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Ausgabe 9/2010

Für jeden das Passende

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© AUTOFLOTTE

Für jeden das Passende

Ob Miete oder Leasing, Stadtlieferwagen oder Transporter, mit Standardlösungen oder individuellen Einbauten nach Maß ausgestattet: Die Leasinggesellschaften halten ein umfassendes Angebot für Fuhrparks bereit, die Waren ausliefern oder Werkzeuge und Materialien für Kundenbesuche transportieren müssen.

Was nicht passt, wird passend gemacht. Auf diesen Nenner lässt sich das Leistungsspektrum der Leasinggesellschaften rund um Nutzfahrzeuge bringen, die an unserer aktuellen Umfrage teilgenommen haben. Denn über die Standard-branchenlösungen der Hersteller und Importeure hinaus können die gewerblichen Kunden beim Leasing ebenso auf maßgeschneiderte Einbauten der „Fahrzeuginneneinrichter“ zurückgreifen.

Die Flexibilität beginnt bei den meisten Anbietern schon vor der Bestellung des Kunden, das heißt bei der Konfiguration. Denn bis auf drei Ausnahmen haben alle von uns befragten Leasinggesellschaften Konfiguratoren für Transporter entwickelt, die zum Teil über sehr nutzfahrzeugspezifische und detaillierte Selektionskriterien verfügen. So lassen sich potenzielle Neubestellungen zum Beispiel nach Laderaumdimensionen, Radstand, Maßen der Laderaumöffnungen, Nutzlast und Karosserieform heraussuchen. Darüber hinaus erlauben die Programme wie bei der Pkw-Konfiguration natürlich zum Beispiel auch die Auswahl nach Hersteller und Modell, CO2-Ausstoß, Motorleistung, Hubraum oder Treibstoffart (siehe Tabelle „Konfiguration“ auf S. 31 oben).

Bei den meisten Anbietern lassen sich darüber auch gleich werkseitige Einbauten mitbestellen (in zwölf von 16 Konfiguratoren sind auch diese Daten hinterlegt), bei zehn Software-Tools ist es sogar möglich, Einbauten anderer Hersteller zu hinterlegen. Komfortabler kann man sich die Auswahl und Bestellung kaum vorstellen.

Lösungen aus einer Hand Standard

Auch hat es sich bei den Leasinganbietern etabliert, Umbaulösungen bei Nutzfahrzeugen aus einer Hand anzubieten. Das heißt für den gewerblichen Kunden: Er erhält nur eine Rechnung, unabhängig davon, wie viele Unternehmen an der Vollendung der Transporter-Lösung mitgewirkt haben. Auch finden die Fuhrparks bei den meisten Leasinggesellschaften ein umfassendes Partnernetzwerk für spezifische Einbauten vor, das in der Regel die großen Player wie Bott und Sortimo beinhaltet (siehe Tabelle „Handling und Partner im Transporter-Leasing“ rechts unten auf dieser Seite).

Etwas genauer sollten Fuhrparks jedoch bei einigen Leasinggebern hinsehen, wenn sie Branchenlösungen bestimmter Hersteller suchen. Zwar gaben die meisten befragten Leasinggesellschaften unserer Umfrage an, mit allen Herstellern bei Branchenlösungen zusammenzuarbeiten, doch es gibt auch einige, auch unter den Non-Captives, die nicht das gesamte Spektrum von Herstellern und Importeuren abdecken. So können beispielsweise bei Athlon Car Lease nur Branchenlösungen von Opel und Fiat geordert werden, LeasePlan hat für Branchenlösungen lediglich die drei Importeure Citroën, Fiat und Renault im Portfolio.

Wichtiges Geschäftsfeld

Nutzfahrzeuge nehmen im Bestand der Leasinganbieter einen beachtlichen Posten ein. Bei vier Befragten (Daimler Fleet Management, DeTeFleetServices, Sixt und Volkswagen Leasing) liegt ihr Anteil schon bei einem Fünftel des Gesamtbestandes, beim Spezialisten für Langzeitmiete Maske Fleet entfallen sogar 38 Prozent der Flotte auf Transporter & Co. (s. Tabelle „Details zu Leasing und Miete“ auf S. 32). Jedoch ist auch anzumerken, dass das Nutzfahrzeuggeschäft bei einigen Leasinggesellschaften wie Commerz Real Autoleasing und VR Leasing eine weniger ausgeprägte Rolle spielt, weswegen sie an der Umfrage entgegen sonstiger Gewohnheiten gar nicht erst teilgenommen haben.

Wichtiges Geschäftsfeld ist auch bei Transportern das Full-Service-Leasing. Wie bei Personenkraftwagen sind also auch in diesem Fahrzeugsegment ergänzend zur reinen Finanzierung Servicebausteine wie Wartung & Verschleiß oder Reifen gefragt. Bei acht von 19 befragten Anbietern liegt der Full-Service-Anteil bei Transporter-Leasingverträgen zwischen 90 und hundert Prozent.

