wie eine Auswertung der Grünen-Fraktion auf Basis der amtlichen Zahlen ergab. Demnach waren zum Beispiel bei Opel von 2010 bis 2015 rund eine Million Pkw von Rückrufen betroffen. 

Zugleich wurden aber auch knapp 1,4 Millionen Opel-Fahrzeuge neu zugelassen. Dagegen standen etwa bei Honda 153.000 Neuzulassungen 337.000 zurückgerufene Pkw gegenüber. Nach dieser Betrachtung gab es etwa auch bei Skoda, Peugeot und Citroën sehr wenige Rückrufe. (dpa)



Mehr zum Thema Rückruf:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2016 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Licht-Test 2016

Weiter viele Blender unterwegs

Das Ergebnis des Licht-Tests 2016 fällt eher bescheiden aus. An 32 Prozent der überprüften Beleuchtungseinrichtungen gab es Beanstandungen. Damit hat sich die Mängelquote nur minimal verbessert.


img
Deutsche Leasing

Zweistelliges Plus im Flottengeschäft

Der Flottenmarkt in Deutschland boomt. Das sorgt auch bei der Deutschen Leasing für kräftige Zuwächse. Das Neugeschäft verbesserte sich in diesem Bereich um zwölf Prozent.


img
Ford "Langzeit-Testfahrt"

Und noch eine Runde

Ford schickt seine Aktion "Langzeit-Testfahrt" erneut in die Verlängerung. Auch 2017 können Gewerbekunden aktuelle Modellreihen ausgiebig testen.


img
Volkswagen

Neue Mobilitätsmarke heißt "Moia"

Bei modernen Fahrdienstleistungen per App spielt Volkswagen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Das soll sich nun ändern. Dafür wurde ein neues Tochterunternehmen gegründet, das von Berlin aus den Markt aufrollen soll.


img
"Nicht optimal"

Kritik an Rückruf-Seite des KBA

Verbraucherschützer bemängeln die Internetseite des Kraftfahrt-Bundesamtes: Sie mache es Nutzern zu schwer, Informationen über Rückrufe zu finden. Nun legen sie mit einem Gutachten nach.