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Ausgabe 01/02/2018

Der Nobel-Passat

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© AUTOFLOTTE

Elegant und praktisch - so lässt sich der VW Arteon beschreiben. Trotz coupéhafter Linie mangelt es ihm nicht an genügend Platz für Mensch und Gepäck.

_ Neues Spitzenmodell bei VW: Angesiedelt über dem Klassiker Passat, steht der Arteon seit Sommer als Nachfolger von CC und - in gewisser Weise - Phaeton bei den Händlern. Anders als der Phaeton rollt das MQB-Derivat Arteon im ostfriesischen Emden aber nur mit Vierzylindern vom Band. Welchen Eindruck der Spitzendiesel im Alltag hinterlässt, klärt der Autoflotte-Test.

Das Testauto

Mehr Arteon geht kaum: Der 240 PS starke Zweiliter-Diesel kommt mit Allrad und Sieben-Gang-DSG. Kombiniert mit der von uns getesteten Top-Ausstattung R-Line liegt der Startpreis bei 44.769 Euro. Unser Testauto kam sogar auf insgesamt 56.294 Euro. Zusätzlich zu den in der R-Line serienmäßigen Gimmicks wie LED-Licht, elektrischer Heckklappe, Klimaanlage, Spurhalteassistent, 18-Zoll-Leichtmetallrädern, Ledermultifunktionslenkrad, adaptivem Fahrwerk, Einparkhilfe vorn und hinten, Fernlichtassistent oder Sitzheizung vorn hielten zahlreiche Extras Einzug in das Testexemplar. Ein Beispiel ist das "Business Premium"-Paket unter anderem mit Drei- Zonen-Klimaautomatik, Front Assist und Navigationssystem "Discover Media". Zusammen mit dem Fahrerassistenz-Paket für 1.374 Euro (unter anderem adaptiver Tempomat bis 210 km/h, dynamische Fernlichtregulierung, Stau- und Ausparkassistent) kostet es 1.613 Euro. Anstelle des Navigationssystems "Discover Media" war außerdem die Variante "Discover Pro" verbaut (dann 1.202 Euro).

Karosserie

Nein, der Arteon ist kein Jaguar. Auch wenn sich eine Kollegin beim ersten entfernten Sichtkontakt schon freute, in einem Modell der englischen Edelkatze chauffiert zu werden - er ist und bleibt ein VW. Aber ein sehr eleganter. Mit 1,45 Metern Höhe, nach hinten abfallendem Dach und rahmenlosen Seitenscheiben nennt sich der neue Spitzen-VW zu Recht viertüriges Coupé - inklusive typisch schlechter Rundumsicht. Trotzdem bietet der Arteon viel Platz. Vorn sowieso, aber auch im Fond mit massig Knieraum und ausreichend Kopffreiheit. Und der über die große Heckklappe gut beladbare Kofferraum ist mit mindestens 563 Litern Fassungsvermögen ebenfalls fernreisetauglich. Störend ist nur die innen hohe Ladekante.

Interieur

Insgesamt macht der Arteon-Innenraum VW-typisch einen aufgeräumten und hochwertigen Eindruck. Highlight ist die digitale Instrumentierung (Active Info Display für 429 Euro). Die Anzeigen des interaktiven TFT-Displays mit 31 Zentimetern Bildschirmdiagonale sind gestochen scharf und gut ablesbar. Auch die Menüführungen von Infotainment und Navigation geben markentypisch keine Rätsel auf. Was den Qualitätseindruck trübt: In einem Auto dieser Preisklasse sollte für das Head-up-Display keine Plastikscheibe aus dem Instrumententräger fahren.

Antrieb

Eines kann man dem SCR-gereinigten 240-PS-TDI gewiss nicht vorwerfen: fehlende Power. Beim Tritt aufs Gaspedal spurtet der Wolfsburger unmittelbar los - so macht Autofahren auch dynamischen Piloten Spaß. Schade nur, dass der Motor insgesamt relativ rau läuft und das Getriebe gerade in den unteren Gängen ziemlich ruckig schaltet. Beim Verbrauch lagen wir bei durchschnittlich 9,0 Litern Diesel. Kein geringer Wert, der allerdings durch zahlreiche Stadtfahrten und Temperaturen um den Gefrierpunkt relativiert wird.

Fahrpraxis

Abgesehen vom rauen Motorlauf ist der Arteon ein komfortabler Langstreckengleiter. Insbesondere das adaptive Fahrwerk überzeugt, weil es feine wie grobe Fahrbahnunebenheiten praktisch vollständig abfedert. Auch wenn sportliche Naturen hier auch im Sportmodus vielleicht ein wenig Biss vermissen werden, den Ausgleich erhalten sie in Form der äußerst knackigen und direkten Lenkung.

Autoflotte-Tipp

Die 240 PS machen Spaß, aber in der Praxis reicht den meisten wohl auch der 190-PS-TDI, der wie alle Arteon-TDI SCR-gereinigt ist. Wie der stärkste Diesel kommt auch er immer mit Sieben-Gang-DSG und mindestens als Elegance. Standard ist jedoch der Frontantrieb, auch deshalb liegt der Basispreis mit 38.655 Euro 5.630 Euro unter dem des Top-Selbstzünders. Ob man anstelle der Komfortvariante Elegance lieber die sportliche R-Line wählt, ist bei 483 Euro Aufpreis eher eine Geschmacksfrage. Immer mit an Bord sein sollten aber das Fahrerassistenzpaket mit Abbiege- und Schlechtwetterlicht, dynamischem Fernlichtassistenten, Emergency Assist, Stauassistenten, dynamischem Kurvenlicht für 1.374 Euro,

- die dann obligatorische Umgebungsansicht Area View inklusive Rückfahrkamera (732 Euro; alternativ erfordert das Fahrerassistenzpaket den Parklenkassistenten für 273 Euro und die Rückfahrkamera für 345 Euro)

- das Business-Paket Premium unter anderem mit Massage-Fahrersitz, Sitzheizung vorn und hinten, Telefonschnittstelle "Comfort", Drei-Zonen-Klimaautomatik, adaptivem Tempomat, Front Assist oder Navigation "Discover Media" (1.613 Euro bei Wahl des Fahrerassistenzpakets)

- das Active Info Display (429 Euro)

- die Verkehrszeichenerkennung (42 Euro)

- DAB+-Empfang (206 Euro)

- Sprachsteuerung (185 Euro)

- beheizte Frontscheibe (324 Euro) und

- Keyless Access (403 Euro).

Insgesamt beträgt der Arteon-Preis dann 43.963 Euro.

Details

Stärken & Schwächen

StärkenGroßer, gut zugänglicher KofferraumDirekte Lenkung und komfortables FahrwerkViel PlatzSchwächenRauer Motorlauf+ Ruckig schaltendes GetriebeBillig wirkendes Head-up-Display

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