Reifengeschäft 2009: Winter heiß, Sommer lau

29.03.2010 14:33 Uhr
Erstmals wurden im vergangenen Jahr mehr Winter- als Sommerreifen abgesetzt.
© Foto: Michelin

Rund 56 Millionen Kraftfahrzeugreifen wurden im vergangenen Jahr vom Handel an private und gewerbliche Verbraucher verkauft. Wie der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) jetzt bei seiner Jahresbilanz in Bonn mitteilte, verlief das Reifenersatzgeschäft insgesamt besser als erwartet. Der Stückabsatz nahm in der Summe aller Fahrzeugsegmente im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1,5 Prozent zu. Nach Angabe des Bundesfachverbandes bestätigte sich die im Januar gegebene erste Einschätzung, dass das Geschäft mit so genannten Consumer-Reifen (Pkw-, Off-Road- und Leicht-Lkw-Reifen) mit einem leichten Plus abschloss, während sowohl in der Produktgruppe Lkw-Reifen als auch in den Nischensegmenten der Reifen für Motorräder, Ackerschlepper (AS-Triebradreifen) und Erdbewegungsmaschinen (EM-Reifen) der Stückabsatz deutlich rückläufig war. Wie schon zu Jahresbeginn vom BRV geschildert, war das Absatzplus von 2,4 Prozent bei Pkw-Reifen (47,1 Millionen Stück) allein getragen von einer hohen Nachfrage nach Winterreifen, verursacht vor allem durch den Ausstattungsbedarf der im Zuge der Abwrackprämie erworbenen Neuwagen und die im November sowie Dezember anhaltend winterlichen Wetterbedingungen. Erstmals seien im vergangenen Jahr sogar 1,5 Millionen mehr Winter- als Sommerreifen abgesetzt worden. Damit lag die bundesweite Umrüstquote auf Winterreifen in der Saison 2009/2010 deutlich über 80 Prozent. Ganzjahresreifen werden übrigens statistisch unter Sommerreifen erfasst, obwohl sie unter bestimmten Einsatzbedingungen ebenfalls als geeignete Bereifung im Winter gelten. Das Plus von 13 Prozent bei Pkw-Winterreifen konnte die um 6,9 Prozent rückläufige Nachfrage an Pkw-Sommerreifen überkompensieren, sodass insgesamt gesehen 1,1 Millionen mehr Pkw-Reifen verkauft wurden als in 2008. Trend geht zu längerer Nutzung Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet der BRV insgesamt mit einer moderateren Entwicklung in den einzelnen Produktsegmenten. Die Trends zu längerer Nutzung und Haltbarkeit der Reifen, sowie geringeren Fahrleistungen pro Pkw (privat und gewerblich) "werden weiterhin wirken, bezogen auf Pkw-Sommerreifen aber in abgeschwächter Form", sagte der geschäftsführende Vorsitzende des BRV, Peter Hülzer. Durch eine Stabilisierung im Flotten- und Leasingbereich prognostiziert der Verband für das Ersatzgeschäft mit Pkw-Sommerreifen einen Absatzrückgang um 1,8 Prozent im Vergleich zu 2009. Durch den fehlenden Einmaleffekt der Abwrackprämie werde der Absatzrückgang bei Pkw-Winterreifen mit minus neun Prozent deutlicher ausfallen, sich aber "etwas über dem Niveau von 2008 einpegeln", so Hülzer. Weitere Vorhersagen des BRV können Sie gemeinsam mit den Detailzahlen für das Jahr 2009 unten in der Box unter Dateidownloads abrufen. (ng)

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