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Fahrbericht Renault Clio

Kein Grund für große Änderungen

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Renault hat den Clio geliftet.
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Der Renault Clio verkaufte sich zuletzt jedes Jahr besser. Beim Lifting im Herbst gibt es daher Feinschliff statt große Änderungen. Den aber an den richtigen Stellen.

Von Holger Holzer/SP-X

Noch individualistischer, besser vernetzt und optisch retuschiert – Renault hat den Kleinwagen Clio vorsichtig überarbeitet. Neben mehr Auswahl bei Design und Technik gibt es ab Herbst auch einen neuen Diesel und eine zusätzliche Getriebeoption beim Top-Benziner. Die Preise starten unverändert bei 10.075 Euro ohne Mehrwertsteuer.

Optisch groß verändert haben sich der als Fünftürer und der gegen 840 Euro netto Aufpreis als Kombi ("Grandtour") angebotene Kleinwagen nicht. Renault beließ es bei leichten Änderungen am unteren Kühlergrill, einer etwas sportiveren Heckstoßstange und der Neupositionierung des Tagfahrlichts, das nun nicht mehr unorthodox das Rautenlogo flankiert, sondern runter und an die Fahrzeugaußenseiten gewandert ist. Wählt man die neu ins Programm genommenen LED-Scheinwerfer, ist es in diese integriert. In der mittlerweile typischen C-Form der Marke. Dazu kommen ein paar kleine, aber wirkungsvolle Änderungen im Innenraum, etwa ein neues Lenkrad, mehr Chrom sowie die gepolsterten Armlehnen in den neuen Türverkleidungen, die den Franzosen innen spürbar höherwertig wirken lassen. Bislang zählte das zwar schick gezeichnete, aber mit viel hartem Plastik möblierte Cockpit zu den Schwächen des Modells.

Während die Renault-Designer also zurückhaltend blieben, kann der Kunde das künftig durch mehr Auswahl bei den Individualisierungsmöglichkeiten wettmachen. Zu den Optionen zählen etwa neue Zweifarbpakete für die Karosserie, vier neue Lacktöne und farbige Zierverkleidungen für den Innenraum. Neue Posten gibt es aber auch auf der Liste der Technik-Optionen. Außer mit LED-Scheinwerfern (ab 579 Euro netto) kann der Kleinwagen nun auch mit einem selbstlenkenden Parkassistenten und der neuesten Ausbaustufe des Infotainment-Systems R-Link (zusammen im Paket ab 1.168 Euro netto) ausgerüstet werden. Serienmäßig sorgt ab der zweiten Ausstattungsstufe ein App-basiertes Audiosystem für die Einbindung des Smartphones ins Fahrzeug. Apple Car Play oder Android Auto werden jedoch weiterhin nicht unterstützt. Und auch auf moderne Assistenzsysteme für das Spurhalten oder -wechseln muss der Kleinwagen verzichten.

Stärkerer Diesel im Angebot

Die Motorenpalette wird vom Vorgänger übernommen, jedoch um einen kräftigen Diesel ergänzt. Der 81 kW / 110 PS starke 1,5-Liter-Vierzylinder ist bereits unter anderem als Basis-Selbstzünder aus dem Kompaktmodell Mégane und dem SUV Kadjar bekannt. Im Clio rundet er das Leistungsangebot nach oben ab, drückt die Spurtzeit unter die Zwölf-Sekunden-Marke und hebt die Höchstgeschwindigkeit über die 190er-Grenze. Beim Normverbrauch ist er mit 3,5 Litern unwesentlich durstiger als seine beiden schwächeren Kollegen (55 kW / 75 PS und 66 kW / 90 PS). Bei einer ersten Testfahrt zeigte sich der Selbstzünder gleichermaßen kraftvoll wie kultiviert – wer mit dem Clio auch mal längere Strecken zurücklegen will, findet ihn im den passenden Partner. Kombinierbar ist der neue Spitzendiesel allerdings nur mit der höchsten Ausstattungsstufe, die Preisliste startet daher bei 16.630 Euro netto.

Neu bei den Benzinern ist die Option auf ein manuelles Getriebe für den 1,2-Liter-Turbo mit 87 kW / 118 PS, der bislang ausschließlich mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe zu haben war. Der Einstiegspreis für diese Motorisierung sinkt dadurch um 1.260 Euro auf 13.773 Euro netto. Preisgünstigstes Triebwerk im Angebot bleibt der 54 kW / 73 PS starke 1,2-Liter-Saugbenziner, darüber rangiert weiterhin der 0,9-Liter-Dreizylinder mit Turboaufladung und 66 kW / 90 PS, der mit genormten 4,7 Litern Verbrauch der sparsamste Ottomotor im Clio ist. Ebenfalls unverändert bleibt der 1,6-Liter-Turbo (147 kW / 200 PS und 161 kW / 220 PS) im Sportmodell R.S.

Nicht angepackt hat Renault das Fahrwerk seines Kleinwagens. So bleibt der Clio zwar eines der agilsten Modelle des Segments, aber auch eines der am wenigsten komfortablen. Schlaglöcher und kurze Bodenwellen schluckt er mit seinem großzügigen Radstand zwar gut, bei ungleichmäßigem Untergrund wirkt er durch die straffe Abstimmung aber schnell etwas hektisch und hölzern. Mehr Souveränität und Ruhe ist aber frühestens bei einem Modellwechsel zu erwarten. Bis dahin dürfte es allerdings noch eine Weile dauern. Der Clio verkauft sich laut Renault prächtig: 2015 wurden weltweit 410.000 Fahrzeuge verkauft – der höchste Wert seit Markteinführung 2012. Das ist ungewöhnlich, normalerweise verläuft eine Absatzkurve genau andersherum. Der stabile Erfolg des begehrtesten Renault-Modells erklärt aber auch die sehr vorsichtig durchgeführte Modernisierung zur Lebensmitte: Zu großen Eingriffen sah man in Frankreich keinen Grund.

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