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Fahrbericht Audi A3

Auf Anhieb vertraut

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Nach vier Jahren erhält die dritte Generation des Audi A3 die fällige Modellüberarbeitung.
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Äußerlich ist dem Audi A3 das Facelift kaum anzusehen. Dafür hat er erstmals einen Stau-Piloten an Bord, setzt sich beim Infotainment an die Spitze und fährt künftig auch mit einem Dreizylinder vor.

Von Michael Lennartz/sp-x

Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf. Hunderttausende von Kunden, die sich Jahr für Jahr für den deutschen Bestseller entscheiden, wissen dessen Qualitäten zu schätzen. Warum sollte das beim Audi A3 anders sein? Der edlere Konzernbruder basiert technisch auf dem Dauerbrenner aus Wolfsburg und hat allenfalls das Problem, sich als Premium-Ausgabe von dem Rivalen aus dem Mutterkonzern in angemessenem Maße abzuheben. Denn zu Netto-Preisen ab 19.579 Euro in der Basisversion liegt der modellgepflegte Ingolstädter Kompakte, wenn er Mitte Juli aufgefrischt in allen vier Karosserie-Varianten (Dreitürer, fünftüriger Sportback, Limousine und Cabriolet) bei den Händlern steht, rund 2.200 Euro über einem vergleichbaren Golf.

Rechtfertigt sich das durch den vielgerühmten "Vorsprung durch Technik"? Jein. Zumindest was die Motorenplatte angeht, eher nicht. Zwar reiht sich auch Audi in die Phalanx jener Hersteller ein, die dem Dreizylinder zu einer Fortsetzung seines Siegeszugs selbst in der Kompaktklasse verhelfen wollen, das erste Dreierpack unter der Haube des A3 stammt aber – natürlich – aus dem VW-Regal.

Das turbogedopte Ein-Liter-Triebwerk mit 85 kW / 115 PS, das im Golf längst zum Einsatz kommt, hat zwar mit dem murrigen und knurrigen Gehabe früherer Dreizylinder nichts mehr zu tun, die untertourige Trägheit konnten die Bayern ihrem Besteller aber nicht abgewöhnen. Bei höheren Drehzahlen geht's dann zügiger voran, allerdings wirkt das Motörchen dann sehr angestrengt und tut dies auch akustisch kund. Die nackte Fahrwerte (Tempo-100-Sprint in 9,7 Sekunden, 206 km/h) geben keinen Anlass zur Kritik, Ansprechverhalten und Abstimmung passen aber irgendwie nicht zu einem Premium-Produkt wie der A3.

Das große Plus des Dreizylinders, der erst "wenige Wochen" (O-Ton Audi) nach dem Verkaufsstart verfügbar sein wird: der geringe Normverbrauch von 4,5 Liter (104 g/km CO2-Ausstoß) und dem erwähnten Einstiegspreis. Der liegt zwar rund 420 Euro netto über dem Basistarif des Vorgängers, durch die Produktaufwertung mit serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfern und einem höherwertigeren MMI Radio plus samt ausfahrbarem Touchscreen und Bluetooth-Schnittstelle ist der A3 aber unterm Strich sogar günstiger geworden.

Drei Diesel-Aggregate

Ebenfalls neu im A3 ist der große Benziner im 2.0 TFSI. Das 140 kW / 190 PS starke Aggregat, das mit 244 km/h Spitze und einem Normverbrauch von 5,5 Litern angegeben wird, ist allerdings bereits aus dem größeren A4 bekannt. Der 1,4-Liter mit Zylinderabschaltung als dritte Wahlmöglichkeit an der Ottomotoren-Front bleibt ebenso unverändert im Programm wie die drei Diesel-Aggregate: der 1.6 TDI mit 85 kW / 110 PS, der mit 3,9 Litern Normverbrauch auch der genügsamste Vertreter des gesamten A3-Portfolios ist, und der 2.0 TDI in den Leistungsstufen 110 kW / 150 PS und 136 kW / 184 PS, wobei die stärkere Variante auch erst Verspätung für den Herbst angekündigt wird. Der S3 als sportliche Speerspitze der Kompakt-Baureihe mit den vier Ringen hat mit 228 kW / 310 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm eine kleine Leistungsspritze (plus 7 kW / 10 PS, plus 20 Nm).

Das immer wieder empfehlenswerte Doppelkupplungsgetriebe S-tronic schaltet sich jetzt durch ein Sieben-Gang-Menü, lediglich der 2,0-Liter-TDI muss sich noch mit sechs Schaltstufen begnügen. Und der Quattro-Antrieb wird optional (1.680 Euro netto) nur für die jeweils stärksten Benziner- und Diesel-Varianten angeboten. Lediglich die sportliche S3-Variante marschiert serienmäßig auf vier angetriebenen Rädern.

Da sich auch das Outfit des facegelifteten Audi A3, von einem leicht veränderten Kühlergrill, neuen Scheinwerfern und einer umgestalteten Heckleuchtengrafik abgesehen, nicht wesentlich von seinem Vorgänger unterscheidet und auch der feine und hochwertige Innenraum mit den weichen Kunststoffflächen auf Anhieb sehr vertraut wirkt, wird der Suchende bei den technischen Neuheiten erst im Bereich der Assistenzsysteme und des Infotainments fündig.

Immerhin hat der Audi A3 nun als erster Kompaktwagen auf Wunsch und einer Extra-Zahlung von 1.470 Euro netto im Paket den Stau-Piloten an Bord. Er bremst bis zum Stillstand und fährt selbsttätig wieder an, wenn sich der Verkehr verdichtet, und greift, wenn es sein muss, innerhalb der Spur auch in die Lenkung ein – bis zu einem Tempo von 65 km/h. Der "Emergency Assist", der das Fahrzeug sicher zum Stillstand bringt, wenn der Fahrer in einer Notsituation nicht mehr reagieren kann, gehört ebenso dazu wie das Frontkollision-Warnsystem "Pre Sense", das um einen Fußgängerschutz erweitert wurde, und ein Assistent, der vor querendem Verkehr warnt. LED-Matrixlicht findet sich ebenfalls erstmals auf der Optionsliste eines Kompaktautos.

Immer online

Vor allem aber ist der A3 nunmehr immer online. Er hat eine fest installierte SIM-Karte an Bord, die dem Besitzer stets die aktuellsten Navi-Karten und alle Audi-connect- Dienste sowie eine LTE-Flatrate mit Roaming in den wichtigsten EU-Ländern garantiert. Für den persönlichen Surfbedarf der Insassen über den WLAN-Hotspot muss freilich die eigene SIM-Karte oder das vernetzte Smartphone herhalten. Das ist für Android- und Apple-Geräte gleichermaßen möglich mit dem Schmankerl, dass die Mobilgeräte in der Mittelarmlehne kabellos aufgeladen werden können.

Der "Vorsprung durch Technik" ist also überschaubar. Und er wird sich innerhalb des eigenen Konzerns höchstwahrscheinlich wieder nivellieren, wenn im Herbst auf dem Pariser Salon der neue Golf zu erwarten ist.

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