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Fahrbericht Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid

Stromern im Gelände

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Mitsubishi hat den Outlander PHEV geliftet.
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Mitsubishi hat jüngst sein heimliches Flaggschiff renoviert. Das fährt jetzt elektrisch etwas weiter. Notfalls auch im Gelände.

Von Peter Maahn/SP-X

Mit dem 4,70 Meter langen Outlander hat Mitsubishi einen heimlichen Bestseller im Programm. Fast ein Drittel aller knapp 3.500 in den ersten vier Monaten zugelassenen Autos dieses Typs haben einen sogenannten Plug-In-Hybrid unter der Haube. Bei keinem anderen SUV ist der Anteil so hoch. Jetzt haben die Japaner die elektrische Reichweite des Teilzeit-Stromers auf 54 Kilometer erhöht und ihm zudem einige technische Schmankerln spendiert. Die Preise beginnen bei 39.990 Euro.

Unter den bisher fast 15.000 neu zugelassenen Mitsubishi-Modellen in diesem Jahr glänzt ein Edelstein ganz besonders. "Der Outlander ist unser Schmuckstück geworden", freut sich Kolja Rebstock. Er war 23 Jahre bei Daimler und sitzt seit Anfang April auf dem Chefsessel der deutschen Dependance von Mitsubishi. "Dieser SUV ist etwas ganz Besonderes in unserem Programm", erläutert der 49jährige. "Bei keinem seiner Mitbewerber ist der Anteil an Hybridversionen so hoch wie bei ihm."

Gleich drei Motoren treiben den recht gewaltig wirkenden Fünftürer an. Der 89 kW / 121 PS starke Zweiliter-Benziner wird von zwei 60 kW / 82 PS-Elektromotoren unterstützt, die in Bug und Heck auf ihren Einsatz warten. Die Batterie (zwölf kWh) ist sicher zwischen den Achsen untergebracht. Während der klassische Verbrennungsmotor nur die Vorderachse versorgt, wird die Kraft der beiden Stromer durch ausgeklügelte Elektronik bei Bedarf auch an die Hinterachse geschickt. Aus dem Outlander wird ein Allradler.

Bekanntlich nutzen nur ganz wenige Eigner einen solchen SUV abseits fester Straßen. Da macht auch der Outlander keine Ausnahme. Doch er könnte durchaus auch mal ins Gelände abbiegen, wenn den Fahrer der Offroad-Hafer sticht und er seine einsame Waldhütte über schlammige Pfade erreichen will. Tatort Sperenberg vor den Toren Berlins. Ein riesiger früherer Flugplatz der Roten Armee, der zeitweise als Standort für den Hauptstadtflughafen im Gespräch war. Mitten im Wald gelegen gibt es hier recht wildes Gelände, steile Hügel und tiefe Wasserlöcher. Ein Testareal für einen Allrad-Stromer?

Nur bedingt: Denn die Batterie im Untergeschoß kommt beim Krabbeln über Geröll gefährlichen Felsbrocken bedenklich nahe. Auch das Erklimmen sandiger Anstiege fällt dem Drei-Herzen-Mobil schwerer als klassischen Geländewagen. Aber dennoch kann man sich mit ihm auf ein Terrain wagen, das für Limousinen oder reine frontgetriebene SUV Sperrgebiet ist. "Eine Eigenschaft, die eine besondere Kundengruppe besonders schätzt", berichtet der neue Chef. "Forstbehörden, Polizei oder auch Rettungsdienste haben sich für den Outlander entschieden, weil sie im Normalbetrieb sparsam unterwegs sind, aber auch mal im Einsatz widrige Bedingungen meistern können".

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Dafür hat die aktuelle Version des Fünftürers ein besonderes Extra. Zwei 230-Volt-Steckdosen machen ihn zum Generator in der Wildnis. An ihr kann die Polizei zu Beispiel einen Lichtmast anstöpseln, der einen Tatort ausleuchtet. Freizeitsportlern können fern vom nächsten Stromnetz ihre E-Bikes nachladen oder Picknick-Fans Kühlbox und Elektrogrill anwerfen. "Die Kapazität der Batterie reicht dafür allemal aus", sagt Kolja Rebstock.

Die wahre Domäne des Outlanders bleibt jedoch das entspannte Cruisen auf festen Straßen. Frei von sportlichen Ambitionen ist er ein treuer Partner auf Langstrecken und für den Familienausflug. Das Zusammenspiel zwischen den drei Motoren läuft dabei völlig automatisch ab. Der Mitsubishi lässt sich dennoch durch vier Tasten beeinflussen: "Charge" drücken bewirkt, dass der Verbrennungsmotor ständig den Akku bei Laune hält und nachlädt. "EV" steht für den rein elektrischen Betrieb zum Beispiel, wenn es eine Umweltzone zu durchqueren gilt. Zuvor sollte aber die Taste "Save" betätigt werden, die die Batterie daran hindert, unnötig Strom zu verbrauchen. Soll permanent mit Allrad gefahren werden, ohne dass die Elektronik ständig zwischen den Antriebsarten hin und herschaltet, hilft ein runder Knopf mit der Aufschrift "4WD Lock". Klingt kompliziert, erlernt sich aber recht schnell und birgt sogar Spaßpotenzial.

Durch den tiefen Schwerpunkt lässt sich das Zwei-Tonnen-Schiff stressfrei auch um Biegungen manövrieren, solange man nicht zum Kurvenräuber werden will. Die Spitze ist auf 170 km/h begrenzt, im rein elektrischen Betrieb auf 120 km/h. Bis die Tachonadel aus dem Stand heraus die 100er-Marke erreicht, vergehen elf Sekunden. Der Normverbrauch von nur 1,7 Litern klingt gut, ist aber der immer noch gültigen Messmethode geschuldet. Bei voller Batterie, die den Outlander zwischendurch immer wieder zum Stromer macht, sind es gut fünf Liter auf 100 Kilometer. Ist der Strom verbraucht und muss erst wieder durch den Benziner reaktiviert werden, steigt natürlich der Durst. 10 Liter sind dann fällig. Als rein elektrische Reichweite stehen jetzt 54 Kilometer im Datenblatt. Ein Wert, der bei behutsamer Fahrweise auch erreichbar ist.

Daheim kann der Outlander dann an die Steckdose. Gut fünf Stunden dauert es, bis der Akku wieder voll ist. An einer Schnellladestation reichen 25 Minuten, um den Vorrat wieder auf 80 Prozent zu bringen. Auch Kolja Rebstock weiß, dass die sogenannte Plug-In-Technologie nur solange im Einsatz sein wird, bis reine Elektroautos dank stärkerer Batterien auf vernünftige Reichweiten kommen. Da Mitsubishi seit letztem Jahr Renault-Nissan als größten Anteilseigner mit an Bord hat, sind E-Autos mit den drei Diamanten keine Vision mehr. Rebstock: "Wir werden aber auch dann unsere Gene als Hersteller von SUV und Geländewagen pflegen. Aber eben mit leistungsstarken Elektromotoren."

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