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Ausgabe 12/2016

Die Business-Limousine

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© AUTOFLOTTE

Mit der E-Klasse erneuerte Mercedes-Benz in diesem Jahr einen seiner Business-Bestseller. Die neue Generation sticht vor allem mit der Möglichkeit teilautonomen Fahrens hervor.

_ Wenn es einen Inbegriff gibt für den Management-Dienstwagen, dann ist es wohl die E-Klasse von Mercedes-Benz. Seit diesem Jahr ist die klassische mittlere Baureihe der Stuttgarter in der fünften Generation auf dem Markt. Die Autoflotte testete die Qualitäten der Limousine E220d.

Karosserie

Im Gegensatz zum kantigen Vorgänger setzen die Schwaben bei der aktuellen Baureihe W213 wieder auf fließende Linien. Trotz abfallendem Dach bietet die Limousine aber auch hinten großzügige Platzverhältnisse. Der gut geschnittene Kofferraum bietet mit 540 Litern Standardvolumen ebenfalls ausreichend Platz für Reisegepäck. Zudem leidet die Funktionalität hier nicht unter der Form, der Zugang zum Gepäck geriet für eine moderne Limousine äußerst praktikabel. Für ihre Größe - die E-Klasse ist 4,92 Meter lang und ohne Spiegel 1,85 Meter breit - fährt sich die Business-Limousine erstaunlich wendig. Beim Einparken beeinträchtigen die Formen allerdings doch die Funktionalität, das Fahrzeugende ist weder vorne noch hinten einsehbar. Es lohnt sich also das Park-Paket für 1.490 Euro, das neben einer 360-Grad-Kamera auch den Einparkassistenten Parktronic enthält, der beim Rangieren auch die Gangwechsel übernimmt.

Interieur

Die fließenden Linien machen vor dem Interieur nicht halt. Die geschwungenen Linien innen sind nur unterbrochen vom 12,3-Zoll-Bildschirm für Navigation und Infotainment (bei Comand Online für 2.750 Euro). Dieser Bildschirm schließt sich optisch nahtlos an das ebenso große volldigitale Instrumenten-Display (Widescreen-Cockpit für 850 Euro) an. Beide Monitore liefern gestochen scharfe Bilder, die Instrumente lassen sich - in allen drei Darstellungen klassisch, sportlich oder progressiv - perfekt ablesen. Eine Touchfunktion besitzt aber auch der Comand-Monitor nicht, die Bedienung vereinfacht das Touchpad für 190 Euro.

Unsere Test-E-Klasse war mit der hellen Innenausstattung "Designo Leder Nappa macchiatobeige" ausgerüstet - im Alltag droht hier schnell Verschmutzungsgefahr. Unabhängig davon bietet die E-Klasse Fahrer und Beifahrer oberklassewürdige Sitzqualität - vor allem mit dem Aktiv-Multikontursitz-Paket für 1.950 Euro an Bord, das neben einer Massage- auch eine Fahrdynamikfunktion umfasst, die durch aufblasbare Luftkammern in den Sitzen den Seitenhalt in Kurven spürbar optimiert. Dass die Materialien in Qualität und Haptik edel daherkommen, darf der Kunde in dieser Preisklasse durchaus erwarten. Und typisch Mercedes: die Sitzverstellung in der Türverkleidung, der Lenkstock-Hebel und die in den Blinkerhebel integrierte Scheibenwischer-Bedienung.

Antrieb

194 PS holt der E220d aus vier Zylindern und zwei Litern Hubraum. Dank maximal 400 Newtonmetern fährt sich der mittlere von drei Dieseln auch beim Beschleunigen aus höheren Geschwindigkeiten recht spritzig. Dass kein Sechszylinder unter der Haube werkelt, hört man durchaus, akustisch aufdringlich wird das Aggregat aber nie. Da unterstützt auch das Akustik-Komfort-Paket (1.100 Euro), das unter anderem mit speziell folierten Scheiben für zusätzliche Ruhe sorgt. Keine Kritik auch an der Automatik, die zur richtigen Zeit und kaum merklich zwischen den neun Gängen wechselt. Unser Verbrauch bei vielen Autobahnfahrten mit wechselnden Geschwindigkeiten: 7,8 Liter.

Fahrpraxis

Mit der Luftfederung Air Body Control ist die E-Klasse jederzeit komfortabel unterwegs - auch in den Fahrmodi Sport und Sport+, die das serienmäßige System Dynamic Select neben Comfort, Eco (mit Segelfunktion) und Individual bietet. Ansonsten möchten wir unseren Fokus hier auf die zahlreichen Assistenzsysteme legen, die die E-Klasse - auch wenn die Hände natürlich weiter ans Lenkrad gehören - teilautonom fahren lassen. Das Fahrerassistenz-Paket Plus an Bord bot aktiven Spurwechsel-, aktiven Nothalt-, Ausweich-Lenk-, aktiven Totwinkel-, aktiven Spurhalte- oder aktiven Bremsassistenten mit Kreuzungsfunktion und Stauende-Notbremsfunktion ebenso wie den Abstandspiloten mit Stauassistent und Geschwindigkeitslimit-Piloten. In der Praxis passt sich der adaptive Tempomat so automatisch geltenden Tempolimits an, im Stau fährt die E-Klasse praktisch selbstständig und leitet Überholvorgänge bei aktiviertem Tempomaten bei Blinkerbetätigung automatisch ein. Und das sehr zuverlässig, auch wenn man natürlich nicht nur vor dem Überholen zum Beispiel auf der Autobahn selbst immer noch einen Blick nach hinten wirft. Angesichts der Vielzahl dieser Systeme sind die deutlich zu klein geratenen Außenspiegel also zu verschmerzen.

Preise und Ausstattung

In der Basis gibt es den E220d ab 39.600 Euro. Viele Features, die das Fahren so angenehm machen, sind dann natürlich noch nicht an Bord. Serienmäßig gibt es 16-Zoll-Leichtmetallräder, Stoffsitze, Halogen-Scheinwerfer, Regensensor, elektrische Vordersitze, Zweizonen-Klimaautomatik, das Audio-System Audio 20 USB oder die Neungangautomatik. Natürlich lässt sich der E-Klasse-Preis in ungeahnte Höhen treiben, sinnvoll ist aber vor allem das Business-Paket für 2.200 Euro unter anderem mit LED-Scheinwerfern, 66-Liter-Tank, Garmin-Navigationssystem Parkpilot und Sitzheizung vorn. Zumal interessante Extras mit diesem Paket deutlich günstiger werden: Comand Online gibt es so für 1.750 statt für 2.750 Euro, das Park-Paket für 640 statt 1.490 Euro, adaptives LED-Licht für 1.085 statt für 1.950 Euro und die Sitzklimatisierung für 740 statt 1.100 Euro. Vielfahrern würden wir zudem das Fahrerassistenz-Paket empfehlen, das für 1.900 Euro auf langen Strecken einen signifikanten Sicherheits- und Komfortgewinn mit sich bringt.

Details

Stärken & Schwächen

Stärken- Toller Fahrkomfort- Innovative Assistenzsysteme (teilautonomes Fahren)- Hohe VerarbeitungsqualitätSchwächen- Kleine Außenspiegel- Schmutzempfindlicher Innenraum (helle Innenausstattung)

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