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Fahrbericht Hyundai Kona

Der kleine Ironmann

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Mit dem Kona ist nun auch Hyundai in der Klasse der kleinen SUV vertreten. Der Koreaner setzt vor allem auf prägnantes Design.
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Abwarten, beobachten, später loslegen - aber dann richtig: Hyundai hat sich bei seinem Start ins Segment der kleinen SUV Zeit gelassen. Das Warten hat sich aber gelohnt.

Von Peter Weißenberg/sp-x

3,8 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen: Wer beim Triathlon vorn sein will, braucht Stehvermögen. Gerade war das beim Ironman in Kona auf Hawaii zu sehen. Patrick Lange hat da das Feld von hinten aufgerollt und erst auf den letzten Kilometern gesiegt. Hyundais Deutschland-Geschäftsführer Markus Schrick will es genauso machen – und findet es darum prima, dass der neue B-SUV der Koreaner "auch auf den Namen Kona hört". Der 4,17 kurze Kraxler nimmt nämlich auch reichlich spät in Wettbewerberfeld Fahrt auf; Renault Captur, Nissan Juke oder Mini Countryman streiten da schon lange um die Spitzenposition. Aber der Kona will ab 4. November einiges besser machen als die etablierten Konkurrenten.

Anders als Captur hat der Kona etwa die Option Allrad. Anders als der Juke neueste Assistenzsysteme wie Querverkehrswarner und aktiven Spurhalter. Zudem liegt der Netto-Einstiegspreis von 14.705 Euro im unteren Bereich des Wettbewerbs. Dafür gibt es auch eine jugendlich-agile Straßenlage. Bei Fahrten rund um Barcelona vermittelt das Lenkrad guten Kontakt zur Straße, in "Sport"-Einstellung geht es zügig-straff voran. Allerdings zeigt der Basis-Dreizylinder dann auch recht schnell, wo ihm Dampf und Durchzug ausgehen. Ungefähr da, wo ein Patrick Lange gerade erst den Turbo einlegt.

1,6-Liter Benziner mit 177 PS

Aber für das Überholen haben die Kona-Macher ja noch ab 21.008 Euro netto den 1,6-Liter großen Benziner mit 177 PS im Angebot. Der Vierzylinder holt aus seinem Turbo wesentlich mehr Vehemenz. Da kommen fast schon Dieselgefühle beim Beschleunigen mit dem zügig schaltenden Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf; in 7,9 Sekunden ist die 100-Stundenkilometer-Marke erreicht – mehr als 200 Sachen sind in diesem Kona drin. Und eine Agilität, spritziger als der auch noch recht frische Kompakte Hyundai i30. Wer es so eilig will, muss allerdings ähnlich wie der Zwischensprinter beim Ironman kräftig nachtanken. Die 6,7 Liter Norm-Durchschnitt sind bei schnellen Tempowechseln und hohen Geschwindigkeiten illusorisch. Beim Mitbummeln im Verkehr kann der Schnitt aber wenigstens im Blick bleiben – genau wie die knapp fünf Liter im kleineren Benziner.

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Auch entspanntes Gleiten bereitet indes im Kona Vergnügen. In bequemen Sitzen – auf Wunsch auch beledert, beheizt und belüftet – reist es sich angenehm. Die Sitzposition ist erhöht, aber nicht so abgehoben wie etwa in einem Hyundai Tuscon oder Opel Mokka. Es fühlt sich mehr nach Kombi als Geländewagen an. Auch hinten reicht der Platz für zwei Erwachsene auf längerer Fahrt. Für deren Gepäck ist mit 361 Litern dann immer noch Platz. Hoher Nutzwert und leichte Bedienbarkeit sind ja gerade im B-Segment wichtige Verkaufsargumente - trotzdem soll es natürlich nach mehr Abenteuer als in einem Polo, i20 oder Corsa aussehen. Darum ist auch der Kona ähnlich wie NIssans Juke oder der Toyota C-HR ein Schaf im Wolfspelz: von außen mit dreigeteilter Licht-Optik, plastikbeplankt und auf Wunsch mit schwarzem Dach über poppigen Außenfarben. Ein Glasschiebedach kostet 504 Euro netto extra.

Navi und Musikstreaming per Apple CarPlay und Android Auto

Innen ist der Kona zwar auch mit netten Farbakzenten versehen, sonst aber in schwarz-grauer Ernsthaftigkeit bemüht, Kompaktklassen-Feeling zu versprühen. Alles ist da, wo es hingehört - und anders als bei manchem Konkurrenten gibt es auch noch Tasten, wo das schlichtweg praktischer ist; bei der Klimaanlage zum Beispiel. Im Einstiegsmodell geht mit Touch gar nichts – aber auch das Fünf-Zoll-LCD-Display reicht da als Infocenter für Radio oder Bluetooth-Anbindung des Handys. Wer ein gutes Smartphone hat, für den ist schon die nächstgrößere Infotainment-Version empfehlenswert. Die hat ein Sieben-Zoll-Touchscreen und ebnet Navi und Musikstreaming per Apple CarPlay und Android Auto den Weg ins Auto. In der Top-Version (714 Euro Netto-Aufpreis ab zweiter von vier Ausstattungsvarianten "Trend”) leistet das ein acht Zoll großer Touchscreen mit Rückfahrkamera und Festplatten-Navigation, Sehr fair: Lebenslang sind dabei Daten-Updates für den Pfadfinder integriert. Das Smartphone kann im Kona übrigens induktiv geladen werden. Sehr gut abzulesen selbst bei praller Sonne ist auch das optionale Head-up-Display. Alle wichtigen Infodaten werden dabei auf eine kleine Glasscheibe mit großer Lichtstärke gespiegelt. Das entspannt beim Fahren zusätzlich.

Die 2,60 Meter Radstand federn die Reisenden dieweil auf allen Plätzen ausgewogen durch den Verkehr – macht Lust auch auf Langstrecken. Mit dazu bei trägt sicher die verhältnismäßig große Breite von 1,80 Meter. Auch Triathleten-Schultern stoßen da nicht aneinander. Die Passagiere werden sich aber nicht nur wohl, sondern auch sicher im Kona fühlen. Denn mit Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Querverkehr- und Totwinkelwarner für den hinteren Fahrzeugbereich und Fernlichtassistent ist das SUV teils sogar serienmäßig ausgerüstet. Einen Patzer leisten sich die Koreaner nur mit dem fehlenden adaptiven Geschwindigkeitsregler, wie er etwa im Seat Arona und dessen Schwestermodellen aus dem VW-Konzern zu haben sein wird.

Ab April wird ein Dieselaggregat mit 115 oder 136 PS und 320 Newtonmetern Drehmoment nachgelegt, das Hyundai gerade komplett neu entwickelt. Im Juni des nächsten Jahres startet gar der erste Elektroantrieb der Klasse im Kona. 390 Kilometer realistische Reichweite, auf Wunsch auch Allrad und keine Einbußen beim Platz verspricht der Hersteller. Und im Dezember folgt die stärkere LG-Batterie mit 500 Kilometer Reserve. Geschäftsführer Schrick ist darum optimistisch wie ein Triathlet in Kona: "Wir kommen nach vorne."

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