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Fahrbericht Dacia Sandero

Günstig, nicht billig

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Dacia hat den Sandero geliftet.
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Dacia frischt seinen Kleinwagen Sandero auf. Der kostet immer noch nicht viel, bietet aber nun mehr Komfort.

Von Elfriede Munsch/SP-X

Der Sandero ist das beste Pferdchen im Dacia-Angebot. Kein Wunder, gehört der seit 2013 in zweiter Generation und ab 5.789 Euro netto erhältliche Kleinwagen zu den günstigsten Angeboten auf dem deutschen Markt. Zum obligatorischen Facelift gibt es ab Januar 2017 einen neuen und sparsamen Einstiegsbenziner. Außerdem haben die Designer sein Blechkleid aufgefrischt und im Interieur einige Verbesserungen vorgenommen.

Der neue Basismotor ist ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 54 kW / 73 PS. Das Aggregat gibt bei Dacia sein Debüt und ersetzt den bislang eingesetzten 1,2-Liter-Vierzylinder mit 55 kW / 75 PS. Das Downsizing-Triebwerk, das über keine Start-Stopp-Funktion verfügt, soll im Vergleich zum Vorgänger eine Spritersparnis von ca. zehn Prozent ermöglichen, so dass der Sandero nun einen Normwert von 5,2 Liter (CO2-Ausstoß: 117 g/km) aufweist. Das sind 0,6 Liter weniger als zuvor.

Und tatsächlich zeigte sich der Dreizylinder bei ersten Ausfahrten von seiner sparsamen Seite. Nach 100 Kilometer auf Küsten- und Landstraßen bei mäßigem Tempo zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 5,4 Litern an. Der Motor schnurrte bauarttypisch auch ohne Turbounterstützung munter drauf los, ohne allerdings aufdringlich zu lärmen, und hat wenig Mühe, das gut 1.000 Kilogramm schwere Fahrzeug zu beschleunigen. Vorausgesetzt, man nutzt die Fünfgang-Schaltung eifrig. Allerdings darf man keine Wunder erwarten, der Standardspurt benötigt 14,5 Sekunden, Spitze ist bei 162 km/h erreicht. Das Fahrwerk ist recht komfortabel abgestimmt, Bodenunebenheiten schluckt es tapfer. Natürlich eignet sich der Motor nicht zu rasanten Touren, dafür ist er nicht gedacht. Entspanntes Cruisen, mit gelegentlichem Sporengeben für Überholvorgänge funktioniert aber gut.

Wenn es etwas mehr sein darf: Neben dem Basisaggregat, für das sich wohl rund die Hälfte der Sandero-Kunden entscheiden wird, steht noch ein 0,9-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 66 kW/90 PS zur Wahl. Dieser begnügt sich mit durchschnittlich 4,9 Litern und bringt es auf immerhin 140 Nm. Dieses Triebwerk ist auch als Flüssiggas-Variante im Angebot. Ebenfalls mit 66 kW/90 PS wartet der 1,4-Liter-Diesel auf, der wie der gleich starke Benziner alternativ zum Fünfgang-Handschalter mit einem automatisierten Schaltgetriebe angeboten wird.

Kosmetische Veränderungen am Blech

Bei den kosmetischen Veränderungen am Blech haben die Designer sich an dem Erfolgsmodell Duster orientiert. Der Kühlergrill weist jetzt mit ein wabenförmiges Gitter auf. Darüber hinaus wurden die Scheinwerfer überarbeitet, die fortan ein integriertes LED-Tagfahrlicht am äußeren Rand bieten. Auch die Rückleuchten zeigen eine geänderte Signatur.

Im Innenraum wurde neben den klassischen Zutaten eines Facelifts wie neue Polsterstoffe und chromfarbene Applikationen an praktischen Verbesserungen gearbeitet. So befinden sich nun die elektrischen Fensterheber in den Türrahmen und nicht mehr in der Mittelkonsole. Außerdem gehen die Dacia-Modelle mit der Zeit und bieten eine12-Volt-Steckdose an, an der sich Smartphones laden lassen. Insgesamt wirkt das Interieur – zumindest in der höchsten Ausstattungslinie – für die aufgerufenen Preise recht ansprechend. Man muss aber mit einfachen Sitzen, die zudem sehr kurze Sitzauflagen haben, leben. Abdeckungen für die Schminkspiegel in den Sonnenblenden fehlen weiterhin. Der Kofferraum kann mit 320 Liter Stauvolumen aufwarten, legt man die Rücksitzlehnen um, sind bis zu 1.200 Liter möglich. Der Zugang erfolgt über ein altmodisches Drückschloss, die anderen Türen haben fingernagelfeindliche Klappgriffe. Die Türen fallen zudem blechern ins Schloss.

Käufer des Sandero achten zwar auf den Preis, aber ein wenig Komfort darf schon sein. Das magere Basisniveau Essentiel, das unter anderem ohne Radio, elektrische Fensterheber, höhenverstellbaren Fahrersitz und Klimaanlage vorfährt, spricht eher Puristen an. Wer die höchste Komfortlinie "Laureate" wählt (ab 7.638 Euro netto) hat unter anderem Klimaanalage, elektrische Helfer für Fensterheber und Außenspiegel, Radio, Bordcomputer sowie einen höhenverstellbaren Fahrersitz und ein in der Höhe justierbares Lenkrad an Bord. Als Extras offeriert Dacia für Laureate noch 15-Zoll-Leitmetallfelgen (252 Euro netto), Leder (420 Euro netto) und Metallic-Lack (394 Euro netto). Eine Rückfahrkamera samt hintere Parksensoren gibt es in Verbindung mit Navi (151 Euro netto) für 294 Euro netto. Moderne Konnektivitätslösungen sind aber nicht im Programm. Selbst wer alle Optionen bestellt, bleibt weiterhin deutlich unter den Preisen anderen Kleinwagen. Allerding muss man Abstriche bei der mittlerweile bei anderen Kleinwagen üblichen oder zum Teil gegen Aufpreis verfügbaren Sicherheitsausstattung machen. Einen Notbremsassistent gibt es genauso wenig wie andere elektronische Helfer wie Spurhaltewarner oder Verkehrszeichenerkennung. Xenon- oder gar LED-Scheinwerfer sind ebenfalls – weil viel zu teuer – nicht im Angebot. Immerhin gewährt Dacia drei Jahre Garantie oder 100.000 Kilometer Laufleistung auf seine Fahrzeuge.

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