Politik: Nicht ohne meine Warnweste

12.04.2013 11:26 Uhr
Um immer gesehen zu werden, helfen die Warnwesten ihren Trägern. Künftig sollen die Westen Pflicht werden.

Die Länderverkehrsminister wollen eine Warnwestenpflicht auf Deutschlands Straßen einführen. Die Westen sollen in Autos, Wohnmobilen und Lastwagen bereitliegen und im Fall einer Panne oder eines Unfalls getragen werden. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) bezeichnete den Entschluss am Donnerstag zum Abschluss der Verkehrsministerkonferenz in Flensburg als überfällig.

"Es dient der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, wenn beim Verlassen des Fahrzeugs nach einem Unfall oder einer Panne Warnwesten angelegt werden", sagte er als Vorsitzender der Konferenz. Das Bundesverkehrsministerium soll einen Umsetzungsvorschlag erarbeiten.

Empfehlung statt Pflicht

Der ADAC spricht sich für eine Empfehlung aus. "Es ist sinnvoll, eine reflektierende Weste im Auto mitzuführen, damit man nach einer Panne oder einem Unfall bei Dunkelheit besser gesehen werden kann", sagte eine Sprecherin in München. Aber nicht alles, was sinnvoll sei, müsse zwingend als Pflicht geregelt werden. Die meisten Autofahrer hätten bereits jetzt Warnwesten im Fahrzeug und nutzten diese auch.

Der ACE Auto Club Europa begrüßte den Ministervorschlag, sprach sich allerdings dafür aus, zuallererst Autohersteller und -händler zu verpflichten, Neu- und Gebrauchtwagen obligatorisch mit Warnwesten auszurüsten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte mit, eine verbindliche Regelung sorge für mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen.

In anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien und Österreich gilt bereits Warnwestenpflicht. Bereits am ersten Konferenztag war bekanntgeworden, dass die Minister am Verbot von mobilen Blitz-Warngeräten für Autofahrer festhalten. (dpa)

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