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Fahrbericht Nissan X-Trail Facelift

Mehr Optik als Technik

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Der Nissan X-Trail erhält ein Facelift
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Nach dem Qashqai frischt Nissan nun den großen Bruder X-Trail auf. Auch hier kommt zunächst die Optik dran, die teilautonomen Fahr-Funktionen werden erst 2018 nachgereicht.

Von Michael Gebhardt/SP-X

Nissans X-Trail war früher mal ein kantiger Geländegänger, doch inzwischen ist er zum gefällig gezeichneten Crossover geworden. Zum einen, weil die Kundschaft nicht mehr so oft über Stock und Stein klettern will (was man damit aber immer noch kann!), zum anderen aber auch, weil er seit einiger Zeit gleich zwei Modelle im Portfolio vertreten muss. Mit dem Wegfall des siebensitzigen Qashqai+2 ist der X-Trail zur geräumigen Alternative für die Großfamilie geworden. Damit die auch weiterhin beim Nissan-Händler zuschlägt, wurde der Hochbeiner jetzt aufgefrischt und wartet zu Preisen ab 25.440 Euro auf die Kundschaft.

Die Neuerungen, die der knapp 4,70 Meter lange X-Trail nach nur drei Jahren mit dem Facelift erfährt, sind im Grunde die gleichen, die jüngst auch den Qashqai auf den neuesten Stand gebracht haben: Der Kühlergrill wurde überarbeitet, die Stoßfänger ersetzt und die Tagfahrleuchten und Nebelscheinwerfer ausgetauscht; das bei den höheren Linien serienmäßige LED-Licht verfügt zukünftig auch im X-Trail über eine Kurvenlichtfunktion. Leicht veränderte Rückleuchten, neue 18-Zoll-Räder und ein bisschen mehr Chrom runden die optischen Maßnahmen an der Karosserie ab. Im Innenraum eifert der X-Trail ebenfalls dem Qashqai nach, und hat sich wie dieser das unten abgeflachte Lenkrad aus dem Kleinwagen Micra gemopst. Dazu kommen neue Lederpolster und ein paar frische Dekorteile.

Gleich geblieben ist das großzügige Platzangebot in der ersten und zweiten Reihe, wo es höchstens nach oben mal eng werden kann; die optionalen Plätze in Reihe drei (ab 800 Euro) sind allerdings auch weiterhin nur für Kinder geeignet. Dafür ist beim Fünfsitzer das Kofferraumvolumen leicht auf 565 Liter gestiegen, der Siebensitzer schluckt bei voller Bestuhlung noch 135 Liter. Legt man die Fondsplätze flach, gehen bis zu 1.996 Liter hinter die nun auch per Fußschwenk öffnende Heckklappe.

Ebenfalls neu ist das Bose-Audiosystem, eine nahtlose Smartphone-Anbindung an das sieben Zoll große Touchscreen-Infotainmentsystem lässt allerdings noch auf sich warten. Das gleiche gilt für die teilautonomen Fahrfunktionen: Wie beim Qashqai ist der Pro-Pilot erst ab Frühjahr 2018 erhältlich. Dann soll das SUV selbsttätig Bremsen, Gasgeben und Lenken können. Bislang kommt an neuen Assistenzsystemen aber nur ein Querverkehrswarner hinzu, und die Notbremsfunktion erkennt zukünftig auch Fußgänger auf der Fahrbahn. Weiterhin im Angebot sind die Verkehrsschildüberwachung, 360-Grad-Kameras und ein Spurhalteassistent – allerdings sind die meisten Helferlein erst ab der zweithöchsten von vier Ausstattungsstufen verfügbar.

Wie bisher mit drei Aggregaten

Keinerlei Neuigkeiten gibt es vom Motorenangebot zu vermelden: Wie bisher steht der X-Trail mit drei Aggregaten beim Händler. Der 1,6-Liter-Vierzylinder Benziner entwickelt 120 kW / 163 PS und ist immer an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelt. Die beiden Diesel sind auf Wunsch auch mit einer stufenlosen Automatik erhältlich und auch der Allradantrieb ist den Selbstzündern vorbehalten. Günstigster Diesel-X-Trail ist der 1.6er mit 96 kW / 130 PS, der mit Frontantrieb für 27.890 Euro zu haben ist. Mit 4x4-Antrieb beginnt die Preisliste bei mindestens 33.090 Euro. Richtig flott in Schwung kommt der leer gut 2,2 Tonnen schwere Nissan aber erst mit dem Zweiliter-Motor, der 130 kW / 177 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt. Die Kraft liegt zwar laut Datenblatt schon bei 2.000 Umdrehungen voll an, doch erst bei höheren Touren legt sich der Diesel so richtig ins Zeug und schiebt den X-Trail kraftvoll nach vorne. Tempo 100 erreicht der große Allrad-Diesel (ab 38.750 Euro) in knapp unter zehn Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 204 km/h.

Schneller ist kein X-Trail unterwegs, doch sollte das auch für längere Fahrten auf der Autobahn auf jeden Fall genügen. Die lassen sich mit dem Nissan nämlich problemlos abspulen: Einerseits, weil selbst der Selbstzünder angenehm leise arbeitet und auch Wind- und Abrollgeräusche nicht sonderlich laut ins Innere dringen. Und andererseits, weil dem auf Komfort getrimmten SUV das sanfte Dahingleiten deutlich mehr liegt, als ambitionierte Kurvenräubereien – die quittiert er nämlich mit reichlich Seitenneigung. Wer entspannt fährt, wird dagegen mit niedrigem Verbrauch belohnt: Unter sechs Liter stehen im Datenblatt, und der Praxis-Aufschlag hielt sich auf der ersten Testrunde in Grenzen.

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