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Fahrbericht Mini John Cooper Works Clubman

Im Club der schnellen Kombis

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Mini beschert seinen Fans und denen, die es noch werden wollen wieder einmal die eierlegende Wollmilchsau in Form eines Kleinwagen-Kombis, der Lifestyle-Faktor besitzt und schnell ist - den Mini JCW Clubman.
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Die ehemalige Tuningschmiede John Cooper Works gehört heute längst zum Konzern, und die JCW-Modelle sind die Spitzenversionen. Das funktioniert auch mit dem neuen Clubman wieder wunderbar.

Von Patrick Broich/SP-X

Mini beschert seinen Fans und denen, die es noch werden wollen wieder einmal die eierlegende Wollmilchsau in Form eines Kleinwagen-Kombis, der Lifestyle-Faktor besitzt und schnell ist. Mini drückt es distinguierter aus – es handelt sich also um den längst etablierten Allrounder mit dem klangvollen Namen Clubman – 1.250 Liter Stauvolumen bei umgeklappten Rücksitzen sind inbegriffen, nicht Spitzenklasse, aber schon eine ordentliche Basis. Die rasante Allzweckwaffe sieht in der aktuellen Ausbaustufe in der Tat schick aus mit den mächtigen LED-Schlussleuchten.

Und nicht nur die sind mächtig, denn unter der Motorhaube des stärksten Kombis schlägt das zwei Liter große JCW-Herz mit Aufladung und vier Zylindern. Das pumpt inzwischen ansehnliche 170 kW / 231 PS in den Antriebsstrang – vorsichtshalber zählen zu dessen Bestanteilen auch stets zwei angetriebene Achsen, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, mit zerrendem Lenkrad los zu schliddern. Kostenpunkt: sportliche 35.800 Euro inklusive ein paar Schmankerln wie LED-Scheinwerfer, schlüssellosem Schließsystem, Sportsitzen samt feinem JCW-Logo sowie Tempomat.

Kenner sollten sich nicht zu sicher wähnen, wenn sie das Topmodell an der Heckschürze mit dem markanten Diffusor zu identifizieren glauben – diesen Trimm gibt es auch für die schwächeren Modelle. Die Auspuffendrohre allerdings sehen hier anders aus.

Reichlich Männerspielzeug an Bord

Genügend Fakten, um neugierig zu machen. Der Appetit ist angeregt, der Finger liegt auf dem Retro-Wippschalter alias Anlass-Taste – "Gentleman, please start the engine". Da sprotzelt der Vierzylinder auch schon los mit seiner leicht röhrenden Stimme, verstärkt durch die Effekte eines lupenreinen Sportauspuffes alter Schule mit Klappe. Schön, dass es so etwas noch gibt. Je nach Einstellung zeigt der serienmäßige Monitor, wie viel Leistung durch die jeweilige Gaspedalstellung gerade abgerufen wird – der JCW geizt also nicht mit Männerspielzeug.

Apropos Spielzeug, überall in der Fahrgastzelle finden sich LED-Elemente, die irgendwelche Botschaften in farbenfroher Weise übermitteln wollen. Ob man gerade ökologisch fährt oder den Mini fliegen lässt, jeder Fahrcharakter hat seinen eigenen Farbton. Dieses Lichtspiel macht sogar vor der Fußraumbeleuchtung nicht Halt. Da ist eine Lagerbildung vorprogrammiert, die einen werden schnell nach dem Knopf zum Abschalten rufen, während die anderen diesem Feature die maximale Coolness bescheinigen. Sei es drum, jetzt wird endlich losgefahren. Obwohl das Sechsgang-Schaltgetriebe perfekt zu dem Briten gepasst hätte, hat Mini bei dieser Vorstellung ausschließlich Automaten im Gepäck.

Immerhin kann die Wandler-Ausgabe mit acht Gängen aufwarten und durch einen Minderverbrauch von über einem halben Liter/100 km (gemittelter NEFZ) gegenüber der Variante mit mechanischem Getriebe glänzen – ob man den Mehrpreis von 2.100 Euro dadurch wieder hereingefahren bekommt, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls trägt das automatische Getriebe zum Komfort bei, macht aus dem JCW plötzlich ein Kompromiss-Auto. Aber gut, das ist er ja durch sein Clubman-Dasein ohnehin schon.

Mini bleibt Mini

Und ganz ehrlich, der JCW klingt aufregend und hat mit 6,3 Sekunden Standardsprint-Werksangabe Sportler-Traummaße, aber so ein bisschen fehlt dem erwachsen gewordenen Kleinwagen der Biss. Nicht, dass er langsam wäre, doch während die Tachonadel flugs über die Skala eilt, fühlt man sich fast schon ein wenig abgeschottet. Und obwohl der stärkste Clubman durchaus straff federt, filtern Fahrwerk, Lenkung und überhaupt die ganze Karosse samt ihrer Dämm-Charakteristik das Fahrerlebnis und machen es glatt. Aber ein Mini ist eben auch kein Caterham oder Lotus.

Der Mini muss vielmehr den Habenwollen-Faktor noch immer bei einer kritischen Masse an Menschen auslösen, darf kein Nischenprodukt sein, schließlich will der BMW-Konzern ordentlich davon verkaufen. In der hier besprochenen Ausgabe besetzt er natürlich sehr wohl eine Nische, die andere Hersteller nicht berücksichtigen. Ihre Hausaufgaben haben die Ingenieure jedenfalls gemacht, so darf der exzentrische Kombi wohl als einer der bestverarbeiteten Kleinwagen durchgehen. Auch die Gestaltung ist mit viel Liebe zum Detail vollzogen worden, um das zu erkennen, reicht schon ein flüchtiger Blick in den flippigen Retro-Innenraum. Ein Schnäppchen ist der starke Allradler übrigens nicht. Man kann den Wahlbriten rasch über die 40.000 Euro-Schwelle hieven, wenn man oberklassige Features à la Headup-Display, E-Sitze mit Lederbezug, Soundsystem oder Aktiv-Tempomat haben möchte. Immerhin sind die wichtigsten Sicherheitsfunktionen bereits an Bord – dazu gehört auch die heute erwartete autonome Notbremsung.

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