suchen
Verwirrung um Rückruf

VW informiert bereits Kunden

1180px 664px
Ein Kfz-Meister lädt am Mittwoch ein Software-Update auf einen Amarok mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor in einer Werkstatt in der Region Hannover.
©

Anders als von Behörden- und Konzernseite seit Tagen bekräftigt, ist der Rückruf offensichtlich schon gestartet. Zumindest ein betroffenes Auto der Modellreihe Amarok hat ein Software-Update erhalten.

Frühstart beim VW-Rückruf: Im Abgas-Skandal ist trotz der fehlenden Genehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt bereits der Startschuss für die Umrüstung von betroffenen Amarok-Modellen gefallen. Anders als vonseiten der Behörden und des Konzerns seit Tagen bekräftigt, läuft die Werkstattaktion offensichtlich schon. Zumindest ein betroffener Dieselwagen vom Modell Amarok hat bereits ein Software-Update erhalten. Dies erfolgte am Mittwoch. Ein Foto-Journalist der Deutschen Presse-Agentur dokumentierte bei einer VW-Vertragswerkstatt in der Region Hannover, dass die Software ohne Probleme aufgespielt wurde. Mindestens ein weiterer Umrüsttermin wurde bereits vergeben. Und die Amarok-Halter haben offensichtlich schon alle Post erhalten. 

Den Beginn der Umrüstung bestätigten aber auf dpa-Nachfrage zunächst weder das für die Genehmigung der technischen Lösung zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch die VW-Konzernzentrale in Wolfsburg. Ein KBA-Sprecher sagte am Mittwochnachmittag: "Eine Freigabe für die technische Lösung bei Volkswagen durch das KBA liegt zur Stunde noch nicht vor." Ob der Rückruf damit ohne die nötige behördliche Genehmigung startet, blieb aber zunächst unklar. Alles deutete damit auf einen Fehler seitens VW hin.

Volkswagen hatte mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Das KBA hatte einen Rückruf der betroffenen Autos in die Werkstätten angeordnet. Davon sind in Deutschland rund 2,4 Millionen Fahrzeuge betroffen. Volkswagen hatte angekündigt, zuerst betroffene Pick-Up-Trucks vom Typ Amarok mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor umzurüsten.

In dem Brief an die Amarok-Kunden, der der dpa vorliegt, heißt es: "Mit diesem Schreiben möchten wir Sie informieren, dass die benötigte Software zur Verfügung steht und Ihr Fahrzeug nun umprogrammiert werden kann." Im VW-System für die Händler, in das die dpa Einblick nahm, steht, das Update sei "sofort und unverzüglich" aufzuspielen.

"Die Umrüstaktion ist offiziell noch nicht angelaufen."

Zuletzt hatte es vom KBA geheißen, die Behörde habe die technische Lösung von VW noch nicht freigegeben - was der Sprecher nun bekräftigte. Tagelang hatte auch der VW-Konzern gesagt, die Anschreiben an die ersten Halter stünden noch unter Vorbehalt der finalen KBA-Freigabe. Ein Sprecher der Marke VW-Nutzfahrzeuge, die für den Amarok zuständig ist, sagte der dpa am Mittwoch: "Die Umrüstaktion ist offiziell noch nicht angelaufen." Die Software, die die Werkstätten von einem VW-Server herunterladen können, steht laut Systemangabe seit dem 25. Januar bereit.

Der VWN-Sprecher sagte ebenfalls, die Software stehe den Händlern bereits zur Verfügung - und Anfang der Woche seien die entsprechenden Benachrichtigungen für die betroffenen Kunden auch versendet worden. 

In dem Schreiben an die Halter wird eine Servicenummer genannt, unter der Kunden Fragen stellen können. Bei der Hotline hieß es am Mittwoch auf die Frage, ob man als Betroffener denn nun wie aufgefordert auch tatsächlich in die Werkstatt solle oder ob es noch Vorbehalte gebe: "Natürlich geht es los, machen Sie einen Termin, sonst hätten wir Ihnen doch kein Schreiben geschickt." (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Rückruf:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2017 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Automatisiertes Parken von Mercedes und Bosch

Mach’s doch selber

Mercedes und Bosch starten im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum ein Pilotprojekt zum automatisierten Parken. Ab 2018 soll sich eine Handvoll E-Klassen eigenständig...


img
Mission Possible

Mit dem Opel Ampera-e auf Langstreckenfahrt

Von Brüssel nach Rüsselsheim sind es etwas mehr als 400 Kilometer und mit einem normalen Auto ein Katzensprung. Mit Elektroantrieb mittlerweile auch. Und zwar nicht...


img
Pilotprojekt in München

Cadillac startet neues Mobilitätskonzept

Zahlreiche Autobauer begeistern ihre Kunden mittlerweile mit flexiblen Mobilitätslösungen. Ein US-Konkurrent will da nicht zurückstecken.


img
Achtung vor liebestollen Rehen

Zur Paarungszeit steigt Unfallrisiko

Mitten im Sommer beginnt die Paarungszeit der Rehe. Vor allem in diesen Wochen steigt die Gefahr für Wildunfälle. Autofahrer sollten entsprechend achtsamer fahren.


img
Autonomes Fahren

Conti entwickelt "Cruising Chauffeur"

Die Technik des deutschen Zulieferers soll schon 2020 Autos über die Autobahn pilotieren. Der Fahrer kann sich derweil mit anderen Dingen beschäftigen.