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Fahrbericht VW Polo TGI

Sauber durch die Stadt

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Ab sofort beim Händler: der neue Erdgas-Polo TGI.
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Der Erdgasmotor soll im Kleinwagensegment den Diesel als Spritsparantrieb beerben. Findet zumindest VW und schickt nun den Polo TGI ins Rennen.

Von Holger Holzer/SP-X

Der Diesel steht im Kleinwagen kurz vor dem Aussterben. VW will mit der neuen Erdgasversion des Polo jedoch Ersatz für urbane Vielfahrer bieten. Der 66 kW / 90 PS starke Fünftürer mit bivalentem CNG-Antrieb steht ab sofort beim Händler und kostet mindestens 16.639 Euro netto.

Anders als der Diesel benötigt der Polo TGI keine aufwendige Abgasreinigung, um sauber zu fahren. Das ist vor allem im Kleinwagen-Segment wichtig, wo die Kosten für Stickoxidfalle und SCR-Katalysator viel stärker ins Gewicht fallen als bei großen und teuren Autos. Ein Schnäppchen ist der Gas-Polo aber trotzdem nicht; gegenüber dem vergleichbaren Modell mit reinem Benzinantrieb beträgt der Aufpreis 2.185 Euro netto. Vielfahrer können das durchaus herausfahren: Wer konsequent Gas statt Super tankt, kommt mit dem halben Kraftstoff-Budget aus. Auch gegenüber einem Diesel liegt der Kostenvorteil bei rund 30 Prozent. Hinzu kommen Vorteile beim Schadstoffausstoß. Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen rund ein Drittel weniger CO2, rund zwei Drittel weniger Stickoxide und 99 Prozent weniger Feinstaub.

Beim Fahren merkt man dem Polo seine saubere Arbeit nur akustisch an. Der Dreizylindermotor läuft im Gasbetrieb ein wenig rauer und metallischer als wenn er nur mit Benzin betankt wäre. Weil der Innenraum des Kleinwagens aber gut verarbeitet ist, ist das allenfalls zu hören, nicht über Vibrationen zu spüren. Bei Kraft und Durchzug muss sich der kleine VW nicht verstecken: Dank Turboaufladung kommt der Ein-Liter-Motor flott in Schwung. Und wer ihn durch fleißiges Schalten bei Laune hält, schwimmt zumindest im Stadt- und Landstraßenverkehr locker mit. Auf der Autobahn kommt das kleine Triebwerk hingegen schnell an seine Grenzen – doch das ist bei einem vergleichbaren Benziner auch nicht anders.

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Wirtschaftlich fahren im CNG-Modus

Nachteile hat das Antriebskonzept allerdings bei der Reichweite. Die 11,3 Kilogramm CNG-Vorrat (platzsparend im Kofferraumboden untergebracht) reichen gerade einmal für 365 Kilometer Fahrt. Dann schaltet der Polo automatisch und kaum merkbar auf Benzinbetrieb. Der vollwertige 40-Liter-Tank reicht dann zwar noch einmal für gut 800 Kilometer, die Kosten- und Umweltvorteile des Gasmotors gehen dann aber verloren. Wer den Polo wirtschaftlich nutzen will, sollte daher möglichst ausschließlich im CNG-Modus fahren. Das allerdings ist nicht so einfach. In Deutschland gibt es zwar 900 Tankstellen, die aber sind ungleichmäßig verteilt und vor allem an Fernstraßen Mangelware. Am besten eignet sich der Polo wie alle Erdgasautos daher für Kunden, die vor allem in der Nähe der Heimat-Tankstelle bleiben, etwa für mobile Pflegedienste, Kurierfahrer oder Besitzer eines zusätzlichen Erstwagens.

Auch für VW soll sich Erdgas lohnen. Dem Konzern droht eine deutliche Verfehlung seiner CO2-Ziele für 2020 – erst recht seit dem Abgas-Skandal und dem damit verbundenen Nachfrageeinbruch beim sparsameren Diesel. Die Erdgasautos – inklusive des Polo und des ebenfalls neuen Seat Ibiza sind es mittlerweile 15 Modelle – sollen die entstandene Lücke zumindest teilweise schließen. Bislang allerdings waren die diversen Erdgas-Offensiven der Autoindustrie in Deutschland wenig erfolgreich: Lediglich rund 100.000 der insgesamt rund 45 Millionen deutschen Pkw fahren mit CNG-Antrieb.

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