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Ausgabe 12/2017

In jeder Hinsicht alltagstauglich

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© AUTOFLOTTE

Der neue Seat Ibiza steht als erster Kleinwagen auf der MQB-A0-Plattform des Volkswagen-Konzerns. Wobei es Kleinwagen gar nicht mehr trifft, trumpft der Spanier doch quasi als kleiner Kompakter auf.be

_ Der Ibiza prägt den Seat-Markenkern, bereits seit 1984 bereichert der wendige Spanier die europäischen Straßen, seit diesem Sommer in der fünften Generation. Sie spielte den technischen Vorreiter im Volkswagen-Konzern: Der neu aufgelegte Ibiza ist der erste Kleinwagen, der auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) aufbaut.

Das Testauto

Mit dem 115 PS starken 1.0 TSI mit drei Zylindern fuhr der zweitstärkste Ibiza-Benziner bei uns vor. Er kam im sportlichen FR-Trim daher, der zusammen mit der komfortorientierten Linie Xcellence das Top-Ausstattungsduo bildet. Spezifische Merkmale sind 17-Zoll-Leichtmetallräder, Zweizonen-Klimaautomatik, beheizte Außenspiegel, Dreispeichen-Lederlenkrad, Tempomat und Müdigkeitserkennung, Audiosystem "Plus" mit Acht-Zoll-Farbtouchscreen und Bluetooth, Sportfahrwerk und Sportsitze oder sportlich abgestimmtes Außendesign. Dazu kamen in unserem Test-Exemplar unter anderem Alcantara-Sitze (378 Euro), Einparkhilfe vorn und hinten inklusive Rückfahrkamera (441 Euro), Panoramadach (664 Euro), Full-Link-Smartphone-Schnittstelle (160 Euro), Beats-Soundsystem (378 Euro), Navi mit Europadaten und Kartenupdates (440 Euro), Voll-LED-Scheinwerfer (500 Euro) und adaptiver Tempomat (176 Euro). Als Pakete waren an Bord das Licht-und-Sicht-Paket (unter anderem beheizbare und elektrisch anklappbare Außenspiegel, Regensonsor; 248 Euro) und das Winterpaket (Sitzheizung vorn, beheizbare Scheibenwaschdüsen, Beifahrersitz höhenverstellbar; 303 Euro).

Karosserie

Der neue Ibiza kommt immer als Fünftürer und tritt optisch deutlich dynamischer auf als sein Vorgänger - wegen schärferer Linien und neun Zentimeter mehr Breite. Und mit 4,06 Metern Länge bewegt er sich auf ehemaligem Kompaktniveau. Umso schöner, dass der Ibiza auch innen sehr geräumig ist. Das gilt auch für den Gepäckraum, der im Standardformat 355 Liter fasst. Einziger Nachteil: die ausgeprägte Ladekante auf der Innenseite des Kofferraums.

Interieur

Im Ibiza herrscht bekannte Konzern-Sachlichkeit. Die Bedienung gibt keine Rätsel auf, und auch im Ibiza sind die Infotainment-Bedientasten einem Touchkonzept gewichen - mit Ausnahme der Lautstärkeregelung und des Landkartenzooms. Optischen Pep vermittelt der farblich abgesetzte Mittelteil des Armaturenbretts. Nichts zu meckern gibt es auch an der Ablesbarkeit der Instrumente, wobei das für den Tacho nur eingeschränkt gilt: Bis Tempo 120 ist er in Zwanziger-Schritten skaliert, darüber in Dreißiger-Schritten - mehr Übersichtlichkeit bietet die engere Skalierung.

Antrieb

Der 1.0 TSI ist ein Dreizylinder, und das hört man. Gasbefehle quittiert er mit deutlichem Dröhnen. Der - ansonsten ruhige - Motor geht dabei schon bei niedrigen Drehzahlen ohne Zögern ans Werk. Dazu passt das knackige Sechsgangschaltgetriebe. Der flotte Antrieb verleitet auch zum flotten Fahren, im Schnitt flossen deshalb bei uns acht Liter Super je 100 Kilometer durch die Zylinder. Für einen Benziner angesichts vieler Autobahnetappen ein akzeptabler Wert, zumal sich der Verbrauch bei gemächlicher Fahrt durchaus um einen Liter drücken lässt. Eingeschränkt ist allerdings die Reichweite: Bei rund 40 Litern Tankvolumen mussten wir alle 480 bis 500 Kilometer an die Zapfsäule.

Fahrpraxis

Der Ibiza tritt nicht nur optisch dynamisch auf, er hinterlässt im Fahralltag auch einen äußerst ausgereiften Eindruck. Nachts spielen dabei die Voll-LED-Scheinwerfer ihren Vorteil aus. Unabhängig von Nacht oder Tag ist er mit seiner direkten Lenkung und dem knackig abgestimmten, aber gleichzeitig komfortablen Fahrwerk nicht nur wendiges Stadtauto, sondern - für einen Kleinwagen - ein überaus angenehmer Langstreckenbegleiter. So ein richtiger Kurvenräuber ist der Ibiza trotz aller sportlicher Abstimmung trotzdem nicht, in engen Kurven schiebt er schnell über die Vorderräder. Was uns negativ auffiel: Die kleinen Außenspiegel und der Verzicht auf Haltegriffe am Dach - die Ibiza-Insassen greifen auf allen vier Außenplätzen ins Leere.

Autoflotte-Tipp

Mindestens sollte es der 1.0 EcoTSI mit 95 PS sein. Dazu greifen wir zur mittleren Style-Version (14.445 Euro). Serie sind dann 15-Zoll-Leichtmetallräder, Dreispeichen-Lederlenkrad, Klimaanlage, LED-Tagfahrlicht, geteilte Rücksitzlehne, Lichtsensor, City-Notbremsassistent und Audiosystem "Touch Color" mit Fünf-Zoll-Farbtouchscreen und Bluetooth. Aufgerüstet mit

- dem Erlebnis-Paket Comfort (E-Fenster hinten, Klimaautomatik, beheizte und elektrisch einstellbare/anklappbare Spiegel, Regensensor, variabler Gepäckraumboden, Mittelarmlehne vorn; 412 Euro)

- dem Business-Paket Infotain (Navi "Plus" mit Acht-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Anbindung Full Link und DAB; 412 Euro)

- Metalliclack (441 Euro)

- dem Winterpaket (303 Euro; Umfang siehe oben)

- den Voll-LED-Scheinwerfern (500 Euro)

- dem Fahrerassistenzpaket (Tempomat, Müdigkeitserkennung; 160 Euro) und

- der Einparkhilfe vorn und hinten mit Rückfahrkamera (441 Euro)

kommen wir so auf einen gut ausgestatteten Kleinwagen für 17.114 Euro. Übrigens: Wem weder Benziner noch Diesel gefallen, für den bietet Seat mit dem Ibiza 1.0 TGI eine (bivalente) Erdgasalternative. Einstiegspreis im Niveau Reference: 14.513 Euro.

Details

Stärken & Schwächen

StärkenDynamischer AuftrittViel Platz für Passagiere und GepäckInsgesamt guter QualitätseindruckSchwächenGeringe ReichweiteWenig AssistenzsystemeHohe Ladekante innen

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