suchen
VW-Skandal

Kronzeuge belastet Mitarbeiter und Führungskräfte

1180px 664px
Bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals ist Volkswagen Medienberichten zufolge vorangekommen.
©

Den Berichten zufolge sollen nahezu alle mit den Abgas-Problemen befassten Führungskräfte in der Motoren-Entwicklung von den Manipulationen gewusst haben oder gar daran beteiligt gewesen sein.

Bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals ist Volkswagen Medienberichten zufolge vorangekommen. Wie "Süddeutsche Zeitung" (Wochenendausgabe), NDR und WDR berichteten, hat in den vergangenen Monaten ein Kronzeuge, der selbst an den Manipulationen beteiligt gewesen sein soll, bei internen Befragungen im Autokonzern umfassend ausgesagt. Gegen den Kronzeugen ermittle auch die Braunschweiger Staatsanwaltschaft. Ein VW-Sprecher wollte den Bericht am Freitagabend nicht kommentieren. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft war nicht erreichbar. 

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsverdachts gegen mehrere VW-Mitarbeiter. Bei VW laufen außerdem interne Untersuchungen. Volkswagen hatte angekündigt, zur Hauptversammlung im April einen Bericht zum Skandal vorlegen zu wollen. Der Autobauer hatte mit Hilfe einer Software Abgas-Tests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Dies hatte den Konzern in eine schwere Krise gestürzt.

Den Berichten zufolge besagen die vorliegenden Erkenntnisse, dass nahezu alle mit den Abgas-Problemen befassten Führungskräfte in der Motoren-Entwicklung von den Manipulationen gewusst hätten oder gar daran beteiligt gewesen seien. In der betreffenden Abteilung sei es kein Geheimnis gewesen, dass VW bei den Abgastests der Behörden in den USA und Europa nur so die Schadstoff-Grenzwerte für Stickoxid offiziell habe einhalten können, hieß es. Viele Mitarbeiter und Manager in dieser Abteilung seien eingeweiht gewesen. Um sich zu schützen, habe in der Abteilung ein "Schweigegelübde" geherrscht. Andere Bereiche im Konzern hätten davon nichts wissen sollen, von Ausnahmen abgesehen.

Manipulation startet 2006

Die Manipulation hätten im November 2006 begonnen. Laut den Erkenntnissen soll damals soll ein größerer Kreis von Mitarbeitern in der Motoren-Entwicklung den Einsatz der Betrugs-Software besprochen haben. 

Wie bereits bekannt, war der Ausgangs-Punkt des Skandals eine strategisch groß angelegte Diesel-Offensive von VW in den USA in den Jahren 2005 und 2006. VW hatte damals massive Absatzprobleme in den USA. VW wollte die Hybridtechnik des Erzrivalen Toyota mit einem «Clean Diesel» ausstechen. Diese Technik sollte sauber, aber nicht zu teuer sein. Dies aber war nur mit Hilfe der Manipulations-Software zu erreichen. 

Die VW-Spitze hatte stets betont, dass von den Manipulationen in der Motorsteuerung nur eine kleine Gruppe von Mitarbeitern gewusst habe, nicht aber Vorstand und Aufsichtsrat. VW hatte als Reaktion auf den Abgas-Skandal mehrere Mitarbeiter beurlaubt. (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Abgas-Skandal:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2017 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Automatisiertes Parken von Mercedes und Bosch

Mach’s doch selber

Mercedes und Bosch starten im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum ein Pilotprojekt zum automatisierten Parken. Ab 2018 soll sich eine Handvoll E-Klassen eigenständig...


img
Mission Possible

Mit dem Opel Ampera-e auf Langstreckenfahrt

Von Brüssel nach Rüsselsheim sind es etwas mehr als 400 Kilometer und mit einem normalen Auto ein Katzensprung. Mit Elektroantrieb mittlerweile auch. Und zwar nicht...


img
Pilotprojekt in München

Cadillac startet neues Mobilitätskonzept

Zahlreiche Autobauer begeistern ihre Kunden mittlerweile mit flexiblen Mobilitätslösungen. Ein US-Konkurrent will da nicht zurückstecken.


img
Achtung vor liebestollen Rehen

Zur Paarungszeit steigt Unfallrisiko

Mitten im Sommer beginnt die Paarungszeit der Rehe. Vor allem in diesen Wochen steigt die Gefahr für Wildunfälle. Autofahrer sollten entsprechend achtsamer fahren.


img
Autonomes Fahren

Conti entwickelt "Cruising Chauffeur"

Die Technik des deutschen Zulieferers soll schon 2020 Autos über die Autobahn pilotieren. Der Fahrer kann sich derweil mit anderen Dingen beschäftigen.