Im Streit um strengere CO2-Richtlinien für Autos will die Bundesregierung der Branche entgegenkommen. Hersteller, die frühzeitig auf besonders umweltfreundliche Autos setzten, sollten dafür belohnt werden, sagte ein EU-Diplomat in Brüssel. Diesen Vorschlag der Bundesregierung debattierten Ländervertreter Anfang der Woche in einem EU-Expertengremium.
Der deutschen Position zufolge sollen die Autobauer besonders saubere Fahrzeuge wie Elektroautos ab 2016 mit dem Faktor 3,5 für die CO2-Bilanz ihrer Flotte anrechnen. Dieser Faktor solle bis 2020 auf 1,5 sinken. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montag) hatte über den Vorschlag berichtet.
Supercredits für Sparmobile
Von 2020 an sollen neue Autos im Flottendurchschnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. 2012 lag der Durchschnitt der Neuzulassungen in Deutschland nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes bei knapp 142 Gramm. Besonders die deutschen Premiumhersteller wie BMW, Daimler oder Audi sowie Porsche sind teils deutlich über dem Schnitt. Mit ihren schweren Fahrzeugen dürften sie größere Probleme haben als Massenhersteller wie Renault, Fiat oder Volkswagen.
Mit den so genannten Supercredits für besonders sparsame Autos könnten beispielsweise E-Mobile den Verbrauch mehrerer größerer Spritschlucker kompensieren. Die Bonuspunkte sollen ab 2016 gesammelt, aber erst nach 2020 genutzt werden, um noch strengere Regeln einhalten zu können, wie laut Diplomaten aus dem Vorschlag hervorgeht, der der Arbeitsgruppe für Umweltfragen präsentiert wurde. (dpa)