ZF/Range Rover Evoque: Neungang-Automatik für den SUV

14.06.2013 16:00 Uhr
ZF 9-Gang-Automatikgetriebe
Der Range Rover Evoque wird das erste Auto mit Neungang-Automatik.
© Foto: ZF

Noch in diesem Jahr wird die weltweit erste Neungang-Automatik in einem Serienfahrzeug zum Einsatz kommen. Range Rover nutzt ein Facelift des erfolgreichen SUV Evoque, um das von ZF produzierte Getriebe ins Fahrzeug einzubauen. Auch der nächste Kunde steht bereits fest: Einige Monate nach dem Evoque soll das Chrysler-Modell Jeep Cherokee mit dem Automaten ausgestattet werden.

Noch heute sind nicht wenige Fahrzeuge im mittleren und unteren Bereich mit einer Vier- oder Fünfgang-Automatik ausgerüstet. Sechs Gänge sind allerdings bei Premium-Anbietern das Minimum und Hersteller wie Mercedes (sieben Gänge) oder BMW und Lexus (acht Gänge) gehen noch weiter. In diesem Zusammenhang mag es überraschen, dass ZF sein neues Neungang-Getriebe nicht für Motoren mit Längseinbau, wie man es vor allem bei großen Fahrzeugen antrifft, sondern für vorne quereingebaute Motoren ausgelegt hat.

Quer statt längs

Die Lösung ist jedoch einfach: Die Friedrichshafener setzen mit dem neuen Getriebe auf das größer Marktsegment und damit auf Wachstum. Weltweit fahren drei Viertel aller Fahrzeuge mit einem solchen Motor – allein schon aus Platzgründen ist das von der Kompaktklasse/Kompakt-SUV über Kleinwagen bis hin zu Kleinstfahrzeugen meist nicht anders möglich.

Nur 25 Prozent aller Fahrzeuge fahren mit einem längseingebauten Motor. Vor allem in den expandierenden Märkten Asiens und Amerikas werden daher für den Quereinbau vorgesehene Getriebe größere Wachstumschancen haben. Es überrascht daher auch nicht, dass der Neungänger auch in den USA produziert wird. Von hier sollen vor allem US-Hersteller sowie internationale Marken mit Standorten in den USA beliefert werden.

Zwölf Prozent gespart

Das neue Getriebe ist mit 86 Kilogramm (inklusive Öl, ohne Kühler) relativ leicht und ist als Baukasten konzipiert. So können außer dem sogenannten 9HP48 (für Drehmomente bis 480 Nm) und dem schon geplanten 9HP28 (280 Nm) auch weitere Bauarten je nach Anforderung der Hersteller produziert werden.

Das 9HP wurde, wie praktisch derzeit alle automobilen Innovationen außerhalb des Sicherheitsbereichs, unter dem Diktat des Sprit- und CO2-sparens konzipiert. Laut ZF spart es im Vergleich zu einem Sechsgang-Getriebe rund 12 Prozent Kraftstoff ein, im neunten Gang bei Tempo 120 wird die Drehzahl von 2.890 auf 2.170 U/min abgesenkt, was den Verbrauch sogar um 16 Prozent verringern soll.

Während in Europa und speziell in Deutschland Doppelkupplungsgetriebe sehr beliebt sind, schätzen Autofahrer in den asiatischen und amerikanischen Märkten den etwas höheren Komfort eines Automatikgetriebes mit Drehmomentwandler. Um die dabei auftretenden hydraulischen Verluste zu minimieren, hat ZF ein mehrstufiges Torsionsdämpfersystem entwickelt, das ein rasches Schließen der Wandlerkupplung schon bei niedrigen Drehzahlen ermöglicht – gut für die Fahrdynamik. (sp-x/Peter Eck)

ZF 9-Gang-Automatikgetriebe

Im Vergleich zu einem Sechsgang-Getriebe spart die Neungangautomatik rund zwölf Prozent Kraftstoff ein.

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