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01.03.2016 Opel-Chef

"Der Diesel macht mir Sorgen"

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Karl-Thomas Neumann und das Opel GT Concept: "Unsere Aufgabe ist es auch, Träume zu produzieren."
© Opel

Seit drei Jahren führt Karl-Thomas Neumann Opel. Im Gespräch zieht der Manager eine erste Bilanz und erläutert, warum die Blitz-Marke immer noch "ein empfindsames Pflänzchen" ist.

Von Peter Eck/SP-X

Opel will in diesem Jahr erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben und mittelfristig eine Umsatzrendite von fünf Prozent erreichen. "General Motors hat viel in Opel investiert und alle Versprechen gehalten. Nun ist es an der Zeit, dass wir etwas zurückgeben", sagte Karl-Thomas Neumann am Rande des Genfer Autosalons (3. bis 13. März). Vor genau drei Jahren hat der Manager seinen Job angetreten und eine Management- und Kulturwandel eingeläutet. "Aber der ist noch längst nicht abgeschlossen, Opel ist noch ein empfindsames Pflänzchen."

Mit über 20 neuen Modellen bis 2020 will Opel weiter an Marktanteil gewinnen. Ob darunter auch der in Genf als Concept-Car gezeigte GT sein wird, ist allerdings noch offen. "Das Auto ist schwierig zu rechnen", so Neumann. "Für 150.000 Euro wäre es einfach zu bauen, aber dann wäre es ja kein GT mehr." Letztlich sei es aber sowieso wichtiger, dass sich Opel überhaupt traue, ein solches Fahrzeug auf die Räder zu stellen. "Unsere Aufgabe ist es auch, Träume zu produzieren."

Der neue, gerade zum "Auto des Jahres" gekürte Astra, der gründlich renovierte Mokka, der kommende Insignia – Opel hat in der nahen Zukunft einiges im Köcher. Vom für 2017 erwarteten Ampera-e erwartet Neumann sogar nichts weniger als einen Durchbruch in der E-Mobilität. Rund 320 Kilometer Reichweite wird das Fahrzeug wohl haben. Für ihn ist damit das Thema Reichweite erledigt: "Bei über 300 Kilometer hat der Kunde damit kein Problem mehr." Der Ampera-e wird laut Neumann bei relativ kompakten Außenmaßen innen mindestens soviel Platz bieten wie der Astra und zudem komplett vernetzt sein.

Zum zweiten großen Zukunftsthema neben der Elektromobilität, dem autonomen Fahren, meint der Opel-Chef: "Das wird viel schneller kommen, als wir heute glauben." GM setze voll darauf, aber klar sei auch, dass "Opel nicht die erste Marke sein wird, die vollautonomes Fahren anbieten wird".

Vertrauen in Diesel zurückgewinnen

Die Zukunft des Dieselantriebs macht Neumann allerdings "große Sorgen": "Voriges Jahr dachte ich zum Beispiel noch, unser Corsa und der Diesel passen bestens zusammen. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher." Damit spielt der Opel-Chef auf den Vertrauensverlust der Kunden nach der VW-Dieselaffäre an. "Wir müssen dieses Vertrauen unbedingt schnellstens zurückgewinnen." Denn wenn es zu einem signifikanten Rückgang des Dieselabsatzes käme, wären die CO2-Ziele für 2020 kaum zu erreichen.

Neumann will Vertrauen zurückgewinnen, indem die Ziele der sogenannten "Real Driving Emissions" – also der realen Verbrauchs- und Emissionswerte im Straßenverkehr – nicht nur erreicht, sondern am besten sogar übererfüllt werden. Daher werde es nicht etwa eine Neuverteilung der Investitionen zuungunsten des Diesels geben. Im Gegenteil: "Wir werden eher noch mehr in die Dieseltechnologie investieren." Bei manchen Fahrzeugen sei eine Motorenpalette ohne Selbstzünder sowieso nicht möglich. Neumann: "Ein Insignia ohne Dieselantrieb ist schlichtweg nicht vorstellbar."

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