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Mitsubishi Space Star

Der Pflegedienst-König

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Klein, wendig, freundlich. Der Space Star gefällt trotz Spoilerkleid mit Unaufdringlichkeit
© Michael Blumenstein

Die Anforderungen an Pflegedienst-Fahrzeuge sind speziell. Die Autos sollen günstig sein, robust und - eine lange Garantiezeit schadet nicht. Mitsubishis Space Star passt ins Raster - finden nicht nur wir.


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Mitsubishi ist per se eine Marke, die ein recht neutrales Image besitzt. Die Kunden sind - laut externen Umfragen - zufrieden; die Pannenstatistik beweist, dass die Technik der Japaner funktioniert und sie haben/ hatten Modelle im Programm, von denen andere Hersteller träum(t)en. Stichwort Mitsubishi Lancer Evo und Mitsubishi Pajero. Der Evo ist generell nicht mehr im Programm, der Pajero zumindest bei uns nicht mehr. Dafür aber der Outlander Plugin-Hybrid - das nach Mitsubishi-Angaben meistverkaufte Plug-in-Hybrid-Fahrzeug Europas. Alles Automobile, die das Image der Japaner aufgebaut und gefestigt haben, allesamt keine Schnäppchen.

Günstiger geht es nicht

Am anderen Ende befindet sich der Mitsubishi Space Star. Ein 3,80-Meter-Kleinstwagen, der imagemäßig eher zurückhaltend agiert. Zwar werden auch bei ihm die Prospekte mit jungen Damen geschmückt, die suggerieren, wie Lifestyle funkionieren soll. Doch wenn man sich die Klientel anschaut, die den Wagen fährt, sieht die Sache oft anders aus. Wert wird beim Kauf eher auf günstige Preise gelegt. Und genau da trumpft der Space Star auf. Neben preissensiblen Privatkunden greifen gerade Pflege- und Lieferdienste beim Space Star verstärkt zu. Ausstattung ist zweitrangig, der Dreizylinder muss sich drehen und das Auto bewegen - lange und zuverlässig. Und sollte es mal haken, helfen fünf Jahre Garantiezeit. Der Aktions-Startpreis des Space Star liegt bei: 6.714 Euro. Bäm. Günstiger geht es nicht - zumindest als Neuwagen. Zwar fehlt es in dem Niveau an fast allem, aber der Wagen fährt.

Wir empfehlen daher die Ausstattungslinie Sprit, die bei 8.395 Euro startet. Hier gibt es sogar noch spezielle Nachlässe für Pflegedienste. Serienmäßige Annehmlichkeiten wie Zentralverriegelung mit Funk, Klimaanlage, Regensensor, Radio mit USB und Bluetooth, höhenverstellbarer Fahrersitz und Gurthöhenjustierung sowie die klappbare Rückbank sind an Bord. Und selbst so nützliche Dinge wie eine Kofferraumbeleuchtung. Die vermisst man oft selbst in höheren Fahrzeugklassen.

Bleiben wir hinten. Klar, dass in den Winzling nicht viel Gepäck reingeht. Mit 235 Litern schluckt der Kofferraum dennoch sämtliche Utensilien, die in der mobilen Pflege dabei sein müssen und - andere bieten auch nicht mehr. Wer mehr Platz benötigt, klappt simpel per Schlaufenzug vom Kofferraum aus die Rückbank um. Vier Personen "gehen auch mal rein".

Die vorderen Sitze sind kein Paradebeispiel für Langstreckenfauteuils, der Bezug wirkt dafür haltbar und sollte häufiges Ein- und Aussteigen gut wegstecken, ohne, dass die Seiten sich schnell aufrubbeln. Das Lenkrad ist lediglich in der Höhe verstellbar, die Sitzposition daher nicht für alle optimal - aber geht es darum? Das Raumgefühl vorn ist gut, da der Space Star mit 1,50 Metern relativ hoch aufbaut - das hilft auch beim ständigen Ein- und Aussteigen.

Einfach einfach

Und wer erstmalig einsteigt, freut sich über ein "Bedienkonzept", das auf Anhieb verstanden wird, über das direkte Verbinden (Kabel) mit Apple Carplay und dass auch so "Fummeligkeiten" wie das Umstellen von Sommer- auf Winterzeit ohne Handbuch-Studium gelingen. Lediglich der Bordcomputer ist sehr mickrig und zeigt immer nur einen Wert. Der kleine Stift im Tacho ist zum Nullen der Werte und zum Menü-Durchblättern. Im Pflegedienst verharrt der wohl meist auf der Tageskilometeranzeige.