Kurz- und Langzeitmiete

Auch für gewerbliche Kunden, die Transporter nicht leasen, sondern mieten wollen, sind die Leasinggesellschaften ein möglicher Ansprechpartner. Denn das Gros von ihnen bietet sowohl die Kurz- als auch die Langzeitmiete an.

Etwas schwieriger wird es jedoch für Fuhrparks, die bestimmte Branchenlösungen mieten wollen. Denn hier müssen die meisten Leasinggesellschaften passen: Nur sieben von 19 befragten Unternehmen haben diese in ihrem Portfolio, und das zum Teil auch in eingeschränktem Maße (siehe ebenso Tabelle auf S. 32).

Welche Bedeutung Nutzfahrzeuge im Flottengeschäft haben, zeigt sich auch daran, dass die überwiegende Zahl der Leasinggesellschaften angibt, extra geschulte Mitarbeiter für Transporter & Co. zu beschäftigen. Manche haben spezialisierte Teams dafür gebildet, andere verfügen über einen Experten in jeder Fachabteilung, wiederum andere haben ihre Außendienstler für diese besonderen Anforderungen geschult (s. Tabelle unten).

Über die genaue Zahl der Trapo-Profis im Unternehmen schweigen sich die meisten Gesellschaften jedoch aus. So genau wollen sich nur die wenigsten in die Karten schauen lassen.

Beratung – wenn nötig auch mit externen Spezialisten

Unabhängig davon, ob, wie viele und in welchen Abteilungen speziell ausgebildete Mitarbeiter sitzen, bieten alle Leasinggesellschaften Beratungen zu sämtlichen Themen rund um Nutzfahrzeuge an. Diese kann sowohl kaufmännische als auch technische Aspekte umfassen, von der Wirtschaftlichkeit einzelner Modelle über die Unterstützung bei Verhandlungen zu Rahmenverträgen bis hin zur Umsetzung konkreter Einbaulösungen.

Dazu werden dann auch gern mal externe Spezialisten mit an den Besprechungstisch geholt. „Insbesondere bei komplexeren Anforderung ziehen wir – wenn erforderlich – rechtzeitig die Spezialisten der Hersteller mit dazu, um tatsächlich auch ein valides Angebot ,ohne nachkarten‘ erstellen zu können“, sagt Michael Velte, Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet.

Bei DeTeFleetServices werden Projekte mit Großflotten außer mit dem Kunden und den Konstrukteuren, wenn nötig auch mit technischen Zeichnern, Statikern oder Elektronikern aufgesetzt.

Sonderstellung bei der Rückgabe

Für die Schadenbewertung am Laufzeitende haben sieben von 19 befragten Leasinggesellschaften, also mehr als ein Drittel, einen eigenen Schadenkatalog entwickelt, der sich von der Pkw-Version abgrenzt. Folglich werden bei diesen Anbietern auch die Schäden toleranter bewertet als bei Pkw. „Die Kriterien bei der Bewertung von Laufleistungsschäden bei Nutzfahrzeugen unterscheiden sich von denen des Pkw-Schadenkatalogs“, sagt Mark Thielenhaus, Vorstand Operations der Sixt Leasing AG, die ihren Schadenkatalog in Zusammenarbeit mit TÜV und Dekra erstellt hat.

Sechs weitere Gesellschaften, die keine separate Version ihres „Dellen-Katalogs“ für Transporter erstellt haben, lassen je nach Einsatzart der Fahrzeuge für laufleistungsanaloge Schäden bei der Rückgabe mildere Bewertungsmaßstäbe gelten. „Da wir es mit Arbeitsgeräten zu tun haben, die ihren täglichen Einsatz auf Baustellen, in der Beladung oder Montage verrichten, werden Gebrauchsspuren flexibler behandelt“, sagt Detlev Opitz, Vertriebsleister bei Hannover Leasing Automotive. Bei ASL Fleet Services gelten vom Grundsatz zwar die Regeln der „Fairen Fahrzeugbewertung“ des VMF. „Es werden jedoch individuell nach Einsatzart und Laufzeit auch Schäden akzeptiert, die über die Kriterien der ,Fairen Fahrzeugbewertung‘ hinausgehen. Die jeweiligen Umstände werden bei Vertragsabschluss definiert“, erklärt Axel Westerburg, Vertriebsleiter im Segment Key Account.

Auch diese Verfahrensweise zeigt: Transporter sind eine besondere Spezies im Fuhrpark, von der Bestellung bis zur Rückgabe am Laufzeitende.

mireille pruvost

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