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Ausgabe 08/2017

Fahrspaß vorn, Luxusreise hinten

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© AUTOFLOTTE

Das Flaggschiff aus Stuttgart kombiniert Power und sichere Fahrt auf noch entspanntere Art. Gleichzeitig wird die Bedienung noch intuitiver und die Motoren dank der 48-Volt-Bordspannung sparsamer.

_ Das Geheimnis erfolgreicher Produkte liegt oft in deren Einfachheit - nicht in deren simpler Qualität, sondern in deren intuitiver Bedienung und einer überzeugenden Anmutung. Dass die überarbeitete S-Klasse in puncto Qualität Benchmark ist, wissen nicht nur jene Käufer, die die aktuelle Generation zusammen mit dem BMW 7er an die Spitze der Oberklasse gehievt haben. Audi pariert nun mit dem A8, der im Herbst die Aufholjagd startet und dem sicheren, bequemen und teilautarken Reisen, dessen Grenzen im Moment noch der Gesetzgeber definiert, eine neue Hülle verpasst (S. 23).

So radikal neu fällt die Modellpflege der Stuttgarter nicht aus. Die markante Kühlerverkleidung mit den Multibeam-Scheinwerfern grenzt das Facelift zumindest vom Vorgänger ab. Dafür setzt die schwäbische Oberklasse an den neuralgischen Punkten an: Bedienkonzept und Motoren. Die wenigen Bedienknöpfe im Flaggschiff sammeln sich nun im Multifunktionslenkrad, das, mit den Touchflächen ausgestattet, den Drehregler fast obsolet werden lässt. Denn statt sich tief in die Untermenüs zu klicken, reichen wenige Schritte, um im gut strukturierteren Menü alle Einstellungen zu tätigen. Und davon hat der Technikführer eine Menge. Sei es der adaptive Abstandswarner (Distronic), der noch detaillierter auf die Kartendaten zugreift und dabei deutlich sportlicher die Kurven nimmt als mancher Konkurrent oder seien es die sechs Stimmungsmodi, die jeweils die Ambientebeleuchtung, die Massagefunktionen in den Vordersitzen, die Belüftung und den Klang stimmig auf ein Niveau regelt.

Neues V6-Quartett

Den Motorklang kann man mit der Auswahl des Aggregates variieren. Wobei gerade die beiden neuen Sechszylinder - als Benziner mit 367 oder 435 PS sowie als Selbstzünder mit 286 oder 340 PS - Großes versprechen. Die beiden Ottomotoren verfügen zudem über ein 48-Volt-System, das einen Starter-Generator antreibt, der wiederum die S-Klasse zum Mild-Hybrid verwandelt. Kostengünstiger Nebeneffekt: Die Aggregate benötigen keinen Antriebsriemen mehr. Zusammen mit der noch direkter ansprechenden Neungang-Automatik - jetzt ohne Drehmomentwandler - befeuern die Vier-, Sechs- oder Achtzylinder, die nun sparsam mit Zylinderabschaltung touren, die gängigen Modelle. Für den Maybach dürfen es weiterhin zwölf Brennkammern sein. Auf die Spitze treibt dies der AMG, der V8- und allradbetrieben in sportwagentauglichen 3,5 Sekunden zum Sprint auf 100 Stundenkilometer ansetzt.

Schweben statt Fahren

Ein bisschen Zauber versprüht das "Magic Body Control"-Fahrwerk. Eine Kamera scannt die Straße, je nach Unebenheit passt die Federung dann jedes Rad einzeln an - ein Effekt, der vor allem bei Kurvenfahrten beeindruckt, da man nicht mehr in die Kurve hineingedrückt wird, sondern fast horizontal durchgleitet. Beeindruckend sicher sind die Helfer an Bord. So bremst der Stauauffahr-Assistent selbst bei getretenem Gas bei maximal 100 Stundenkilometern komplett ab - das aber phasenweise, damit der Hintermann nicht auffährt. Apropos Hintermann: Wie das Rennen mit den Rivalen aus München und Ingolstadt weitergeht, wird sich zeigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die S-Klasse weiter an Gewicht gewinnt, ist mit dem aktuell gut durchdachten Paket aber recht hoch.

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