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Fahrbericht Nissan Micra

Achtung, Blickfang!

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Nissan hat den Micra neu aufgelegt.
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Nissan krempelt sein traditionsreichen, über 30 Jahre alten Kleinwagen Micra völlig auf links und stellt mit dem gewachsenen Neuling einen optischen Hingucker auf die Straße. Der offenbart hilfreiche Seiten.

Von Patrick Broich/SP-X

Zackig geformte Scheinwerfer, scharfe Sicken und schneidige Rückleuchten machen den Nissan Micra neuerdings ganz schön männlich. Das Frauenauto-Image? Hinweggefegt. Als Basismotor fungiert der 54 kW / 73 PS starke Einliter-Dreizylinder (10.915 Euro netto) mit einem Verbrauch von 4,6 Litern im gemittelten NEFZ. Darüber rangiert der 66 kW / 90 PS Direkteinspritzer-Turbobenziner ab 13.268 Euro netto und sogar mit einem Minderverbrauch von 0,2 Litern gegenüber dem Basis-Otto. Dieselfans bekommen den gleich starken und bereits bekannten 1,5-Liter ab 13.605 Euro ohne Mehrwertsteuer, der mit 3,7 Litern NEFZ-Durchschnitt ziemlich sparsam ist. Klingt beschaulich, ist ja auch nur ein Kleinwagen.

Das hört die Nissan-Produktmannschaft allerdings überhaupt nicht gerne und weist beispielsweise auf die zusammen mit dem Soundspezialisten Bose eigens für den Newcomer entwickelte Klanganlage hin. Die Japaner sind stolz auf ihren Premium-Sound, und weisen die Passagiere während des Einstiegs bereits mit einem an den Vordersitzlehnen angebrachten Label auf die Zusammenarbeit hin. Doch das gerät wieder in Vergessenheit, wenn man erst einmal in die ausgezeichnet konturierten Sitze gefallen ist. Denn erstens mutet die Verarbeitung ausgesprochen hochwertig an, und zweitens lässt die großzügig angebrachte Rindshaut vor allem an der Armaturentafel Assoziationen an höhere Fahrzeugklassen anklingen. Operation gelungen. Die poppig-peppigen Farben könnten hilfreich sein, um insbesondere jüngere Klientel an die Bestellsysteme zu locken.

Dass der Kleinwagen ganz schön erwachsen geworden ist, dokumentiert auch ein um 7,5 Zentimeter gewachsener Radstand auf nunmehr 2,52 Meter sowie die Längenzunahme auf inzwischen propere vier Meter. Über Platzprobleme muss man hier nicht diskutieren.

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Kleines Kraftpaket

Über die Motorenwahl sollte man es dagegen sehr wohl. Der harmonischste Antriebsstrang ist ausgerechnet derjenige, dem Nissan hierzulande lediglich zehn Prozent Marktanteil prognostiziert. Das dürfte nicht zuletzt mit den höheren Kosten für den Dieselmotor zusammenhängen – doch der Mehraufwand, den die typische Wenigfahrer-Kundschaft in diesem Segment durch die geringeren Treibstoffkosten vermutlich nicht wettmachen kann, lohnt definitiv, wenn man Wert auf Fahrkultur legt. Denn das kleine Kraftpaket ist laufruhig und entfaltet seine Leistung so angenehm linear, als handele es sich um einen größervolumigen Sauger. Darüber hinaus überzeugt hier auch das Fünfganggetriebe erstens mit leichter Schaltbarkeit und zweitens mit geschmeidigen Übergängen beim Einkuppeln nach dem Gangwechsel.

Der charakteristisch-kernig klingende Dreizylinder-Turbobenziner will dagegen ordentlich auf Drehzahl gehalten werden, um hurtigen Vortrieb zu leisten, was den Papier-Verbrauch zunichtemachen könnte. Wer nur im urbanen Bereich herumkurvt, wird auch mit diesem Triebwerk leben können und das Nachschwingen beim Kuppeln verschmerzen. Insgesamt hinterlässt der Micra allerdings einen ordentlichen Fahreindruck, und bereits nach 50 Kilometern Fahrt kristallisiert sich heraus, dass man seine Wahl auch auf Strecken von mehreren hundert Kilometern nicht bereuen würde. Fahrwerk, Lenkung und Sitze nämlich sind für sich genommen fein und harmonieren auch noch wunderbar zusammen.

Viele Assistenten von der Autonom-Bremsung inklusive Fußgänger-Erkennung über 360 Grad-Rundumkamera bis zur Spur-Hilfe wachen über Wohl und Wehe der menschlichen Fracht. Letzterer hält den Micra im Falle eines unbeabsichtigten Schwenks übrigens nicht per Lenkkorrektur, sondern über gezieltes Abbremsen der Räder in der Bahn – eine Aktion, die bequem über das ESP-Steuergerät vorgenommen werden kann und womöglich dabei hilft, ein wenig Kosten zu sparen. Apropos Kosten: Wer den Micra ganz im Sinne höherer Segmente fürstlich ausstattet mit Top-Infotainment und Highend-Sound, muss sich über einen Preis jenseits der 17.000 Euro netto nicht wundern. Nur wo bleiben das Automatikgetriebe und der aktive Tempomat? Vielleicht beim nächsten Facelift, man muss sich ja auch noch steigern können.

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