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Ausgabe 07/2017

Bärenstark

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© AUTOFLOTTE

Der Kodiaq ist Skodas erstes großes SUV. Wenig überraschend gefällt er als ausgereifter Allrounder für den Alltagseinsatz.

_ Während Audi-SUV-Namen mit einem "Q" beginnen, geht Konzernschwester Skoda den umgekehrten Weg. Tschechische SUVs enden auf diesen Buchstaben. So heißt der Yeti-Nachfolger Karoq, den Anfang aber machte im letzten Herbst der Kodiaq, für dessen Namen eine Braunbärart Pate stand.

Das Testauto

Mit mittelgroßem Diesel und 150 PS, Allradantrieb, Doppelkupplungsgetriebe DSG und der Top-Ausstattung Style ist der Test-Kodiaq ab 32.513 Euro zu haben. Serienmäßig sind dann zum Beispiel LED-Scheinwerfer, Licht- und Regensensor, Multifunktionslenkrad, schlüsselloser Zugang und Start, Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, Einparkhilfe vorn und hinten, DAB-Radio, Bluetooth oder das Infotainmentsystem Bolero mit Acht-Zoll-Touchscreen. Als Optionen waren unter anderem der adaptive Tempomat, Lenkradheizung, das Businesspaket Columbus (mit Navigation, Verkehrszeichenerkennung, elektrischer Heckklappe oder Gepäcknetz) an Bord, außerdem eine dritte Sitzreihe, der Fernlichtassistent, der Parklenkassistent 3.0 oder der Spurhalte- und Spurwechselassistent.

Karosserie

Die Kodiaq-Linien sind in sich stimmig, insgesamt verkörpert der Tscheche eine unheimliche Präsenz. Er vollbringt das Kunststück, innen wie außen deutlich größer zu wirken, als er tatsächlich ist. Knapp 4,70 Meter misst er in der Länge, geschätzt wird er nicht selten auf fünf Meter. Einer der größten Pluspunkte des Kodiaq ist seine Raumausnutzung: Das Auto bietet Platz en masse, die steilstehenden A-Säulen unterstreichen das großzügige Raumgefühl auch subjektiv. Bei der Rundumsicht stören nur die breiten D-Säulen. Typisch Skoda sind praktische Alltagshelferlein wie der automatische Kantenschutz für die - hinten sehr langen - Pforten oder der Eiskratzer im Tankdeckel.

Interieur

Die pfiffigen Lösungen setzen sich innen fort: Ab Ambition gibt es Regenschirme in den Vordertüren oder eine LED-Akku-Taschenlampe im bis zu 2.065 Liter großen Kofferraum. Schon im Standardformat passen bis zu 650 Liter unter die Hutablage. Weil unser Test-Kodiaq mit sieben Sitzen (630 bis 748 Euro) vorfuhr, waren es"nur" 560 Liter bei umgeklappter dritter Reihe. Mit sieben Passagieren passen noch 270 Liter Gepäck hinter die letzte Sitzreihe. Erwachsene hocken dort jedoch mehr, als dass sie sitzen. Ansonsten glänzt der Kodiaq mit tadelloser Bedienergonomie im sauber verarbeiteten Cockpit. Was uns auffiel: Bei direkter Sonneneinstrahlung blendet der Touchscreen in der Mittelkonsole den Fahrer manchal sehr stark.

Antrieb

Wir waren vor allem auf der Autobahn unterwegs. So richtig dynamisch zeigt sich der Motor dort nicht. Schnelles Mitschwimmen im Verkehr ist zwar kein Problem, mangelnde Elastizität bei höheren Umdrehungen schon eher: Wer bei Tempo 150 an Steigungen noch schnell am Vordermann vorbeiziehen will, während hinten schon der nächste Überholer naht, kann nicht wirklich spontan agieren. Beschleunigt man von unten raus, sieht das anders aus, da schiebt der Kodiaq gut nach vorn. Was uns weniger gefiel, waren der - allerdings wirklich nur dann - untenrum etwas raue Motor und die unharmonische Start-Stopp-Automatik. Sie legte nach dem Tritt aufs Gaspedal eine Art Gedenksekunde ein, bevor sie den Diesel wieder anließ. Weiterer Kritikpunkt: Das DSG arbeitet bei niedrigen Drehzahlen etwas unharmonisch. In den Tank flossen bei uns im Schnitt 7,2 Liter Diesel je 100 Kilometer, wenn wir uns auf der Autobahn an der Richtgeschwindigkeit orientierten.

Fahrpraxis

Wie gesagt, der Kodiaq wirkt riesig. Schön ist, dass er sich aber im Alltag auch im Großstadtgewühl sehr wendig und handlich fährt. Viel Freude bereitet zudem das komfortable, aber nicht schwammige adaptive Fahrwerk (790 Euro), das in Kombination mit dem langen Radstand von fast 2,80 Metern kurze wie lange Unebenheiten souverän wegbügelt. Die direkte Lenkung unterstreicht diesen positiven Eindruck.

Autoflotte-Tipp

Dynamische Vielfahrer greifen zum Top-Diesel mit 190 PS. Seine Basis ist die mittlere Ausstattung Ambition - immer mit Allradantrieb und DSG steht er ab 31.756 Euro beim Händler. Die Wahl der Vernunft ist aber die getestete 150-PS-Variante, und dann der Fronttriebler mit serienmäßigem DSG. Er steht bereits in der Basis Active in der Preisliste (ab 26.630 Euro). Wir empfehlen jedoch die mittlere Linie Ambition (ab 28.899 Euro), auch weil schon grundlegende Features wie ein Licht- oder Regensensor im spartanisch gepackten Active gar nicht erhältlich sind. Im Ambition gibt es sie dagegen serienmäßig, außerdem zum Beispiel das Multifunktionslenkrad, die Zweizonen-Klimaautomatik, den Tempomaten, Parksensoren hinten oder das DAB-Radio und Bluetooth. Dazu kämen in unseren Kodiaq Ambition

- das Business-Paket Amundsen mit Navi, Verkehrszeichenerkennung, WLAN-Hotspot oder Gepäcktrennnetz (1.252 Euro)

- Metalliclack (462 oder 479 Euro)

- LED-Scheinwerfer (832 Euro)

- Fernlichtassistent (160 Euro)

- Sitzheizung vorn (202 Euro)

- Parksensoren vorn und hinten (261 Euro)

- Rückfahrkamera (303 Euro)

- adaptiver Tempomat (ab 269 Euro) sowie

- die Spurhalte-, Totwinkel- und Ausparkassistenten (731 Euro)

So kämen wir auf einen Gesamtlistenpreis von 33.371 Euro.

Details

Stärken & Schwächen

Stärken- Viel Platz- Gut abgestimmtes Fahrwerk- Pfiffige AlltagshelferSchwächen- Wenig dynamischer Antrieb- Unharmonische Start-Stopp-Automatik

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