Die vierte Generation des Nissan Micra schlägt ein neues Kapitel in der Geschichte des Stadtwagens auf. Er bündelt eine Reihe neuer Technik-Lösungen – darunter die neuen Motoren und die komplett neue Bodengruppe –, die schon bald auch anderen Baureihen von Nissan und Renault zur Verfügung stehen werden. Und er wird als erster Micra weder in Japan noch in England gebaut, sondern läuft in insgesamt vier Nissan-Werken in China, Thailand, Indien und Mexiko vom Band. Die für den europäischen Markt bestimmten Exemplare kommen aus dem indischen Chennai. Der Einstiegspreis liegt bei 9.025 Euro (netto). Die neue Plattform – "V" steht für "versatile" oder zu Deutsch "vielseitig" – war einer der zentralen Pfeiler bei der Konzeption des neuen Micra. Sie ist auf hohe Steifigkeit und geringes Gewicht ausgelegt und ermöglicht so agiles Handling bei zugleich niedrigen Verbräuchen und Emissionen. Dazu tragen auch die beiden 1,2-Liter-Motoren mit drei Zylindern bei. Die Einstiegsversion, ein Saugmotor mit 59 kW bringt es CO2-Emissionen von 115 g/km. Ein zweites Aggregat, das Nissan ab der zweiten Jahreshälfte 2011 anbieten will, ist ein Direkteinspritzer, die mit Hilfe eines Kompressors 72 kW freisetzt und die CO2-Emissionen auf 95 g/km senkt. Weil diese neue Ottomotoren so effizient arbeiten, wird es laut Hersteller keinen Diesel geben. Die Marke hat große Pläne mit dem Kleinen: "Der neue Micra ist für die im Wachstum begriffene Marke Nissan ein extrem wichtiges Auto", sagt Andy Palmer, Senior Vice President, Global Product Planning, Nissan Motor. Er soll in 160 Ländern verkauft werden, darunter in zahlreichen aufstrebenden Märkten. Die Herausforderung für das Fahrzeug: Er muss Familien in Shanghai ebenso ansprechen wie modebewusste Singles in Paris, urbane Trendsetter in Tokio und viele andere Kunden in aller Welt. Technische Probleme vor eigentlichem Marktstart Damit der Kleinwagen aber den hohen Qualitätsstandards der Marke entspricht, mussten die deutschen Händler drei Monate länger als geplant auf das Auto warten: Bei einem letzten Check vor der ursprünglich geplanten Einführung Ende 2010 waren in Amsterdam bei Kälte Geräusche von der Ölpumpe aufgefallen. Daraufhin verschob der Hersteller die Einführung und besserte mit einem neuen Steuergerät und neuem Öl nach. Jetzt soll der Kleinwagen aber durchstarten. Noch in diesem Jahr will Nissan in Deutschland 16.000 Einheiten davon verkaufen. Der Micra ist damit das zweitwichtigste Fahrzeug für die ändler der japanischen Marke nach dem Erfolgsmodell Qashqai. (dp)