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Markenausblick Ford

Fortschritte in Europa

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Frischestes Modell im Ford-Portfolio ist der Fiesta, den es auch in der Edel-Variante Vignale gibt.
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Vor einigen Jahren startete Ford die Höherpositionierung seiner Modelle, ohne dabei von "premium" zu reden. Die Maßnahmen greifen, die Verkäufe ziehen an. Jetzt folgen die nächsten Schachzüge: mehr SUV, weniger Vans und der Einstieg in die Elektromobilität.

Von Michael Specht/SP-X

Nicht nur auf seinem Heimatmarkt Nordamerika fuhr Ford im vergangenen Jahr einen satten Gewinn ein (den zweithöchsten der Firmengeschichte). Auch in Europa läuft das Geschäft nach einigen Kursänderungen der vergangenen Jahre (Schließung der Mondeo-Produktion in Genk, Verlagerung nach Valencia in Spanien) wieder rund. Gründe waren unter anderem massive Kosteneinsparungen, die Umstrukturierung der Pensionskasse, die Aufwertung einiger Modelle durch die Linien "ST-Line" und "Vignale" sowie der europäische Spitzenplatz bei den leichten Nutzfahrzeugen. Und in gewisser Weise mag auch der Mustang zum Erfolg, mindestens aber zu Image-Aufwertung beigetragen haben. Die Ford-Ikone hatte 2016 in Deutschland teils mehr Zulassungen als der Porsche 911 Carrera. Global ist der Mustang der meist verkaufte Sportwagen überhaupt.

Die jüngste Trennung von Vorstandschef Mark Fields dürfte den Einfluss auf die Marschrichtung und die Modellpipeline der kommende zwei bis drei Jahre nur unwesentlich bis gar nicht beeinflusst haben. Seit dem 8. Juli ist die neue Generation des Fiesta (mittlerweile die achte) beim Händler. Der in Köln gebaute Kleinwagen soll künftig in sieben Ausstattungsvarianten angeboten werden, darunter erstmals als "ST-Line", "Vignale" und "Active". Letztere kommt Anfang 2018 und ist eine auf SUV-Look getrimmte Version. Ebenfalls im nächsten Jahr schickt Ford den Fiesta ST an den Start. In ihm feiert der neue entwickelte 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbo mit Zylinderabschaltung Debüt. Seine Leistung beträgt stramme 200 PS.

An der sich deutlich im Aufwind befindlichen CUV-Szene (City Utility Vehicle) will sich Ford weiterhin mit dem "EcoSport" beteiligen. Hierfür wurde extra das Werk in Rumänien umgerüstet. Zuvor kam der EcoSport für den europäischen Markt aus Indien. Die Produktion in Rumänien soll im Oktober beginnen.

Vierte Generation des Focus

Größter Aufschlag im kommenden Jahr bleibt natürlich der Focus. Das ist dringend nötig. Bei den Neuzulassungen in Deutschland fährt der Focus Golf und Astra deutlich hinterher. Die vierte Generation will Ford erstmals im Herbst präsentieren (Das Auto steht übrigens nicht auf der IAA). Die üblichen Parameter wie Abmessungen, Radstand, Beinfreiheit hinten und Kofferraum nehmen zu, das Gewicht soll aber um etwa 50 Kilogramm sinken. Zum Einsatz kommt der beim Fiesta eingeführte 1,5-Liter-Dreizylinder. Austauschen will Ford die Sechsgang- gegen eine Achtgangautomatik. Eine Elektroversion wird es nicht mehr geben. Man will ab 2020 mit einem komplett neuen Stromer kommen. Auf dem Plan aber steht eine Hybridvariante in Kombination mit einem Dreizylinder. Wie gehabt gibt es den Focus bei uns als Fünftürer und Kombi (Turnier). Später wird erneut eine RS-Version folgen, der einzige Focus mit Allradantrieb.

Derzeit läuft im rumänischen Werk der B-Max aus. Er erhält keinen Nachfolger. Gleiches könnte auch dem Grand C-Max passieren. Angeblich will Ford nur noch den normalen C-Max erneuern. Die Markteinführung ist für 2019 vorgesehen. Im selben Jahr läuft der neue Kuga vom Band, der – analog zum VW Tiguan – an Größe ebenfalls zunehmen dürfte und Platz macht für eine neues B-SUV. Gedanken kreisen in Köln auch um ein größeres SUV oberhalb des Kuga. Diese Rolle spielt derzeit der aus Kanada stammende Edge.

In Sachen Elektrifizierung und alternative Antriebe geht Ford – weltweit der zweitgrößte Hersteller elektrifizierter Autos – andere Wege als die Konkurrenz. Zusammen mit der Firma Streetscooter entwickelt man einen Elektro-Transit. Das erste Plug-in-Modell von Ford in Europa soll 2019 ebenfalls ein leichtes Nutzfahrzeug werden, der Transit Customer in der 1-Tonner-Klasse. Zudem steht ein elektrisches Crossover auf eigener Plattform auf dem Programm. Reichweite: knapp 500 Kilometer. Debüt: vermutlich 2020. Bis 2021 will Ford die gigantische Summe von 4,6 Milliarden Dollar in die Elektromobilität stecken. Insgesamt sollen dann 13 Fahrzeuglinien elektrifiziert sein, heißt es aus der Konzern-Zentrale in Dearborn. Eine Ausnahme macht da nicht einmal der Mustang. Er kommt bereits nächstes Jahr im Zuge seiner umfangreichen Modellpflege als Voll-Hybrid auf die Straße.

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