Wir fahren übrigens die mittlere Ausstattungsversion Spirit+, denn erst hier startet der Space Star mit dem Automatikgetriebe. Das ist zwar eine deutlich höhere Investition als beim Schaltgetriebe-Pendant mit selbem Motor, aber die stufenlose Automatik vereinfacht den Fahralltag gerade in der Stadt erheblich, macht das Fahren sicherer und dürfte in vielen Fällen auch zum Spritsparen beitragen. Sind gerade für große Fahrzeuge die CVT-Wandlergetriebe selten eine Wohltat (Stichwort Gummibandeffekt), passt die Kombination aus CVT und kleinem Dreizylinderbenziner hervorragend. Unaufdringlich legt der 1,2- Liter-Motor sich ins Zeug, mobilisiert auf Wunsch 71 PS und 102 Newtonmeter und treibt den Eintonner frisch und mit kehligem Klang vorwärts. Der Kurzstrecken-Stadtverbrauch könnte sich in vielen Fällen bei rund 6,5 Litern einpendeln - hierbei hilft auch die Start-Stopp-Funktion beim Ampelhalt. Wer auf der Langstrecke im Verkehr mitschwimmt, freut sich auf Werte um die fünf Liter. Die Schaltkulisse der Automatik erinnert an alte Automatikgetriebe."Gassengeführt" flutscht der Hebel perfekt durch die Schaltkulisse. Ohne hinzuschauen, trifft man D, N und R und wer die Motorbremse nutzen möchte, erledigt das "Runterschalten" ebenfalls elegant aus dem Handgelenk heraus.

Dass das Fahrwerk keine Highend-Ansprüche erfüllt, dürfte klar sein. Die Federn sprechen teils derb auf Querfugen an, die Dämpfer stabilisieren in Kurven dennoch eher weniger, was der Fahrsicherheit nicht abträglich ist. Ganz im Gegenteil, man lässt es behutsamer angehen. Trotz allem passt das gebotene Paket und dürfte vor allem in Kombination mit den 14- oder 15-Zoll-Rädchen viele Bordsteinkontakte unbeschadet verdauen. Ebenso lenkt die Lenkung nach Vorgabe des Piloten in die gewünschte Richtung und ist leichtgängig.

Im gefahrenen Mitsubishi Space Star Spirit+ gibt es dann noch die zweistufige Sitzheizung und beispielsweise den Tempomaten. Nettigkeiten, die nicht nötig sind, aber das Autofahren komfortabler machen. Weitere Extras wie Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer, schlüsselloses Öffnen und Motorstarten und Klimaautomatik gibt es in der Top-Ausstattung,"Top" getauft. Nötig ist all das nicht, macht den Kleinen aber feiner, wenngleich er sich dann in Preisregionen bewegt, in die sich bereits Polo oder Corsa verirren - freilich nicht mit dem Ausstattungsumfang.

Der Mitsubishi Space Star wird übrigens in rund 90 Ländern verkauft. Meistens heißt der am thailändischen Ostufer produzierte Mini jedoch Mirage - irgendwie ein passenderer Name. Denn ein Platzwunder ist der Pflegedienst-König bei all seinen Tugenden nicht. Erwartet aber auch niemand von dem Zwerg.

Von Autoflotte getestet

+- Gute Größe- Einfache BedienungAT-Aufpreis nur 840 Euro (netto)-- AT an Ausstattung gebunden- Hart gefedert, weich gedämpft- Kein Statussymbol (das könnte aber auch als "+" stehen)

Mitsubishi Space Star Spirit+ Automatik

Preis ab: 11.840 EuroR3/1.193 | 52 kW/71 PS | 102 Nm 3.500 U/min | CVT-Automatik | 15,8 s 163 km/h | WLTP: 5,5 S | 125 g/km 3.845 x 1.665 x 1.505 mm 235 - 912 lKH: 16 | TK: 20 | VK: 19Effizienz: CWartung: jährlich/20.000 kmGarantie: 5 Jahre/100.000 km

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