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Fahrbericht Nissan Qashqai Facelift

Schicke Front, schlaue Helfer

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Damit der Qashqai für Nissan weiterhin die Cash-Cow bleibt, haben die Japaner das SUV jetzt gründlich überarbeitet.
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Nach gut vier Jahren frischt Nissan den Qashqai auf. Die optischen Retuschen stehen dem Japaner gut zu Gesicht, auf die versprochenen Technikschmankerl wie teilautonomes Fahren oder Smartphone-Anbindung muss man allerdings noch ein bisschen warten.

Von Michael Gebhardt/sp-x

Der Qashqai ist nicht nur der Bestseller im Nissan-Portfolio, sondern platziert sich auch im Segment selbst regelmäßig weit oben. Doch die Konkurrenz schläft nicht, und vor allem der Yeti-Nachfolger Skoda Karoq könnte dem Japaner zukünftig einige Kunden streitig machen. Damit der Qashqai weiterhin die Cash-Cow bleibt, haben die Japaner das SUV jetzt gründlich überarbeitet. Die neueste Ausgabe steht ab Juli für mindestens 17.218 Euro netto beim Händler (420 Euro netto mehr als bisher) und soll die Zeit bis zur Neuauflage überbrücken, die wohl erst 2019 die Bühne betritt.

Anders als bei manchen anderen Überarbeitungen, verdient diese durchaus das Prädikat "Facelift". Die Front wurde sichtbar überarbeitet, der Kühlergrill scheint markanter und der Nissan blickt durch schmalere Scheinwerfer mit optionaler LED-Technik in die Welt. Zusammen mit der neuen Schürze mit größeren Luftöffnungen sorgt das für einen stattlicheren Auftritt des bislang eher unauffälligen SUV. Damit nicht nur die Passanten von der Auffrischung profitieren, sondern auch die Passagiere, haben die Japaner auch den Innenraum aufgewertet: Die Top-Ausstattung Tekna+ fährt zukünftig mit Nappaleder-Sitzen vor, das Bose-Soundsystem bietet glasklaren Klang und die dickeren Seitenscheiben sorgen für mehr Ruhe, wenn das Radio aus ist.

Aus dem kleinen Micra hat sich der Qashqai das unten abgeflachte Lenkrad gemopst und auch die Sitze wurden überarbeitet; allerdings ist das Gestühl immer noch ziemlich weich. Und mit dem nach wie vor hohen Hartplastikanteil im geräumigen Innenraum ist der Qashqai immer noch nicht auf Premiumniveau. Seltsam: Zwar hat Nissan auch die Bedienoberfläche des Infotainments überarbeitet und sogar der Digitalradio-Empfang ist jetzt Serie, doch eine einfache Smartphone-Anbindung à la Apple CarPlay gibt’s für das Kompakt-SUV noch nicht. Die Konnektivitätslösungen sollen erst später nachgereicht werden.

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Nichts Neues gibt es bei den Antrieben, weiterhin stehen die bekannten Vierzylinder in der Preisliste: zwei Benziner (85 kW / 115 PS und 120 kW / 163 PS) und zwei Diesel (81 kW / 110 und 96 kW / 130 PS). Alle vier Aggregate geben ab Werk ihre Kraft an die Vorderachse ab, Allrad steht nur für den 1,6 Liter großen Selbstzünder zur Wahl; der Top-Diesel sowie der 1,2-Liter-Basis-Benziner können darüber hinaus mit einem stufenlosen Getriebe geordert werden, alle anderen fahren mit Sechsgang-Schaltung vor. Wer keinen gesteigerten Wert auf Längsdynamik legt, der wird mit den beiden schwächeren Triebwerken sicherlich glücklich; zumal der kleine Diesel mit 99 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer glänzt.

Deutlich komfortabler

Allerdings sind beide keine ausgesprochenen Freudenspender: Wer's flotter mag, sollte zum stärkeren Benziner 1,6 DIG-T greifen, dem der Turbo 240 Newtonmeter entlockt. Die lassen den Qashqai zackig lossprinten, vorausgesetzt, man leistet ordentliche Schaltarbeit. Zwar steht die Kraft ab 2.000 Touren voll bereit, doch legt sich der Nissan erst ab rund 3.000 Umdrehungen so richtig ins Zeug. Null auf 100 dauert mit dem großen Otto 8,9 Sekunden, die Vmax liegt bei 200 km/h und den Verbrauch gib Nissan mit 5,8 Litern an. In die Region kommt allerdings nur, wer dem Aggregat nicht ständig die Sporen gibt. Gegen eine allzu flotte Gangart spricht jedoch auch die Fahrwerksabstimmung, die Nissan mit dem Facelift deutlich komfortabler ausgelegt hat: Das geht allerdings auch mit spürbarer Seitenneigung in der Kurve einher.

Nachgelegt haben Nissans Ingenieure auch bei den Fahrerassistenzsystemen: Bisher glänzte der Qashqai schon mit Spurverlassenswarner, Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent, 360-Grad-Kamera und Einparkautomatik. Zukünftig erkennt die Nothalt-Funktion auch Fußgänger, der Querverkehrswarner hilft beim Rückwärtsausparken und mit dem ProPilot hält ein Autobahnassistent Einzug, der nicht nur den Abstand zum Vorausfahrenden hält, sondern auch die Spur. Das System funktioniert aber natürlich nur, wenn der Fahrer die Hände am Steuer hat. Praktisch: Im Stau bremst der Nissan jetzt auch bis zum Stillstand ab und fährt alleine wieder los. Wie für die Smartphone-Anbindung gilt aber auch für das teilautonome Fahren, dass es zum Marktstart noch nicht erhältlich ist. Erst ab Frühjahr 2018 steht das volle Helfer-Paket zur Verfügung.

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