Winterreifen: Verband sieht keine "Mangelwirtschaft"

27.10.2010 14:55 Uhr
Winterreifenvorräte: Es hätten nur Reifenhändler Probleme, die nicht ausreichend bestellt haben, sagt der BRV.
© Foto: ddp-Archiv, Michael Urban

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) sieht derzeit keine größeren Probleme bei der Verfügbarkeit von Winterreifen. Zwar mehren sich laut einer Verbandsmitteilung in der Geschäftsstelle die Anrufe von Mitgliedern, die sich über ein mangelndes Angebot beklagen. Doch insbesondere der Vorwurf, Reifenhersteller würden derzeit den Großhandel bevorzugt bedienen, könne nicht bestätigt werden. "Die Versicherungen der Hersteller, die wir bezüglich der Gleichbehandlung der Distributionskanäle natürlich befragten, sind glaubwürdig, auch wenn das der ein oder andere in unseren Reihen nicht wahrhaben möchte", erklärte der geschäftsführender Vorsitzende, Peter Hülzer, in einem aktuellen Rundschreiben an die Mitglieder. Hülzer bricht darin eine Lanze für die Reifenhersteller: Sie hätten für das Ersatzgeschäft per Ende September 2010 mit 16,5 Millionen Stück Winterreifen ca. 21 Prozent mehr ausgeliefert als 2009. Gleichzeitig seien aber aufgrund der stark ansteigenden Exporte der deutschen Automobilindustrie noch im September Sommerreifen für die Erstausrüstung produziert worden. Probleme hätten derzeit vor allem Reifenhändler, die zu spät oder zu wenig geordert hätten. "In den letzten Jahren ist verstärkt feststellbar, dass ein Teil des Reifenfachhandels Warenbevorratungsrisiken auf die Industrie und den Großhandel verlagert hat", kritisierte Hülzer. "Übereinstimmend berichten zahlreiche Reifenfachhändler, dass der Beschaffungsprozess in den letzten Jahren komplizierter und aufwendiger geworden sei. Wir müssen uns deshalb zukünftig gerade in diesem Bereich noch professioneller aufstellen", appelliert der Verbandschef an die Mitglieder. Eine echte Warenverfügbarkeitsproblematik könne in den nächsten Wochen aber nur dann entstehen, wenn es zu dauerhaft winterlichen Straßenverhältnissen komme. "Aber auch dann wird die Begrifflichkeit der 'Mangelwirtschaft' nicht zutreffend sein", so Hülzer abschließend. Auch beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht man die Lage derzeit nicht dramatisch: "Partiell und modellbezogen kann es wohl den einen oder anderen Engpass geben, es gibt aber offensichtlich kein flächendeckendes Versorgungsproblem", sagte Pressesprecher Ulrich Köster. (asp/ng)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Autoflotte ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift für den Flottenmarkt im deutschsprachigen Raum. Zielgruppe in diesem wachsenden Markt sind die Fuhrpark-Entscheider in Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen mit mehr als zehn PKW/Kombi und/oder Transportern. Vorstände, Geschäftsführer, Führungskräfte und weitere Entscheider greifen auf Autoflotte zurück, um Kostensenkungspotenziale auszumachen, intelligente Problemlösungen kennen zu lernen und sich über technische und nichttechnische Innovationen zu informieren.