Freitag, 25.05.2012
07.12.2009
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Opel
GM-Europachef Nick Reilly

Der neue Opel-Chef Nick Reilly sieht Lücken in der Produktpalette des angeschlagenen Autobauers.

Reilly will Produktpalette ergänzen

Der neue Opel-Chef Nick Reilly sieht Lücken in der Produktpalette des angeschlagenen Autobauers. "Opel braucht einen Kleinstwagen", sagte er am Samstag bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Das wird die höchste Priorität haben." Größte Chancen sieht Reilly dabei auch in der Entwicklung von Hybrid- und gasbetriebenen Fahrzeugen. Probleme in der Positionierung der Marke gebe es hingegen keine. Opel stehe für gute Qualität und ein aufregendes Design.

Zugleich kündigte Reilly an, möglicherweise schon in der kommenden Woche sein neues Management-Team vorzustellen. Ob der bisherige Geschäftsführer der Adam Opel GmbH, Hans Demant, dazugehört, ließ er offen. Er wolle keine Kommentare zu einzelnen Personen abgeben, sagte Reilly. Die Pläne zur Umstrukturierung in Europa seien zu "90 oder 95 Prozent" fertig. "An der einen oder anderen Ecke kann es noch kleinere Veränderungen gebe." Die Pläne sollen aber bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres vorliegen. Dafür seien noch zwei bis drei Arbeitswochen nötig, dazwischen liege Weihnachten, sagte der neue starke Mann von GM in Europa.

Der Sanierungsplan sei unabhängig von staatlichen Hilfen der Länder mit Opel-Standorten. "Es macht keinen Unterschied für unseren Umstrukturierungsplan, wie die Unterstützungen der Regierungen ausfallen", sagte Reilly. Von verschiedenen Ländern habe es aber bereits positive Signale gegeben. Zahlen wollte er aber weiterhin nicht nennen, "um nicht ein Land gegen das andere auszuspielen".
Reilly räumte aber ein: "Wir wären natürlich enttäuscht, sollte Deutschland das einzige Land sein, das jegliche Hilfe verweigert."

Bei den neuen Freiheiten für Opel - der Autobauer darf seine Fahrzeuge künftig weltweit vertreiben - will Reilly aber auf den Profit achten. "Wir machen das nicht, um mehr Autos zu produzieren - es muss Geld bringen." Als warnende Beispiele aus der Vergangenheit nannte Reilly die Versuche von Opel, in Indien oder Japan Fuß zu fassen. Aus diesen Märkten habe sich Opel mangels Konkurrenzfähigkeit wieder zurückgezogen.

Reilly bekräftigte noch einmal die am Freitag vorgestellten Pläne, doch keine Ingenieursstellen am Rüsselsheimer Entwicklungszentrum von Opel zu streichen. Ein früheres GM-Sanierungskonzept hatte vorgesehen, 8313 der 48 000 Stellen bei Opel und Vauxhall abzubauen, darunter auch rund 550 Ingenieursstellen an dem Entwicklungszentrum. Dieser Plan sei aber inzwischen endgültig vom Tisch, sagte Reilly. Die Zahl stamme noch von Anfang des Jahres und sei nur Teil eines Rechenbeispiels gewesen. Der bisherige Interims-Chef Reilly war am Freitag zum neuen Präsidenten von General Motors Europe ernannt worden. (dpa)


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