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Fahrbericht Mercedes GLC Coupé

Schräger Schwabe

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Stolz sind die Stuttgarter auf die eigenständige Optik des Mercedes GLC.
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Was mit dem GLE Coupé bereits ganz gut klappt, soll nun auch eine Nummer kleiner mit dem GLC bestens funktionieren. Zum Mercedes-Händler rollt der Crossover im September.

Von Michael Specht/SP-X

Nachfrage bestimmt das Angebot. Wer einst gedacht hatte, SUV-Coupés seien nur etwas für Abgedrehte, denen ein normaler SUV nicht mehr "cool" genug daherkommt, irrt. Das Segment boomt. BMW kann gar nicht so viele X6 und X4 herstellten, wie bestellt werden. Mercedes hat im vorigen Jahr mit dem GLE Coupé reagiert. Jetzt geht es ein Segment tiefer weiter, mit dem GLC Coupé, intern C 253 genannt.

Stolz sind die Stuttgarter Entwickler auf die Eigenständigkeit ihres schrägen Typen. Das gilt nicht nur für die etwas muskulösere Karosserie, sondern auch für das Fahrwerk. Der Fokus lag klar auf Sportlichkeit und Fahrspaß. Exklusiv für das Coupé kann man entweder eine Stahlfederung mit Dämpferverstellung oder eine Luftfederung ordern. Beide lassen sich über einen Schalter auf der Mittelkonsole konfigurieren, je nach Lust und Laune oder Fahrstrecke. Zudem spendierte Mercedes seinem Schützling eine eigene Lenkung, die mit einer Übersetzung von 15:1 – der normale GLC hat 16:1 – äußerst direkt übersetzt ist.

Das spürt der Fahrer schon auf den ersten Kilometern deutlich. Das GLC Coupé reagiert handlich und agil, durchzieht Biegung jeder Art wie auf Schienen und fühlt sich insgesamt kompakter an, als die 4,73 Meter Karosserielänge anfangs vielleicht vermuten lassen würden. Das ganze Auto ist sehr harmonisch abgestimmt, rollt extrem leise ab, lässt wenig Windgeräusche nach innen, federt komfortabel selbst auf schlechtem Untergrund und lässt sich gleichzeitig beherzt um die Kurven treiben. Hier füllt Mercedes seinen Slogan "Der Sportwagen unter den Mid-Size-SUV" wirklich mit Inhalt.

Das Heckfenster gleicht ieiner Schießscharte

Tribut zollt der Fahrer des GLC Coupé dem Ganzen mit einer extrem schlechten Sicht nach hinten. Das Heckfenster gleicht im Rückspiegel eher einer Schießscharte. Und es hilft auch wenig, wenn die Designer die Aerodynamik so ausgefeilt haben, dass der Wagen keinen Heckwischer benötigt. Mit dem GLC Coupé zu rangieren, ist ein kleiner Nervenkrimi. Es wundert wenig, dass Mercedes hier gleich eine Rückfahrkamera in die Serienausstattung gepackt hat.

Weitere Einschränkungen muss der GLC-Coupé-Kunde auch beim Kofferraum hinnehmen, wenn auch geringe. Immerhin passen noch 500 Liter hinein, 50 weniger als im normalen GLC. Auf 200 Liter summiert sich die Differenz, wenn die Rücksitzlehnen umgelegt werden. Doch 1.400 Liter Maximal-Volumen sind ein Wert, den selbst mancher Mittelklasse-Kombi nicht schafft. Ebenso überrascht der Platz im Fond. Das Coupé ist immerhin ein Fünfsitzer. Erwachsen bis Körpergröße 1,80 Meter müssen weder Knie noch Kopf einziehen, sind kommod untergebracht. Es fühlt sich enger an als es in Wirklichkeit ist. Auch dies hängt mit dem nach hinten abfallenden Dach zusammen.

Zum Marktstart im September – bestellt werden kann das GLC Coupé schon jetzt – stehen drei Motoren zur Auswahl, als Basis-Benziner (250 4Matic) der Zweiliter-Vierzylinder mit 211 PS und als Diesel der 220 d sowie 250 d. Hierbei handelt es sich allerdings noch um den älteren 2,2-Liter OM 651 mit entweder 170 oder 204 PS. Jüngst hat Mercedes einen brandneuen und hochmodernen Zweiliter-Selbstzünder (intern OM 654) vorgestellt. Dieser steckt bislang nur in der E-Klasse. Weitere Motorisierungen will Mercedes später nachreichen, darunter einen V6-Diesel (GLC 350 d), einen Einstiegs-GLC 200 d mit 136 PS und Heckantrieb sowie einen stärkeren Vierzylinder-Benziner (GLC 300 mit 245 PS). Die leistungshungrige Fraktion bedient dann die Tuning-Tochter AMG ab Dezember mit dem GLC 43, dessen V6-Biturbo es auf 367 PS bringt, passend zum bayerischen Konkurrenzmodell X4 M40i mit 360 PS.

Sparfüchse kommen Ende auf ihre Kosten

Und auch Sparfüchse kommen Ende des Jahres noch auf ihre Kosten. Wie schon den normalen GLC wird Mercedes auch das Coupé mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb ausstatten. Dieser bringt es auf eine Systemleistung von 320 PS, fährt bis zu 34 Kilometer rein elektrisch, lässt sich in ein paar Stunden wieder zu Hause aufladen. Vorausgesetzt man nutzt die volle Batteriekapazität, kommt man auf einen CO2-Ausstoß von nur 59 g/km. Dies entspricht einem Verbrauch von 2,6 Litern pro 100 Kilometer. Laut Mercedes ein Bestwert im Segment.

Dennoch dürfte der Diesel zur Hauptantriebsquelle im GLC Coupé werden. Empfohlen sei hier die 204-PS-Version, die ihr maximales Drehmoment von 500 Newtonmeter bereits bei kurz über Leerlaufdrehzahl in die 9-Gang-Automatik schickt und den schrägen Schwaben zu einem sehr entspannt zu fahrenden Auto macht. Lediglich beim Beschleunigen macht der Dieselmotor akustisch auf sich aufmerksam. Rollt die Fuhre erst einmal, ist vom Selbstzünderprinzip nichts mehr zu hören. Und man merkt wohl erst an der Tankstelle, was unter der Haube steckt. Zwar ist der Normverbrauch von 5,0 l/100 km im Realbetrieb reines Wunschdenken, doch unter sieben Liter lässt sich das GLC Coupé ohne Anstrengung bewegen.

Wie gewohnt hält Mercedes seitenweise Wunschausstattungen parat, sei es fürs Wohlfühlen im Innenraum, für den optischen Auftritt oder für die Sicherheit. Die Preisliste umfasst 56 Seiten. Und es ist ein Leichtes, sich seine Individualisierung viel kosten zu lassen. Das Coupé beginnt als GLC 250 4Matic bei 41.550 Euro netto, was ausstattungsbereinigt etwa 1.680 Euro ohne Mehrwertsteuer über dem Preis der Steilheckversion liegt. "Dafür verfügt es serienmäßig über ein Sportfahrwerk, ein Chrom-Paket, die Rückfahrkamera, den Keyless Start und eine Mischbereifung", sagt Alessa Eiberger vom Produkt-Management. Das GLC Coupé als 220 d 4Matic kostet 42.000 Euro netto. Der von uns gefahrene stärkere Diesel GLC 250 d startet bei 43.100 Euro netto. Vom Band rollt das Coupé ausschließlich in Bremen.

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