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01.10.2014 Shell-Studie

Auto bleibt auch 2040 angesagt

Prognose: Die Shell-Studie sagt für 2022 den höchsten Autobestand in Deutschland voraus, der dann rund 45,2 Millionen Pkw betragen soll.
© dpa

Der Pkw-Bestand wird laut einer Shell-Prognose umweltfreundlicher - doch trotz des technischen und demografischen Wandels sieht die Welt in 25 Jahren der heutigen relativ ähnlich.

Der private Pkw bleibt noch auf Jahrzehnte hinaus der wesentliche Pfeiler für die Mobilität in Deutschland. Und die Autos werden auch in 25 Jahren noch überwiegend mit Benzin und Diesel angetrieben. Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des Energiekonzerns Shell und des Forschungsunternehmens Prognos, die am Dienstag in Hamburg vorgestellt wurde. Obwohl 2040 kaum weniger Autos als heute unterwegs sein sollen, könnte sich der Ausstoß von Treibhausgasen für die gesamte Flotte ungefähr halbieren.

Bis Mitte der 2020er Jahre steigt der Pkw-Bestand demnach noch an, bis auf mehr als 45 Millionen Autos. Dann geht er bis 2040 auf 42,7 Millionen zurück, gegenüber etwa 44 Millionen heute. "Wir werden es weiter mit viel individuellem Verkehr zu tun haben", sagte Stefan Rommerskirchen von Prognos. "Da löst sich durch demografischen Wandel nichts von allein."

Die Fahrleistung aller Autos in Deutschland steigt ebenfalls zunächst noch an, von heute 617 auf 626 Milliarden Kilometer. Danach kommt es bis 2040 zu einem Rückgang auf 580 Milliarden Fahrzeugkilometer, was ungefähr dem Stand des Jahres 2003 entspricht.

Bei einem genaueren Blick auf die Details lassen sich hinter den vergleichsweise stabilen Zahlen einige dynamische Entwicklungen entdecken. Junge Menschen fahren etwa weniger Auto und geben ihr Geld stattdessen lieber für moderne Kommunikationstechnik aus. Dagegen steigt die Motorisierung der Frauen bis auf 68 Prozent des männlichen Werts. Noch im Jahr 2000 waren es lediglich 44 Prozent.

"Es wird keine Revolution geben."
Unter dem Strich werden 80 Prozent der Verkehrsleistung an Land von Autos und Motorrädern erbracht. Die restlichen 20 Prozent teilen sich Eisenbahn, Öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad und Fußwege. "Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel", sagte Shell-Volkswirt Jörg Adolf. "Es wird keine Revolution geben."

Das gelte auch für die Antriebsenergien: "Die Autos halten lange, und es dauert, bis die gesamte Flotte einmal ausgetauscht ist." Bei jährlich rund drei Millionen Neuzulassungen und 44 Millionen Pkw im Bestand wird ein Auto nach 13 bis 14 Jahren ausgemustert.

Der Anteil alternativer Antriebe bei den Pkw in Deutschland beträgt gegenwärtig 1,6 Prozent; die meisten davon sind gasbetriebene Motoren. Nach Einschätzung der Autoren der Studie werden auch im Jahr 2040 noch 95 Prozent der Pkw einen Verbrennungsmotor an Bord haben.

Kein Durchbruch für E-Autos
Allerdings könnten dann rund zwölf Millionen Pkw als Hybrid-Fahrzeuge auch elektrisch fahren. Dem Elektroauto trauen Shell und Prognos noch auf absehbare Zeit keinen Durchbruch im Massenmarkt zu. "Wir werden 2020 definitiv keine Million Elektrofahrzeuge im Bestand haben", sagte Rommerskirchen.

Umweltfreundlicher werde der Verkehrssektor dennoch, vor allem dank technischer Fortschritte bei der Senkung des Energieverbrauchs. Das nationale Emissionsziel der Bundesregierung für die gesamte Wirtschaft, eine Senkung der CO2-Emissionen um 70 Prozent zwischen 1990 und 2040, werde der Pkw nicht ganz erreichen - aber immerhin fast. (dpa)





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